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Red Hot Chili Pipers im Konzert (Leipzig, Oktober 2019)

Ein Abend mit gemischten Gefühlen

Die red Hot Chilli Pipers stellten ihr neues Album "Fresh Air" vor

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2002 gegründet, entwickelten sich die Red Hot Chilli Pipers mit ihrem stampfenden Pipe-Rock schnell zum Publikumsmagneten. Fulminante Festivalauftritte, Welttourneen und Titel als Bester Live Act folgten – wen wundert es also, dass das Konzert im Leipziger Werk 2 binnen kurzer Zeit ausverkauft war. Für ihre Tournee, die wieder über zahlreiche Stationen geht, haben die Schotten nach dreijähriger Plattenabstinenz nun mit „Fresh Air“ neues Material im Gepäck.

Etwas erstaunlich ist es dann, dass trotz ausverkaufter Hütte die Bewegungsfreiheit für die Zuschauer recht hoch ist. Weniger überraschend ist hingegen das recht ungleiche Publikum – hier sind jegliche Altersstufen und auch verschiedenste individuelle Ausrichtungen ausmachbar, was wohl nicht zuletzt am recht bunten Repertoire der Schotten liegt. Einhellig ist hingegen der Jubel, den man dem Septett bei ihrem Einstieg mit „Insomnia“ entgegenbringt. Von der Bühne aus schickt sich im gleichen Moment eine Mauer aus drei Dudelsäcken, einem Bass, einer Gitarre, einem Schlagzeug und zusätzlicher Percussion an, eine lebhafte Mischung Pop, Rock und Hard-Rock-Song unter die Leute zu bringen. Leider verflüchtigt sich die erste Begeisterung dann doch etwas, vielleicht liegt es an der ungewöhnlichen Mischung der Genres, vielmehr ist jedoch davon auszugehen, dass die 2018 erfolgte Neuformatierung der Band noch nicht so wirklich angekommen ist. Von dem ehemals so einnehmenden Live-Act ist leider nicht mehr so viel zu spüren, sei es beim Spiel, im Tempo oder in der Abstimmung der Musiker – so ganz will es noch nicht funktionieren. Dies nur als kleine, momentane Bestandsaufnahme, immerhin ist das Ganze nun wirklich nicht schlecht und bekommt dementsprechend auch Applaus.

Mit dem Leonard Cohen-Cover von „Hallelujah“ können sich die Schotten eh wieder eines Siegeszuges sicher sein, was nicht zuletzt an der erst kürzlich eingesprungenen Sängerin Nicole Caldwell liegt. Diese hat tatsächlich ein stimmliches Pfund vorzulegen und verwandelt das Stück in eins der Highlights des Abends. Aufglimmende Handy-Lichter und mitwiegende Menschen geben dem Stück noch zusätzliches Flair und lassen nun den Klub in ein stimmungsvolles Ambiente tauchen. Und von nun an geht es mit der Stimmung weiter aufwärts, gespickt mit einigen Songs der neuen Scheibe, welche nicht mal vor dem Bourani-Titel „Auf uns“ halt macht, kommen die Zuschauer doch auf anständige Betriebstemperatur.

Beim Queen-Cover „Fat Bottomed Girls“ kann man ein ausgedehntes Gitarrensolo abfeiern, allerdings gibt es nach dem folgenden „Fix You“ erstmal eine Pause. Ja, tatsächlich verabschiedet man sich nun für die nächsten fünfundzwanzig Minuten und muss hiernach doch wieder etwas an der Stimmung basteln. Aber Nicole hat nicht nur den Titel „This Is Me“ parat, sondern lässt das Publikum hier auch mitsingen, was sich als probates Mittel zum Anheizen erweist. Obendrauf gibt es gar noch ein Schlagzeug-Percussion-Battle, welches nicht nur den beiden Musikern eine gute Kondition abverlangt.

„Highland Cathedral“ sorgt hingegen wieder für eine besinnliche Atmosphäre, die zumindest schon einen Ausblick auf das Unvermeidliche bietet: Das Ende des Konzerts. Vor dem letzten Titel „Don't Stop Believin'“ dürfen sich alle Musiker noch ihren eigenen Beifall abholen, um es dann nochmals richtig krachen zu lassen. Feiern bis der Arzt kommt, wäre wohl die richtige Bezeichnung und damit scheint eine Zugabe unausweichlich. Mit gleich zwei Medleys verabschieden sich die Schotten endgültig, wobei gerade das abschließende Gemisch aus „We Will Rock You“ und „Eye Of The Tiger“ die Laune der Zuschauer nochmals ordentlich befeuert. Ein langanhaltender Applaus ist der Lohn, wenngleich er nicht ganz darüber hinwegtäuschen kann, dass die Band von der Klasse früherer Auftritte doch noch um einiges entfernt ist.

Setlist (unvollständig):

Insomnia (Craig David-Cover)
Gimme All Your Lovin'  (ZZ Top-Cover)
Hallelujah (Leonard Cohen-Cover)
Thunderstruck (AC/DC-Cover)
Starlight (Muse-Cover)
Smelling Fresh
Auf uns (Bourani-Cover)
Bleaching Cloths
Fat Bottomed Girls (Queen-Cover)
Fix You  (Coldplay-Cover)
Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now) (C+C Music Factory-Cover)
This Is Me (Benj Pasek & Justin Paul-Cover)
Highland Cathedral
Wake Me Up (Avicii-Cover)
Shut Up And Dance (Walk The Moon-Cover)
Don't Stop Believin' (Journey-Cover)

We Will Rock You + Eye Of The Tiger

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