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Power Of Metal 2011 (Hamburg)

Ein großartiger Abend, aus dem erwartungsgemäß Psychotic Waltz als Sieger hervorgehen

Psychotic Waltz

Nach einer erneut erfreulich raschen Umbauphase (bei Festivaltourneen klappt es irgendwie stets besser mit dem Einhalten der Zeit) kommt der für viele Anwesende heimliche Headliner auf die Bühne: Psychotic Waltz wieder vereint – so manch einer muss sich da jetzt und heute noch die Augen reiben, um es wirklich zu glauben, und der Jubel ist entsprechend, als die Jungs nacheinander die Bretter betreten.

Viele Fans sehen die Band heute abend zum ersten Mal, immerhin ist es ja auch schon 14 Jahre her, dass die Amerikaner sich auflösten und ihre Anhängerschaft mit ihrer in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Musik live verwöhnten. Der mit coolen Schlaghosen bekleidete Frontmann Devon Graves (Buddy Lackey will er schon lange nicht mehr heißen und betont ausdrücklich, dass dieses Alter Ego genauso gestorben ist, wie Psychotic Waltz wiederauferstanden sind) meint gar, dass manche, die heute voller Aufregung der Performance entgegenfiebern, damals teilweise fast noch in den Windeln gelegen hätten. Zweifellos haben Waltz mit dieser Reunion-Tour die große Chance, weitere Fans hinzuzugewinnen, doch egal, ob jung oder alt: alle feiern die Band gnadenlos ab, die Stimmung ist mit der dritten Kapelle auf dem absoluten Höhepunkt angelangt, auch Symphony X und Nevermore werden dies nicht mehr toppen können, so viel sei an dieser Stelle schon verraten.

Packend, emotional, berührend, fantastisch – die Superlative reichen nicht aus, um den Auftritt zu beschreiben, gerade, wenn man diese Truppe zum ersten Mal live erlebt. Allein schon Dan Rock und Brian McAlpin bei ihren atemberaubenden Gitarrensoli beziehungsweise -duellen bei Klassikern wie „Spiral Tower“, „Halo Of Thorns“ oder dem göttlichen „Into The Everflow“ zuzusehen und eben nicht nur zu hören, ist ein absoluter Hochgenuss. Dass der mit schrägen Verrenkungen und Zuckungen über die Bühne stolzierende Devon bei den ganz hohen Tönen leichte Schwierigkeiten hat und hin und wieder kiekst, interessiert keine Sau, dafür liegt schlichtweg zuviel Magie in der Luft.

Nett ist dann auch noch gegen Ende des Gigs, dass der Sänger ein kleines Ratespiel veranstaltet, welcher Song denn als nächstes kommen würde. Bei jedem Titel, der genannt wird, gibt er mit einem Grinsen im Gesicht „No“ als Antwort – und bevor tatsächlich irgendjemand das richtige Stück herausbrüllt, kündigt er „Nothing“ als letzte Nummer an (wir erinnern uns: Der letzte Track vom überirdischen Debüt „A Social Grace“, wo am Ende ein Dialogschnipsel aus „This Is Spinal Tap“ zu hören ist). Danach wird allerdings erwartungsgemäß vehement nach Zugaben gebrüllt und mit dem geil rockenden „I Of The Storm“ (hach, was für ein Wahnsinns-Riff!) schiebt man noch einen weiteren genialen Song des Debüts nach. Devon erklärt noch, man sei anschließend für die Fans am Merchandise-Stand zum Plaudern und Fragen-beantworten da, nennt alle Mitglieder noch einmal beim Namen und betont dann besonders deutlich: „And we are Psychotic Waltz!“

Selbstredend war es toll, aber eben leider viel zu kurz. Komisch auch, dass „I Remember“ nicht auf dem Plan stand, den Song hat Devon schließlich auch mit Deadsoul Tribe oft live gespielt und viele vermissten sicherlich ein amtliches Querflötensolo. Aber es soll nicht der Eindruck entstehen, dass hier nach Haaren in der Suppe gesucht würde. Wohl jeder Konzertbesucher ist dankbar dafür, dass diese Band überhaupt wieder am Start ist und ganz besonderer Respekt gilt Brian McAlpin; Touren ist eh schon anstrengend, doch für jemanden, der im Rollstuhl sitzen muss, dürften die Strapazen mindestens dreimal so heftig sein. Trotzdem wäre eine Headliner-Tour, sobald die angekündigte neue Scheibe draußen ist, natürlich ein Traum, aber warten wir’s ab...

Setlist:

Intro (Sleeping Dogs)
Ashes
Spiral Tower
Haze One
Into The Everflow
Morbid
Halo Of Thorns
Nothing
I Of The Storm

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