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Rock Hard Festival 2011

Auch Regen konnte ein erneut großartiges Festival nicht verderben

Atlantean Kodex

Schon witzig, wie sich inzwischen selbst altgediente und treue Manowar-Fans für den Mist, den diese Band in den letzten Jahren verzapft hat, schämen. Rock-Hard-Redakteur Boris Kaiser, der die nun folgenden Atlantean Kodex ankündigt, fragt jedenfalls ins Rund: „Wer von euch mag Manowar“, um direkt nachzuschieben: „...also, alte Manowar?“ – So viel Zeit muss inzwischen halt sein...

Es folgt noch ein Querverweis auf Bathory, da die Oberpfälzer mit diesen beiden Combos am ehesten vergleichbar sein sollen. Der Rezensent ist gespannt, denn das viel umjubelte Debüt „The Golden Bough“, welches in der 2010er Oktoberausgabe des Rock Hard zum Album des Monats gekürt wurde, hat er bislang noch nicht gehört. Aber old-schooliger Epic Metal à la alte Manowar und Bathory – das hört sich nun wirklich nicht übel an. Umso bedauerlicher, dass das Dargebotene schlichtweg langweilig ist. Der Anfang verspricht zwar Epicness as fuck, da der Set-Opener „From Shores Forsaken“ lediglich mit cleaner Gitarre und Gesang beginnt, was ja nicht selten impliziert, dass sich da ein Monstertrack anbahnt, doch leider kommt die Truppe danach nicht aus dem Quark. Klar ist es kein leichtes Los, nach den Energiebündeln von Enforcer aufzutreten, noch dazu mit doomigem Epic Metal im Gepäck, aber Fakt ist nun einmal, dass man ewig im selben langsamen Tempo vor sich hin dümpelt und einfach viel zu wenig passiert. Der dünne, kratzige Schrammel-Gitarrensound trägt ebenfalls nicht gerade dazu bei, in Euphorie zu verfallen. Hinzu kommt, dass Schlagzeug und Saitenfraktion nicht immer hundertprozentig zusammen zu sein scheinen.

Diese Tatsache, genauso wie das mangelnde Stageacting, muss man der Band allerdings nachsehen, denn es ist den Jungs anzumerken, dass sie wahnsinnig aufgeregt sind (vor so viel Publikum haben sie wohl noch nie gespielt), was möglicherweise auch erklärt, dass Frontmann Markus bei den hohen Tönen einige Schwierigkeiten hat. Letzterer ist übrigens supersympathisch, das muss fairerweise gesagt werden, und zeigt sich sichtlich beeindruckt von der Kulisse, die nach und nach auftaut und sich zu „Hey“-Rufen und Pommesgabel-Schwenken hinreißen lässt. Wenn es den Leuten gefällt, ist ja auch alles okay, man soll sich schließlich nicht von einem einzigen meckernden Redakteur eines kleinen, aber feinen Online-Zines den Auftritt vermiesen lassen. Und dennoch ist es schon nahezu dreist, wie offensichtlich man sich beim zweiten Stück „Pilgrim“ bei Deep Purples „Child In Time“ bedient hat; es ist nicht nur die „Ahaha“-Gesangseinlage, sondern auch das Drumming, welches eben jene begleitet, das quasi eins zu eins übernommen wurde.

Zwischendurch ist immer mal wieder der Versuch da, durch abrupte cleane Sequenzen, die sich auch durchaus nicht schlecht machen, sowie kurze Uptempo-Parts Dynamik in die Angelegenheit zu bringen, aber insgesamt wirkt die Mucke doch arg behäbig und einfach irgendwie lahmarschig – so blöde sich dieses Wort gerade bei einer Band mit Doom-Affinität auch anhören mag. Schon enttäuschend, da hab ich mehr erwartet und definitiv schon besseres in diesem Bereich gehört (Procession gestern waren zum Beispiel viel geiler), weswegen ich die Aufregung um diese Kapelle nicht so ganz nachvollziehen kann. Na ja, werd’ mir dann mal das Album reinziehen und gucken, ob das Material auf Platte besser funktioniert...

Setlist:

From Shores Forsaken
Pilgrim
Marching Homeward
The Atlantean Kodex
Temple Of Katholic Magick

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