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Possessed, Graveyard Ghoul, Reckless Manslaughter im Konzert (Oberhausen, Juli 2014)

Possessed in der Helvete - schon vom Namen her ein Klassiker

Höllische Possessed in der besessenen Helvete

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Possessed

Wie angesagt sind Possessed gerade wirklich, und vor allem: Wie gut sind sie in der neuen Besetzung? Gut 150 Fans wollen sich heute Abend in der Oberhausener Helvete davon überzeugen: die einen voller Erwartung mit dem befriedigten Wissen, dass da nichts schief gehen kann, die anderen schon mit gewissen Vorinformationen wie „auf dem und dem Festival pumpte Jeff Becerra aber schon ordentlich“ usw. Ein paar können sich sogar noch an die damalige Tour 1986 mit Voivod und Deathrow erinnern. Die Wahrheit mag wie immer irgendwo in der Mitte liegen, an diesem Donnerstag aber präsentiert sich der Headliner ordentlich bei gefühlter 100% Luftfeuchtigkeit. Leider ist der Sound nur suboptimal, was sicherlich daran liegt, dass sie einen eigenen Soundmann mitgebracht haben, der die Eigenarten der helveteschen Technik nicht wirklich blickt.

Schnell noch ein paar Worte zum Line-Up, denn neben Ur-Mitglied Jeff als Frontmann, der ja seit der Schussverletzung vor langer, langer Zeit im Rollstuhl sitzt und sich ausschließlich auf den Gesang konzentriert – und da mit seinem markanten Organ nach wie vor überzeugen kann –, ist nun seit 2012 auch Bassist Robert Cardenas (Masters Of Metal, Agent Steel usw.) mit an Bord. Die Äxte werden von Daniel Gonzalez und Mike Pardi geführt, hinter den Kesseln sitzt kein geringerer als Nicholas Barker (unzählige Stationen wie z.B. Dimmu Borgir, Cradle Of Filth, Catalepsy, Twilight Of The Gods) – eine illustre Truppe, die durchaus den Spirit der Possessed-Songs transportieren kann.

Die Setlist stellt natürlich keine große Überraschung dar und ist mit den ganzen Klassikern aus den Achtzigern gespickt. Und doch ragen einige Songs aus dem besessen Reigen heraus; schon komisch, wenn gestandene Metaller bereits beim Intro zu „The Heretic“ sich ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischen müssen – ach, was heißt Tränchen, natürlich ist es der Schweiß, denn der Sauerstoffaustausch vor der Bühne funktioniert schon lange nicht mehr, die Fans müssen zwangsläufig von irgendeiner diabolischen Kraft angetrieben werden. Kleine Moshpits, die Powerfaust zu „Twisted Minds“ und natürlich immer wieder die pure Masse an Pommesgabeln gehören auch heute zum Fanstandardrepertoire. Ärgerlich ist allerdings, dass die Crowdsurferin im letzten Drittel der Show gleich eine „Verlängerung“ gewinnt und direkt bis zum Boden durchsegelt – da hat die dicht gedrängte Fanschar einfach ihre Aufgabe nicht erledigt. Gute Besserung seitens der The-Pit.de-Redaktion.

Wenige Ansagen, viele kurze Pausen, in Jeff einen mehr als geduldigen Frontmann, der natürlich erst in den Keller getragen und dann auch auf die Bühne gehievt werden muss, der unmittelbar vor dem Konzert schon auf der Bühne noch diverse Booklets zum Unterzeichnen hingehalten bekommt, ein Jeff, der erst einmal unmittelbar vor Start einmal die ganze Bühnenbreite abrollt und die Fans der ersten Reihe per Handschlag begrüßt – da freut sich aber einer, nach mehr als zwanzig Jahren wieder auf den deutschen Bühnen hier im Pott zu sein.

Noch mehr Geduld muss Jeff aber nach der Show aufbringen, denn viele wollen natürlich noch ein Erinnerungsfoto mit oder von ihm haben, und nicht selten wird in bierseliger Laune die persönliche Distanz einfach nicht gewahrt. Wie selbstverständlich wird Jeff unter schwitzigen Armen begraben, muss weitere gefühlte hunderte Booklets unterschreiben und nimmt sich auf dem Weg zum Tourbus dann sogar noch die Zeit, spontan ein Kurzinterview mit The-Pit.de zu führen. Freuen dürfen sich Fans dann schon auf einige Überraschungen in 2015 und mit „The Crimson Spike“ gab es ja heute schon den ersten blasphemischen Einblick in die zukünftigen Possessed.

Setlist:

Intro
Pentagram
Beyond The Gates
The Eyes Of Horror
Evil Warriors
Tribulation
Séance
Intro
The Heretic
Twisted Minds
My Belief
Storm In My Head
Swing Of The Axe
The Crimson Spike
Intro
The Exorcist
Satan’s Curse
Confessions
Death Metal

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann