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Rock Hard Festival 2011

Auch Regen konnte ein erneut großartiges Festival nicht verderben

Primordial

Nach 2006 zum zweiten Mal am Start sind Primordial und mit „Redemption At The Puritan’s Hand“ haben sie ein neues, abermals vorzügliches Album im Gepäck, von dem in der kommenden Stunde insgesamt drei Stücke gespielt werden. „No Grave Deep Enough“ bildet sowohl auf der Platte als auch heute Abend den Auftakt, weitere Nummern sind „Lain With The Wolf“ und „Bloodied Yet Unbowed“ – letzterer Titel passt einfach hervorragend zum Motto dieser Band, zu ihrem Selbstverständnis und natürlich auch zur Optik von Frontmann Alan „Nemtheanga“ Averill, der noch blutiger verziert ist als sonst und gewohnt charismatisch das Publikum voll im Griff hat. Wirklich unglaublich, wie vielseitig dieser Mann seine Stimme einzusetzen in der Lage ist: Da wird geschrien, gesungen, geklagt und gejammert, immer einhergehend mit den entsprechenden Posen wie Knien auf dem Bühnenboden, Verdrehen der Augen etc. Man nimmt ihm jede einzelne Geste ab, spürt die Leidenschaft, mit der er die grundehrlichen, epischen Hymnen der Iren zum Besten gibt.

Wen interessiert es da schon, wenn nicht alle Töne zu hundert Prozent sitzen, wenn man eine solch exaltierte Performance vorgesetzt bekommt, die für sämtliche Fotografen im Graben selbstredend ein gefundenes Fressen darstellt. Dass der Gesang mitunter leicht schief anmutet, wie Spötter gerne behaupten, liegt einfach auch an Nemtheangas Art zu singen. Auffällig ist, dass der Frontmann sich immer wieder zum Drumset umdreht, um mit Simon O’Laoghaire einzuschlagen; noch vor nicht allzu langer Zeit setzte die Band den Schlagwerker wegen – so munkelte man zumindest – seines übermäßigen Alkoholismus vor die Tür, holte ihn schließlich aber doch schnell wieder zurück, da man herausgefunden hatte, dass die Bandchemie derzeit eben doch nur in dieser Form funktioniere. In solchem Fall sieht man derartige Gesten wie zwischen O’Laoghaire und Nemtheanga natürlich umso lieber, da sie für den wiedergefundenen Zusammenhalt stehen.

So toll das neue Album auch geworden ist (schade übrigens, dass das grandiose „The Mouth Of Judas“ nicht Teil der Setlist ist), wird die Meute beim älteren Material, das logischerweise alle Anwesenden besser kennen, am lautesten. Das Zehn-Minuten-Epos „The Coffin Ships“ mit seiner megaeingängigen Gitarrenmelodie wird dabei ebenso abgefeiert wie „As Rome Burns“, bei dem Alan nicht viel tun muss, um die Leute zum Mitmachen zu animieren, der „Sing to the slaves as Rome burns“-Part fordert dazu schon von selbst auf. Dieser Song darf so gesehen eigentlich nie wieder von der Primordial-Setlist verschwinden, so eine Stimmung kommt hierbei auf. Dasselbe gilt allerdings für „Gods To The Godless“ (meiner Ansicht nach sowohl in puncto Text als auch Musik die vielleicht größte Großtat des Fünfers bislang), das Alan den als nächstes aufspielenden Enslaved widmet. – Eine total geile und intensive Show!

Setlist:

No Grave Deep Enough
Gallows Hymn
Lain With The Wolf
As Rome Burns
Bloodied Yet Unbowed
The Coffin Ships
Gods To The Godless
Empire Falls

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