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Perkele & The Young Ones im Konzert (Leipzig, Dezember 2018)

Wenn die Könige des Standfußballs den Saal aufmischen

Kaum Ansagen, keine Bewgung auf der Bühne und trotzdem bringen Perkele den Saal zum Kochen

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Die Umbaupause gestaltet sich nun etwas unerwartet, hier bauen die Musiker tatsächlich noch selber auf und absolvieren zugleich noch ihren Soundcheck. Als dann das erste Lied gemeinsam eingespielt wird, gibt es die ersten verwunderten Blicke, so richtig ist man sich nicht im Klaren, ob dies noch ein Test ist oder schon scharf geschossen wird. Schließlich geht es doch wieder hinab von der Bühne, was direkt mit frotzelnden Zugabe-Rufen bedacht wird. Gitarrist Ron gibt daraufhin ein „Danke, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder“ von sich und erntet damit amüsierte Gesichter. Und um es gleich vorweg zu nehmen, dies ist zugleich die längste Ansage der Schweden.

Während die Zuschauer also grinsend verharren, schwört sich der Oi!-Punk-Dreier am Bühnenrand nochmals ein, um mit „A Way Out“ schließlich direkt in die Gehörgänge der Anwesenden hinein zu preschen. Dies natürlich nur im musikalischen Bereich, denn die Performance  von Perkele bleibt gewohnt sparsam. Fast möchte meinen, sie bewegen sich diesen einen Schritt vom Mikro nur weg, um eingeschlafene Füße oder eine mögliche Thrombose zu vermeiden. Wahrscheinlich hat man allerdings nur davor Angst, der Meute weiter Zucker zu geben, denn was hier von der ersten Sekunde für eine Sause gefeiert wird, ist wirklich sensationell. Kein Bein was ruhig am Boden verharrt, es wird gepogt, geschunkelt, gewippt und vor allem jeder Song aus voller Kehle mitgegrölt. Wirklich wundern tut letzteres natürlich auch nicht, immerhin bieten Perkele quasi ein Best-Of-Programm an und Song wie „Visitors“ oder „Working Class“ sind eben hinlänglich bekannt.

Mit „One Day“ bietet man schließlich einen ersten Ausblick auf das neue Album "Leaders Of Tomorrow“, welches im Januar erscheint. Am Vortag hatten die Schweden diesen Song bereits online gestellt und man möchte meinen, dass der Großteil der Zuschauer irgendwie schon mal reingehört hat, zumindest gelingt der Erstversuch am Publikum exzellent. Vielleicht klappt aber auch alles nur so gut, weil man diesen Titel als einen klassischen Perkele-Titel einstufen würde, auf jeden Fall steigt die Vorfreude auf die neue Scheibe nun umso mehr an.

„Moments“ lässt die Zuschauer weiter auf dem Pfad der Glückseligkeit wandeln und die Stimmung noch mehr aufkochen. Und Titel wie „Cowards“ und „No Shame“, welches mit ein paar Einsprengseln von „Breaking The Law“ aufgepimpt wird, tun ihr Übriges dazu, dass die gute Laune nicht abreißt. Für dieses Thema ist schließlich „Forever“ vorgesehen, natürlich nicht der Song an sich, der wird phänomenal abgefeiert, allerdings markiert der Titel eben das Ende des Konzerts. Mit Blick auf die Uhr möchte man gleich noch den Zusatz „das etwas frühe Ende“ anbringen, immerhin ist eine Stunde Spielzeit nun wirklich nicht als üppig zu beschreiben.

Zum Glück gibt es aber noch die Zuschauer, die nun die Schweden gnadenlos zurück auf die Bühne brüllen. Mit „Hang Em High” und „Heart Full Of Pride” legt man schließlich noch zwei Titel drauf, dabei wird „Heart Full Of Pride“ natürlich ausgiebig zelebriert und Drummer John legt gar noch ein Drum-Solo obendrauf. Das war es dann allerdings endgültig, mehr als das Schütteln von ein paar Hände ist nicht mehr drin. Etwas schade, aber ansonsten kann man am heutigen Abend wirklich nichts bemängeln.


Setlist:

A Way Out
Visitors
Paradise
What Have I Done
Psychopath
One Day
My Home
Working Class
Moments
Me
He Loves Violence
When You're Dead
Cowards
No Shame
Forever

Hang Em High
Heart Full Of Pride

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