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Rock Hard Festival 2011

Auch Regen konnte ein erneut großartiges Festival nicht verderben

Procession

Als zweite Band des Tages erklimmen die Chilenen von Procession die Bretter, von Rock-Hard-Chefredakteur Götz Kühnemund als „beste Doomband seit Jahren“ mit ordentlich Vorschusslorbeeren bedacht. Die Dortmunder Metalikone erzählt dann außerdem noch, ein Fan habe via Mail gewitzelt, man könne doch – da es ja noch Tag ist – eine schwarze Plane über das Publikum ziehen, damit mehr Doom-Feeling aufkäme. Gar nicht mal so schlecht die Idee, denn tatsächlich ist es (noch) etwas zu sonnig für langsame, kriechende und walzende Düsterklänge.

Procession kümmert das allerdings wenig, mit einer Ansage der Marke „kurz und bündig“ („we’re Procession and we’re gonna play some fuckin’ doom for you“) wird in den Set gestartet und der Beweis abgeliefert, dass Herr Kühnemund keineswegs übertrieben hat. Obwohl noch neu im Geschäft und als Trio unterwegs, zeigen die Jungs, dass sie es verstehen, eine Bühne zu füllen und Doom erstens nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass man wie angewurzelt dastehen und lediglich auf sein Instrument zu starren hat, und zweitens, dass auch eine Doomband mal an Tempo zulegen kann. So wird der vierte Song „Like A Plague Upon The Earth“ mit den Worten „We’re gonna play a fast one now – so I wanna see some headbanging!“ vorgestellt und tatsächlich geht es hier deutlich schneller zur Sache als beim restlichen Material.

Doch so oder so wissen die Chilenen zu hundert Prozent zu überzeugen; ihre zumeist sehr langen Songs gefallen durch spannende Konstruktionen mit schlüssigen Rhythmus- und Tempowechseln und besonders das hypnotische Riffing am Ende des letzten gespielten Tracks von „The Funeral Of An Age“ ist mal ein absoluter Killer und kann niemanden kalt lassen. Dass es zwischendurch dann doch anfängt zu regnen, mag einige Weichkekse auf den Stufen dazu bringen, dieser geilen Band den Rücken zu kehren, doch dafür sind weiter vorne im Stehbereich vier oder fünf Metaller zu sehen, die unablässig die Rübe rotieren lassen, ohne sich um das nasse Wetter zu scheren – so was darf man true nennen! Außerdem hat Sänger und Gitarrist Felipe, der mit sowohl kraftvoller, als auch leidenschaftlicher und ästhetischer Stimme live noch mehr als auf dem aktuellen Album „Destroyers Of The Faith“ überzeugt, schon recht, wenn er den Regen als „perfect weather“ bezeichnet – eine schwarze Plane ist zu dem Zeitpunkt jedenfalls nicht mehr nötig. Für die erst zweite Band des Tages und den widrigen Umständen das Wetter betreffend, räumen die drei Südamerikaner gnadenlos ab und werden definitiv ihren Weg gehen. Sprechchöre, in denen frenetisch „Procession!“ skandiert wird und die bereits nach dem ersten Song aufbranden, sagen wohl alles.

Setlist:

Hyperion (Intro)
Destroyers Of The Faith
Raven Of Disease
Like A Plague Upon The Earth
Chants Of The Nameless
The Road To The Gravegarden / Funeral Of An Age

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