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Praying Mantis, Jaded Heart, Evil Cinderella, Cryptic Lane im Konzert (Bochum, Oktober 2015)

Volle Hütte im Bochumer Rockpalast

Praying Mantis

Jetzt ist es soweit. Der Auftritt einer wahren Legende steht an. Praying Mantis gehören schließlich zu den Vertretern der New Wave Of British Heavy Metal und schrieben mit ihrem Debütalbum „Time Tells No Lies“ 1981 ein Stück Musikgeschichte. Anstatt weiter auf der Welle des Erfolgs zu schwimmen und in einem Atemzug mit Iron Maiden oder Saxon genannt zu werden, verschwanden die Hoffnungsträger des in voller Blüte erstrahlenden Genres von der Bildfläche und tauchten erst zehn Jahre später wieder auf. Die Gründe für den plötzlichen Tod der Gottesanbeterin waren unter anderen Querelen mit dem Management - auch heute ein verbreitetes Phänomen.

Da es 1991 bereits vorbei war mit der NWOBHM, konnte die bis auf die Bandgründer Chris und Tino Troy rundum erneuerte Besetzung nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen. Doch die Briten blieben stur und zogen ihr Ding beinhart durch. So kam der Sound auf den folgenden sieben Studioalben trotz stetiger Line-Up-Wechsel kaum vom ursprünglich eingeschlagenen Pfad ab. So bietet auch das aktuelle „Legacy“, veredelt von der Stimme John Cujipers, gefühlvollen Hard Rock mit den nötigen Verweisen in Richtung NWOBHM. Das Artwork der Platte prangt auch als Backdrop hinter der Band und macht auch im Großformat einiges her.

Dieses Comeback, immerhin die erste Platte seit dem 2009 erschienenen „Sanctuary“, gilt es nun in Bochum im Rahmen der ersten Tour mit dem noch recht frischen Sänger vorzustellen und gebührend zu feiern.
Passenderweise eröffnen die Veteranen ihr Set mit dem aktuellen Album-Opener „Fight For Your Honor“, der live nicht zuletzt dank der angerauten Stimme John Cuijpers mindestens genauso überzeugt wie auf Konserve und für nicht wenige das Highlight selbiger darstellt. Die vordersten Reihen singen begeistert mit und recken die Fäuste in die Luft. Diese Begeisterung steckt die Band an und sorgt für Dauergrinsen der Mitglieder. Die Spielfreude ist praktisch greifbar.

Damit ist die Aufwärmphase auch schon abgeschlossen und weitere schwungvolle Nummern folgen. Während „Panic In The Streets“ vom legendären Debütalbum „Time Tells No Lies“ erneut durch die Stimme Cuijpers und der präzisen Gitarrenarbeit von Tino Troy und Andy Burgess zu begeistern weiß, wird anschließend der Signature Track „Praying Mantis“ von „Hey Hey Heys“ der Fans begleitet.

Da die Band bereits mehrere Sänger in ihren Reihen hatte, ist es klar, dass man deren Interpretationen nicht unbedingt mit denen von Cujipers vergleichen kann. Dieser schafft es allerdings, den Songs einen eigenen charismatischen Stempel aufzudrücken. So gelingt ihm spielend der Wechsel von zart zu, wenn mal nötig, hart. Gerade im Mittelteil der Show stehen eher die ruhigen Momente ihrer Karriere auf dem Programm. Ein paar Zuhörer sind gelangweilt, doch ein großer Teil der 250 Besucher wippt zu Tracks wie dem hymnischen „Borderline“ oder der davor dargebotenen Power-Ballade „Highway“ mit. Auch bei diesen Songs fallen die punktgenau eingesetzten Backing Vocals der Saiten-Artisten auf, die den Braten um einiges fetter machen. Als mit „The Runner“ der vierte und letzte Song der „Legacy“ ertönt, ist klar, dass auch dieser die Bewährungsprobe bestanden hat. Weil er von einem rockigen Drive geprägt ist, holt er auch die zuvor von der zwar kuscheligen, aber mitsingkompatiblen Ballade „Dream on“-Gelangweilten zurück ins Geschehen. Die Nummer ist nicht mit den Gassenhauern von Aerosmith und Nazareth zu verwechseln und kommt  auch um einiges schmissiger daher. 

Danach ist wieder Action angesagt, denn nun gibt es nur noch ausschließlich klassischen Feel-Good-Rock zu beklatschen, der erneut vor allem durch die brillanten Gitarristen zu begeistern weiß. Die letzte Zugabe „Captured City“ ist absolut wörtlich zu nehmen. Denn heute hat die alt ehrwürdige Band auch in erneut veränderter Besetzung 60 Minuten lang bewiesen, dass sie es noch immer drauf hat. Und das in zwei Welten - die der zarten balladesken Töne und die der rockigen Mitsing-Hymnen. In dieser Form dürfen die Gottesanbeter gerne wieder kommen.

Setlist:

Fight For Your Honour
Panic In The Streets
Praying Mantis
Highway
Borderline
Better man
Believable
Dream On
Rise Up
The Runner
Turn The Tables
----------------------------
Children Of The Earth
Captured City

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