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Queens Of Metal 2012

Eine perfekte Location lockt leider zu wenige Besucher

Pain

Peter Tägtgren - wenn dieser Name fällt, dann werden die Metalfans meist aufmerksam. Einer der ganz Großen aus dem Business kommt mit seiner zweiten Band Pain zum Queens Of Metal und sorgt in erste Linie schon mal für eines – ein volles Haus. So viele Besucher wie jetzt waren allerhöchstens bei J.B.O. zugegen. Als das Intro anläuft, herrscht im Zuschauerraum beängstigende Stille. Die Spannung ist fast greifbar. Als die ersten Töne von „Crashed“ erklingen und Peter in eine Zwangsjacke gekleidet die Bühne betritt, bricht erster Jubel aus. In ein brachial dichtes Soundgewand gepackt donnert die Nummer auf die Fans ein. Die Stimmung von Peter kann man bis jetzt nicht einschätzen – er wirkt einfach nur sehr angepisst.

Nach einer kurzen Jubelpause geht es weiter mit „Walking On Glass“. Im Publikum gibt es jede Menge feiernde, tanzende und vor allem mitfiebernde Zuhörer, die sich voll auf die Band konzentrieren. Was da gerade auf der Bühne passiert, ist aber auch interessant. Allein durch seine Ausstrahlung fesselt der Auch-Hypocrisy-Frontmann schon die Massen. Wenn dann noch die Bühnenbeleuchtung und die knackigen Songs im kalten Soundgewand dazukommen, dann ist die Gänsehaut perfekt. „I’m Going In“, „Monkey Business“, jeder Titel erreicht die Zuhörer und fesselt ihre Aufmerksamkeit.

Nun erfolgt ein kurzes Hallo und die ziemlich überflüssige Frage, ob es den Leuten kalt sei. Natürlich ist es das. Trotzdem bleiben sie alle da und beobachten die Show. Die nächste Nummer wird den „Ladies“ gewidmet. „Dirty Woman“ ist allerdings nur bedingt als Loblied auf die Weiblichkeit geeignet.

Einer der Klassiker der Band folgt auf den Fuß. „Zombie Slam“ schlägt richtig ein und drückt das Stimmungsbarometer sogar noch ein bisschen nach oben. Gefolgt wird das Stück von „Nailed To The Ground“ und „It’s Only Them“. Beim zweiten der beiden Lieder ist Peters Gesang eine Zeit lang nicht richtig zu hören. Der Grund dafür kann aber nicht wirklich erkannt werden.

Auf der Bühne ist gar nicht so viel los. Basser Johann und Gitarrist Michael machen sich einen Spaß daraus, sich gegenseitig über die Bühne zu jagen, aber damit hat es sich auch schon größtenteils. Peter ist meist ans Mikrofon gefesselt. Im Fall von Pain reicht das aber völlig. Wie weiter oben schon erwähnt reicht alleine die Anwesenheit von Tägtgren, um die Zuschauer zu fesseln.

Zudem stimmt auch noch die Mischung der Songs. Es wechseln sich ständig ältere und neuere Songs ab. Damit schaffen es Pain immer wieder, die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen. Wann immer der Schwede den Zuhörern Zeit gibt zum Jubeln, dann tun sie das auch mit Hingabe. Vor „On And On“ ist einer dieser Momente. Aber nur ein kurzer. Fast augenblicklich geht es weiter. Es scheint fast so, als hätte Peter die Spielzeit genau ausgemessen.

Nach „On And On“ ist dann erst einmal Schluss. Wortlos verlassen die Musiker die Bühne. Es bedarf aber keiner großen Mühe, um die Zocker wieder zurück zu holen. Weiter geht es mit „Let Me Out“ vom aktuellen Album und „End Of The Line“ von „Rebirth“. Zum endgültigen Abschluss kommen nun noch „Same Old Song“ und „Shut Your Mouth“ zum Zuge. Den letzten Song singt Peter gemeinsam mit Rob Dukes von Exodus. Das Duett ist zwar ungewöhnlich, funktioniert aber prächtig.

Damit geht ein wunderbarer Gig zu Ende, der bestimmt seine Spuren bei den Fans hinterlassen hat. Es ist wirklich beeindruckend, welch gute Stimmung eine gute Band mit einem solchen minimalistischen Auftreten erzeugen kann. Ganz zum Abschluss gibt es noch ein kleines Drumsolo und jede Menge Zugabe-Rufe. Ein wirklich gelungener Höhepunkt für das Festival, möchte man meinen.

Doch dann kommen die Musiker tatsächlich noch mal zurück und zocken noch „Bye / Die“. Das beflügelt die Party noch einmal und besiegelt das Konzert dann endgültig.

Setlist:

  • 1. Crashed
  • 2. Walking On Glass
  • 3. I’m Going In
  • 4. Monkey Business
  • 5. Dirty Woman
  • 6. Zombie Slam
  • 7. Nailed To The Ground
  • 8. It’s Only Them
  • 9. Dancing With The Dead
  • 10. The Great Pretender
  • 11. On And On
  • 12. Let Me Out
  • 13. End Of The Line
  • 14. Same Old Song
  • 15. Shut Your Mouth
  • 16. Bye / Die

Das Queens Of Metal 2012 beweist, dass gute Festivals nicht immer große Festivals sein müssen. Sogar die Entscheidung, den Parkplatz vom Campingplatz zu trennen, macht nach dem Regenguss am Samstag Sinn. Die Veranstalter haben sich auch sehr um eine möglichst gute Versorgung der Besucher gekümmert. Wahrscheinlich gibt es fast kein anderes Festival, das die gleiche Bandbreite an verschiedenen Speisen anbietet.

Passiert ist, soweit bekannt, auch nichts und auch die Polizei, die sehr überpräsent vor Ort war, hat sich meist im Hintergrund gehalten. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Veranstaltung an genau diesem Veranstaltungsort eine Zukunft hat, weil diese Kombination einmalig ist. Queens Of Metal 2012, du rockst!

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