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Powerwolf, Gloryful, Erazor, Iron Kobra im Konzert (Turock, Oktober 2011)

„Nachtfrequenz 11“ – Untote bringen Leben in die Bude

Erazor

Nun ja, so ganz passen Erazor nicht ins Billing des Abends, denn die angebotene schwarzmetallische Kost in Kombination mit reichlich Thrash Metal dürfte so manchen Power-Metal-Banger vor den Kopf stoßen. Trotzdem gehen die Dinslakener hochmotiviert auf die Bühne und säbeln nach dem Intro mit dem brutalen „Anguish And Agony“ gleich mehrere Kerben an Fragezeichen in die Zuschauermenge – schnell wird deutlich, dass sich viele der Anwesenden nicht wirklich für den Sound der Black-Thrasher begeistern können, auch wenn diese sich schon im Turock wie zu Hause fühlen.

Die Menge steht recht humorlos herum, sodass natürlich der schwarze Humor Marke „Bei uns gibt es keine Vampire“ eher auf Unverständnis trifft als auf jubelnde Ekstase – trotzdem, Erazor sind trotz ihrer jungen Jahre ein dynamischer Fingerzeig über das Potential im Ruhrgebiet. Dass sie sich diesem Areal verbunden fühlen, machen sie nicht nur mit der Ansage „Wir sind Kinder des Ruhrgebiets“ deutlich, sondern hauen mit „Coalmine Disaster“ eine kleine rasende Perle heraus – schwarzmetallische Verbundenheit aus dem ehemals schwarzen Ruhrpott, eine Reinkarnation von Erz, Stahl und „auf die Fresse“ – und endlich sind auch einige Fans mit schönen Headbangbemühungen in dem dicht gefüllten Publikum zu finden, erste Pommesgabeln werfen ihre Schatten in den roten Strahlern, und das kurze „Danke“ vom Frontmann Black Demon hört sich mehr nach Venom an als Venom selbst.

Auch wenn Erazor selbst eher nur übersichtliche Fanreaktionen bekommen, so können sie sich wenigstens auf ihre Freunde verlassen: Da stimmen einige Fans kleine „Erazor“-Sprechchöre ein, und die Kobras stehen am Bühnenrand und schrauben sich amtlich den Skalp von den Schultern. „Are you ready for boarding?“, röchelt Black Demon, und nur wenige Sekunden später rast in bandeigener Manier das Running Wild-Coverstück „Black Demon“ ins Oberstübchen – der Applaus und die Messlatte der Pommesgabel bleiben allerdings übersichtlich. Nichtsdestotrotz werden Erazor ihren Weg machen, nur an diesem Abend treffen sie auf das falsche Publikum – daran können sie aber nur wachsen.

Setlist:

Intro
Anguish And Agony
Agenda Of Aggression
Coalmine Disaster
Thrashing Legions
Demise Of The Unhollowed
Black Demon (Running Wild-cover)

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