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Rock Hard Festival 2011

Auch Regen konnte ein erneut großartiges Festival nicht verderben

Down

Laut eigener Aussage hat sich das Rock Hard ganze drei Jahre bemüht, Down als Headliner zu bekommen – dementsprechend groß ist wohl auch die Erwartungshaltung. Kann diese aber auch erfüllt werden? Gemessen an der Zuschaueranzahl eher nicht, denn es ist doch deutlich leerer als bei Overkill, die von allen Bands der diesjährigen Ausgabe am meisten Zuschauer verzeichnen konnten; anders ausgedrückt: der eigentliche, heimliche Headliner hat schon gespielt und das, was Down abliefern, hat auch nicht unbedingt das, was man von einem Festival-Headliner erwartet. Der Auftritt ist weit entfernt vom Terminus „großartig“, aber er ist auch nicht total kacke – am besten trifft wahrscheinlich „zerfahren“ zu.

Frontasi Phil Anselmo labert einfach zu viel, das ist schon mal ein großes Minus; er unterbricht andauernd Songs, um irgendwelche Statements einzuschieben, die manchmal lustig, manchmal aber auch einfach nur nervig sind. Es mag ganz witzig sein, wenn er ins Mikro rülpst oder wenn er eine spontane Bauchtanz-Einlage bringt, und zweifellos hat er immer noch ein gewisses Charisma, mit dem er die Meute wie eh und je im Griff hat, doch ob es sein muss, minutenlange Monologe abzuhalten, die bei dem Genuschel sowieso kein Schwein versteht, sei dahingestellt. Da der Sound recht gut Arsch tritt, wirkt es ziemlich unangebracht, wenn zwischen den Songs vorne jemand steht, der die ganze Zeit irgendetwas in seinen nicht vorhandenen Bart hineinbrabbelt – Spielfluss kommt da jedenfalls nicht auf. Auch das permanente Gefluche geht einem nach gewisser Zeit auf den Keks – selbst Blitz von Overkill und Matt Barlow von Iced Earth kommen an eine Bilanz von geschätzten 666 Fucks nicht heran; ab einem gewissen Punkt ist dieses Macho-Gehabe eben nicht mehr cool, sondern nervt nur noch.

Unterhaltungswert hat es allerdings, als Phil Gitarrist Kirk Windstein mitteilt, dass er sich mehr bewegen solle, denn man spiele ja nicht in einer verfickten Technical-Death-Metal-Band, oder wenn er „the lovely young lady on the bass“ vorstellt, womit er auf Patrick Bruders, eigentlicher Tieftöner von Kirks Band Crowbar und Vertretung von Anselmos Ex-Pantera-Companion Rex Brown, der aus gesundheitlichen Gründen schon länger nicht mehr live auftreten kann, anspielt. – Apropos Pantera: Da es bekanntermaßen einstens großen Clinch zwischen Vinnie Paul und Phil Anselmo gab, wird der gute Phil nicht müde, den großen Dimebag Darrell über den grünen Klee zu loben, was auch heute der Fall ist und einige „Dimebag!“-Sprechchöre aufkommen lässt. Aber da hat er ja auch Recht, denn seit John Lennon (der auf den Tag genau 24 Jahre vor Darrell erschossen wurde) gab es wohl keinen sinnloseren Tod in der Geschichte der Musik.

Natürlich ist die Reaktion auf diesen Auftritt gespalten; viele freuen sich, diese stilistisch an sich recht breit gefächerte Band endlich mal wieder live zu sehen, andere wiederum sind doch mächtig angepisst ob des fehlenden roten Fadens bei diesem Gig. Bei den abschließenden „Stone The Crow“, das eine wundervolle Mischung aus metallisch-schweren Gitarren und schwebender Leichtigkeit darstellt, und „Bury Me In Smoke“ mit seinem fetten Endriffing, das zu exzessivem Slo-Mo-Headbanging auffordert, sollte aber eigentlich jeder versöhnlich gestimmt werden. Gegen die Freitags- und Samstags-Headliner Triptykon respektive Iced Earth konnten Down zwar nicht anstinken, aber okay war’s trotzdem. Mehr aber eben auch nicht.

Setlist:

Hail The Leaf
Lysergic Funeral Procession
Lifer
Losing All
New Orleans Is A Dying Whore
Pillars Of Eternity
Ghosts Along The Mississippi
Temptation’s Wings
Eyes Of The South
---------------------------
Stone The Crow
Bury Me In Smoke

Das Wetter mag dieses Jahr nicht so mitgespielt haben wie die letzten Male, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das Rock Hard Festival eines der geilsten Festivals überhaupt ist und bleibt. Auf keinem anderen Open Air ist das Personal so durchgängig freundlich, ist die Organisation so tadellos und der Sound – alles in allem – so zufriedenstellend. Wir sind nächstes Jahr gerne wieder dabei.

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