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Prong, Klogr im Konzert (Essen, März 2014)

Tourauftakt nach Maß

Tommy zeigt sich in bester Spiellaune

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Prong

100 Minuten Prong pur, nichts anderes, das volle Brett, virtuos bis rotzig, und das zum Tourstart. „Let the madness begin“ hatten sie noch vorige Tage noch auf ihrer Facebook-Seite gepostet, da konnte man allerdings noch nicht erahnen, wie sehr die Turock-Dämme denn heute tatsächlich brechen würden.

Prong zeigen sich in bester Spiellaune, und so mancher anwesende Gitarrist wird sich wohl gleich mehrere hundert Stunden freiwillig in den Proberaum zurückziehen, denn was Tommy einmal mehr wie „so nebenbei“ aus der Klampfe zaubert, ist aller Ehren und ein dreifaches Chapeau wert. Und weiterhin macht er so ganz nebenbei auf der Bühne auch so manchen Kilometer, nur einmal verpasst er seinen Einsatz am Mikrofon, als er nämlich am Kabel hängen bleibt und sich nicht mehr rechtzeitig befreien kann.

Pausen sind heute ebenfalls so gut wie Fehlanzeige, sogar die Gitarrenwechsel gehen geschwind, da muss Tommy nicht einmal die Axt selber stimmen. Er nimmt sich noch nicht einmal die Zeit, seinen Schnürsenkel zu schließen, der sich schon nach gut einem Drittel der Show löste. Die Setlist ähnelt stark der vom letzten Jahr in Münster, mit „Ruining Lives“ und „Turnout“ – wir veröffentlichen ein neues Album – what – ja ein neues Album – stellen sie zwei neue Tracks vor, die sich hervorragend ins Klassikfeuerwerk einreihen.

Bassist Jason bringt den punkigen Rotz mit, der die Show genau um die passende Prise Rohheit erweitert. Wenn er nicht gerade seinen Tieftöner malträtiert, dann hält er auch mal seinen Stinkefinger in die Kamera, rotzt mit Wasser über die Bühne oder muss sich bei „Rude Awakening“ von Tommy lächelnd dreinschauend fragen lassen, was das denn jetzt für eine Nummer ist.
Aber nix da mit bösem Blut, vielmehr 200 Prozent Vollgas, dazu passt auch der kleine Moshpit bei „Unconditional“ oder die Powerfaust bei „Lost And Found“. Die große Überraschung aber ist sicher „Third From The Sun“, richtig abgefeiert allerdings werden natürlich Songs wie „Whose Fist…“ oder „Snap Your Fingers…“.

„Wollt ihr wirklich noch mehr?“, will Tommy rhetorisch wissen, bevor es dann in die vier Songs lange Verlängerung geht, wobei sie hier erstmals die Reihenfolge entgegen der Setlist ändern. Da bleibt eigentlich nur zum Mosern übrig, dass nur noch ein Track zur Schapszahl fehlt. Na egal, der Frust kann dann am Merchstand wieder aufgefangen werden, wo die neue limitierte 7“, die erst nächsten Monat anlässlich des Record Store Day in den USA herauskommt, für happige zehn Schleifen ausliegt. Danke Essen, danke Prong, bei dieser Leistung lassen sich dann alle auf der nächsten Tour nochmals blicken.

Setlist:

For Dear Life
Beg To Differ
Irrelevant Thoughts
Unconditional
Eternal Heat
Lost And Found
Ruining Lives
Third From The Sun
Cut-Rate
Rude Awakening
Turnover
Revenge…Best Served Cold
Broken Peace
Another Worldly Device
Whose Fist Is This Anyway?
Snap Your Fingers Snap Your Neck
Power Of The Damager
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Close The Door
Carved Into Stone
Dark Signs
Prove You Wrong

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