Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Rage, Tri State Corner, Lion Twin im Konzert (Bochum, September 2014)

Heimspiel-Jubiläums-Überraschungs-Show

Rage beim Heimspiel in Bochum, das bedeutete in den letzten Jahren immer wieder Ausnahmezustand bei den Metalheads, die sich in der Zeche zu Bochum förmlich knubbelten, um dabei zu sein. An diesem Mittwochabend sieht es dann leider bei der „30 years of Rage anniversary“ anders aus, die oberen Ränge bleiben geschlossen, und so tummeln sich vielleicht 350 Leute vor Ort, die aber auch schon recht früh anwesend sind, sodass die beiden Supportbands Lion Twin und Tri State Corner schon vor ansehlichem Publikum wirken können. Wäre interessant zu wissen, ob vielleicht Gevatter Fußball als Konkurrenz heute Abend – schließlich spielt der Vorortclub aus der verbotenen schwarz-gelben Stadt heute ebenfalls zuhause – zu viel Anziehungskraft entwickeln konnte.

Lion Twin

Eigentlich sollten die Wuppertaler Lion Twin auch diese Tour beschwingt über die Bühne bringen, hatten sie doch schon als Support für U.D.O. und auch Axxis Erfahrungen sammeln können, doch irgendwie hängt auch ein bisschen Schwermut in der Luft, denn das eigentliche Quintett muss schon seit einigen Shows zu viert weiterziehen, da Gitarrist Jan aus gesundheitlichen Gründen den Rest der Tour leider aussetzen muss – wir wünschen ihm da alles erdenklich Gute zur Gesundung. Schöne Geste übrigens, dass Frontfrau Liane nicht nur darauf hinweist, sondern sie auch darauf aufmerksam macht, dass am Merchstand ein Heft ausliegt, worin sich die Anwesenden mit ein paar persönlichen Worten an Jan wenden können – schöne Idee, die auch von einigen genutzt wird, und so sieht man unter anderem auch Axxis-Shouter Bernhard Weiß ins Büchlein kritzeln.

Die Show selbst wird für Lion Twin eher ein Wechselbad der Gefühle irgendwo zwischen  „Scheiße, wir kriegen hier kein Bein auf den Boden“ und „Na geht doch, Ruder herumgerissen“. Das Publikum braucht zumindest ein bisschen, um mit dem Sound warm zu werden, wobei die Songs zunehmend euphorischer beklatscht werden, bei den Ansagen aber eher Totenstille herrscht.

Alle dargebrachten Songs sind auf dem im letzten November veröffentlichten Debütalbum „Nashville“ zu finden, und während der Opener „Tristan & Isolde“ noch mit übersichtlichem Applaus bedacht wird, so wird bei „Day Of Anger“ nicht nur gut mitgeklatscht, sondern auch der abschließende Applaus dürfte die Truppe ein wenig versöhnlich stimmen. Schon bei „Eco Warrior“ ist dann ein bisschen Besserung beim Stimmungsbarometer zu erkennen, die ersten Fans (und Freunde) klatschen mit, und auch „Ready To Rock“ darf in lautem Applaus baden, doch der Weg dorthin ist eher durch Stille genährt. „Geht’s euch gut, Bochum?“, will Liane wissen, die Rückmeldung hätte stiller kaum sein können, und auch das anschließende „Are you ready to rock“ reißt da nichts mehr herum und wird von Liane mit einem leicht enttäuschten „Wohl eher nicht“ kommentiert. Am Ende können sie sich aber doch darüber freuen, ein paar der Anwesenden überzeugt zu haben.

Setlist:

Tristan & Isolde
Eco Warrior
Far Away
Ready To Rock
Day Of Anger

Seite
comments powered by Disqus

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“