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Parkway Drive, Killswitch Engage & Thy Art Is Murder im Konzert (Leipzig, Januar 2019)

Wer soll diesen Abend noch toppen?

Parkway Drive

Auch die letzte Umbaupause geht zügig vonstatten und schon gleicht die Halle einer Box-Arena – zumindest bekommt man dieses Gefühl, als Parkway Drive mit Fackelträgern quer durch die Arena einziehen. Dies mag vielleicht mancher für überzogen halten, eine erhabene und knisternde Stimmung schafft es trotzdem.

„Wishing Wells“ lässt die Spannung mit seinen düster klingenden Anfangstönen gar noch steigen, um sich dann urplötzlich in geballte Energie zu verwandeln, welche sofort die ganze Halle zur kompletten Eskalation bringt. Von hier an gibt es kein Halten mehr, Crowdsurfer machen sich auf den Weg, headbangen und mitschreien erscheint als das normalste Ding der Welt, um schließlich zu „Prey“ zu erkennen, dass klatschen und mitspringen natürlich ebenfalls Pflicht sind. Frontmann Winston McCall steht die Freude über dieses exzessive Treiben ins Gesicht geschrieben und fordert gleich mal mit diebischem Grinsen die nächste Fuhre Crowdsurfern gen Bühne. Der Security dürfte angesichts der einströmenden Menschenflut zu „Carrion“ etwas das Lachen vergehen, der Rest der Halle ist aber schon nach dieser kurzen Zeit völlig am überkochen und sollte auch nur eine ruhige Sekunde sein, nutzt man diese für Parkway Drive-Rufe. Insofern können die Australier nun mal einen Circle-Pit einberufen und bieten mit „Karma“ die musikalische Umrahmung. Da Größe und Intensität wohl noch nicht ganz standesgemäß zu sein scheinen, wird der erste Anlauf gleich wieder abgebrochen und McCall treibt die Zuschauer in den zweiten, deutlich erfolgreicheren Versuch.

Ganz nebenbei darf nun auch angemerkt sein, dass Parkway Drive in puncto Show ordentlich was vorzuweisen haben. Ob die ausgefeilte Lichtshow, die die Songs so passend untermalt, oder eingestreute Pyroelemente und der Einsatz von Hubbühnen – hier wird tatsächlich auch das Auge mitbedient. Mit „Idols And Anchors“ schafft das Metalcore-Geschwader schließlich einen Moment, den man schon als episch beschreiben möchte, wobei es eigentlich die Fans sind, die mit ihren Gesängen einem förmlich die Gänsehaut sprießen lassen.

Getoppt wird dies wohl nur noch von „Writings On The Wall“, beim dem die Australier sich nicht lumpen lassen und ein Streicher-Quartett mit an Bord nehmen. Ehrlichen Respekt dafür, dass hier keine Samples eingespielt werden und man für gerade mal zwei Titel diesen Aufwand betreibt. Für Klang und Bühnenbild (natürlich erscheinen die Streicherinnen in einem Extra-Spotlicht) bringt dies natürlich noch ein paar zusätzliche Punkte ein, selbst wenn man eigentlich dachte, dass der Level schon bis oben ausgereizt sei.

Zu „Wild Eyes“ und „Chronos“ gibt es wieder eine pure Energieentladung und die Halle kann sich erneut dem totalen Abriss hingeben. Kaum sind die letzten Klänge von „Chronos“ verklungen, erhebt sich McCall samt Cellistin schon mitten im Saal. Intensiv, rau und eindringlich schiebt sich „The Colour Of Leaving“ zum Abschluss in die Menge und legt einen perfekten Schlusspunkt hin, bei dem man tatsächlich das Gefühl hat, hier würden alle die Luft anhalten. Irgendwann setzt jedoch die Atmung wieder ein und schon schnellen die Zugabe-Rufe durch den Saal. McCall scheint zumindest ebenfalls gut bei Luft zu sein, immerhin steht er nur kurze Zeit später wieder an der Seite seiner Kollegen, zündet einen Molotow-Cocktail und steckt damit die Bühne in Brand. Viel mehr an Feuer und Pyro geht tatsächlich nicht mehr, so setzt man mit „Crushed“ einen weiteren Höhepunkt, der nun leider von „Buh“-Rufen abgelöst wird. Verursacher war nicht etwa der Dank an die Support-Bands, die Ankündigung des letzten Titels stößt auf größeren Missmut. „Bottom Feeder“ hat die Funktion des Rausschmeißers und der geht richtig heftig ins Gebälk; ein letztes Mal wird bis zum Anschlag abgefeiert, gesprungen und geklatscht bis der Vorhang endgültig fällt.

Fazit des Abends: Drei mega-gut aufgelegte Band, pralle Energie, Gänsehautmomente, eine unübertreffliche Stimmung und eine Show, die man so nur selten sieht. Am Ende bleibt nur eine Frage offen: Wer soll dies eigentlich noch übertreffen?

Setlist:

Wishing Wells
Prey
Carrion
Vice Grip
Karma
Cemetery Bloom
The Void
Idols And Anchors
Dedicated
Absolute Power
Writings On The Wall
Shadow Boxing
Wild Eyes
Chronos
The Colour Of Leaving

Crushed
Bottom Feeder

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