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Rock Hard Festival 2010

Auch die achte Ausgabe des Rock Hard Festivals war wieder ein voller Erfolg

Bulldozer

Bulldozer aus dem schönen Italien sind sicherlich ebenso wie Evile dem Thrash-Genre zuzuordnen (der Samstag ist überhaupt ein sehr thrashiger Tag), holzen sich allerdings um einiges primitiver und weitaus weniger filigran durch die Botanik. Dafür können sie aber, bevor sie auch nur eine einzige Note gespielt haben, jede Menge Sympathiepunkte einheimsen: Vom Drum-Podest hängt eine UNICEF-Fahne herab, und tatsächlich spenden die Mannen um Alberto Contini, der von einer Art Kanzel herabsingt, die Gage für ihren überhaupt erst zweiten Deutschland-Auftritt dem Kinderhilfswerk – sehr löblich.

Da die Italiener gerade im letzten Jahr nach über zwanzig Jahren mit „Unexpected Fate“ ein Comeback-Album veröffentlichten, ist es natürlich eher wenig überraschend, dass die Scheibe bei dem heutigen Konzert im Mittelpunkt steht: Mit dem Titelsong, „Use Your Brain“, „Micro VIP“ und „Bastards“ (letzteres widmet Alberto alias AC Wild allen korrupten Politikern... hm, also im Prinzip allen Politikern) haben es gleich vier Tracks der Platte auf die Setlist geschafft.

Ansonsten hat man aber logischerweise auch die alten kultigen Klassiker am Start, die zum Teil mit sehr unterhaltsamen Ansagen seitens AC unterlegt werden: Besonders gerne wird man beim Rock Hard wohl jene zu „IX“ hören, da der Bulldozer-Boss sich hier einen süffisanten Seitenhieb in Richtung Metal Hammer, sprich der Konkurrenz des Dortmunder Musikblattes, nicht verkneifen kann. So habe das gleichnamige Album damals im Hammer eine großartige Bewertung abgestaubt – nämlich ganze null Punkte. Witzig auch, als der Frontmann den Song „The Derby“ ankündigt, das sei ja recht passend, schließlich steige heute abend das Champions League-Finale – und prompt einen „Bayern! Bayern!“-Sprechchor initiiert – schließlich sei man klar auf der Seite der Münchner, da alle aus der Band Fans vom AC Milan seien, „we hate Inter“. – Genützt hat es bekanntlich nichts, Inter gewann 2:0, aber zumindest wissen wir nun, dass AC Wilds Pseudonym, da er sich als Anhänger des Berlusconi-Clubs entlarvte, gleich in doppelter Hinsicht passend ist.

Nicht fehlen darf natürlich auch „Ilona The Very Best“ – der Song handelt von der ehemaligen italienisch-ungarischen Pornodarstellerin Ilona Staller, die später in die Politik ging – und weitere alte Klassiker wie „Cut-Throat“ und „Willful Death“. Letzteres Stück stammt vom 1988-er Album „Neurodeliri“, welches Ex-Bandmitglied Dario Carra gewidmet war, der damals Selbstmord beging, und dies erklärt AC Wild auch heute noch einmal.
Ein in gewisser Weise also nachdenklich stimmender Abschluss eines ansonsten sehr Party-kompatiblen, Laune machenden Konzerts. Man mag das Gerumpel mögen oder nicht – diese Truppe ist einfach ungemein sympathisch!

Setlist:

Unexpected Fate
Use Your Brain
Bastards
IX
Desert!
Ilona The Very Best
The Derby
Micro VIP
Minkions
Mass Slavery
Cut-Throat
Whisky Time
Willful Death

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