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Rock Hard Festival 2010

Auch die achte Ausgabe des Rock Hard Festivals war wieder ein voller Erfolg

Rage & Lingua Mortis Orchestra

Der Headliner des Festivals sind die legendären Rage, die nicht nur spontan beim Bundesvision Song Contest auftreten, sondern sich an anderer Stelle auch trauen, Stücke von Johann Sebastian Bach zu covern. Und dies war auch für das Rock Hard Festival geplant.
Nachdem Sonata Arctica ihre Show beendet haben, folgt eine rund 90 minütige Umbauphase, die mit der Karaoke-Gewinner-Jam-Session wie auch Mambo Kurt verkürzt wird, bevor endlich alles für den Auftritt von Rage vorbereitet ist. Warum die so lange brauchen? Na ja, wer Johann Sebastian Bach gebührend performen will, braucht schließlich auch ein ordentliches Orchester und die nehmen ja bekanntlich viel Platz und dementsprechend Zeit zum Aufbau in Anspruch. Aber wo hätte ein Orchester besser hingepasst als in ein Amphitheater?

Was Mambo Kurt betrifft, so mag es nicht jedermanns Sache sein, Slayers „South Of Heaven“, Guns N’ Roses’ „Paradise City“ oder Rammsteins „Engel“ in Heimorgel-Version zu hören, aber unterhaltsamer als der lahme Auftritt von Sonata Arctica ist es allemal – und noch lustiger sind die paar Leute auf den Rängen, die wie die Bekloppten bangen. Richtig surreal wird es, als der Hagener als letzte Zugabe „Ice Ice Baby“ von Vanilla Ice zum Besten gibt. Da rappt einer auf einem Metalfestival und tausende Leute finden’s total geil – Hammer!

Als die Umbaumaßnahmen endlich abgeschlossen sind, siegt schon der erste Eindruck:
Das Lingua Mortis Orchestra – bestehend aus Geigen, Celli, Hörnern und Kontrabass, neben einem weiteren Komponisten am Keyboard und einer Gastsängerin – und ganz vorne natürlich die drei von Rage – die Bühne ist also voll. Als besonderen Einfall verzichtet die Band auf jegliche Banner im Hintergrund, sodass der Blick auf den Kanal und die dahinter liegende Naturlandschaft freiliegt. Während des Konzerts, welches bei Dämmerung beginnt, verschwinden die letzten Sonnenstrahlen allmählich völlig, sodass das Orchester bald vor einem schwarzen Nachthimmel spielt, was dem Auftritt neben dem herausragenden Klang noch eine sehr majestätische Note hinzufügt.

Rage verstehen sich darauf, eine sehr professionelle und mitreißende wie dramtische Show zu bieten, die die gesamten Besucher des Rock Hard Festivals nicht nur anlockt, sondern auch in ihren Bann schlägt, wie der Beifall aus dem fast schon überfüllten Amphitheater stark vermuten lässt. Die Stimmung ist einfach überragend. Dieser feine Sound gepaart mit den teils vorsichtig eingesetzten E-Gitarren und dann wieder dämonisch losschmetterten Saiten lässt bei Songs wie „From The Cradle To The Grave“ schon das ein oder andere Mal die Gänsehaut hochschnellen. Es muss aber auch erwähnt werden, dass Rage ab und an etwas übers Ziel hinausschießen und das Orchester zu Boden spielen. Zum Glück sind diese Ausrutscher aber immer nur von kurzer Dauer, sodass diese zwei Komponenten doch im Allgemeinen gut aufeinander abgestimmt sind. Hoch anzurechnen ist Rage weiterhin, dass die Band sich zeitweise sehr bewusst an den Bühnenrand stellt bzw. diesen sogar verlässt und so dem Orchester Raum und dadurch besonders Wirkung gibt.

Auch den Glücklichen unter den Metallern, die dieser authentischen Zusammenkunft der Musiker bereits einmal lauschen durften, wird nicht langweilig, da Rage ihre Setlist nach den letzten Auftritten etwas überarbeitet hatten und so manche der ausgewählten Lieder zum ersten Mal live präsentieren. Gut angenommen wird auch das Lied „Suite Lingua Mortis“, welches Rage bei diesem Auftritt den erst kürzlich verstorbenen Metal-Legenden Peter Steele und Ronnie James Dio widmen.
Ein würdiger Headliner in einer würdigen Location. Das Amphitheater hat sich auch dieses Jahr wieder einmal bewährt.

Setlist:

Intro
Turn The Page
From The Cradle To The Grave
French Bourreé
Suite Lingua Mortis
Lingua Mortis Medley
Bourreé
Empty Hollow
Alive But Dead
Higher Than The Sky



Es war wirklich wieder mal ein tolles Wochenende: Der Wettergott hat freundlicherweise erneut mitgespielt, es regnete keinen einzigen Tropfen und viele Fans dürften kräftig Farbe gewonnen haben; bei den Bands gab es kaum Ausfälle, keine kurzfristigen Absagen, jeder Gig begann genau zu dem Zeitpunkt, wie im Programm vorgesehen, der Sound war wieder einmal fast durchgängig sehr gut und das Personal freundlich. Dass wir hier nächstes Jahr gerne wieder zu Gast sind, versteht sich daher, es gibt auch nur zwei Kritikpunkte, die angemerkt seien: Warum es unbedingt nötig sein soll, gekaufte Tickets erst umzutauschen, um an ein Bändchen zu kommen, erschließt sich nicht so ganz, so etwas hat schon leicht bürokratische Züge. Und wenn man das schon meint, machen zu müssen, sollte zumindest deutlicher darauf hingewiesen werden. Auch den „Bandidos“ einen Stand zu genehmigen darf man wohl als grenzwertig bezeichnen. Ansonsten war es aber wieder ein traumhaftes Festival.

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