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Paradise Lost, Ghost im Konzert (Bochum, März 2011)

Ein Kontrastreicher Abend mit Weihrauch und "Dranconian Times"

Ghost ziehen mit "Okult" und "Ritual" in ihren Bann, auch wenn die meisten Fans abgeneigt zu sein scheinen

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Am heutigen Abend sollte das ursprünglich einzige Konzert von Paradise Lost in Deutschland stattfinden. Die gemütliche Bochumer Zeche wurde auserkoren, den Fans ein wohliges Plätzchen für ein besonderes Konzert zu bieten. Schnell war der einzige Gig von Paradise Lost ausverkauft und viele Fans haben einen weiten Weg in Kauf genommen, um zu der Musik der Briten zu rocken oder auch einfach nur zu träumen.

An diesem Abend stellte sich für die meisten Besucher des Konzertes heraus, dass dies doch nicht der einzige Gig der Band in Deutschland ist. Einen Tag zuvor machten Paradise Lost in Köln halt und fügten völlig spontan einen Auftritt ein. Der Grund dafür ist weniger schön, denn eigentlich sollte an diesem Tag ein Gig in Frankreich stattfinden, jedoch ist die Location kurz zuvor abgebrannt, weswegen der Auftritt nicht stattfinden konnte.

Ghost

Die Zeche füllt sich schnell und als Erstes werden die Stufen besetzt, die sich zu der kleinen Empore schlängeln und so manchem Fan ein nettes Plätzchen verschafft. Von dort aus hat man einen einwandfreien Blick auf die Bühne. Dafür bleibt ihnen jedoch, zumindest für die erste Zeit der Geruch fern, der den folgenden Auftritt zu einem ganz besonderen Erlebnis macht.

Unter zeremonieähnlichen Orgel-Klängen steigt den Besuchern in den vorderen Reihen zunächst der Geruch von Weihrauch in die Nase. Kurz darauf folgen die Gitarristen, die in schwarze Gewänder gehüllt sind. Von ihren Gesichtern sieht man gar nichts. Die Musiker von Ghost tragen spitze, lange Kapuzen, die an den Ku-Klux-Klan erinnern und auf ihren Gesichtern befinden sich schwarze Masken.  Der gesamte Auftritt der Schweden ist äußerst provokant, bevor er überhaupt angefangen hat.

Dann schreitet ein Priester auf die Bühne und „Con Clavi Con Dio“ beginnt schwer und beinahe hypnotisch auf den Körper zu drücken, sofern man sich auf die Musik von Ghost einlässt. Zugegeben, der doominge Black Metal kommt bei den Paradise Lost Fans nicht so richtig gut an und eigentlich sind Ghost auch keine sonderlich passende Vorband für die eher alltagstauglichen Paradise Lost. Wer sich jedoch auf die Priester-Maske einlässt, die ohne jegliche Regung von Gesicht oder Mund ein Weihrauchgefäß pendelt, wir schnell in den Bann der Band gezogen, in denen mehr als nur einmal Luzifer besungen wird.

Musikalisch liefern Ghost eine exzellente Leistung ab. Jedes Instrument ist hervorragend heraus zu hören und mit ihrem disziplinierten Auftritt wirkt das 30-minütige Set wie ein Theaterstück, von dem man den Blick nicht abwenden möchte - und das, obwohl auf der Bühne an sich nicht viel passiert. Der Sänger bewegt sich langsam und bedächtig. Sämtliche Kreuze auf seiner Bischofsmütze und dem Gewand sind verkehrt herum aufgenäht und während die Töne des Keyboards für orgelähnliche Klänge sorgen, dringt die nicht unbedingt schöne, aber dafür außergewöhnliche Stimme tief in das Körperinnere.

Die Lieder sind allesamt dem 2010er Debütalbum „Opus Eponymous“ entnommen. Während „Stand By Him“ schon beinahe fröhlich klingt, können sich „Prime Mover“ und „Ritual“ besonders gut im Gedächtnis festsetzten. Leider erkennen die meisten Fans von Paradise Lost nicht das enorme Potential der Schweden und einige sind sogar so unfreundlich, dass sie zwischen den Songs von hinten „Go away“ rufen.  Während „Genesis“ fast fröhlich beginnt und dann mit heftigen Bässen wieder zur Besinnung aufruft, neigt sich der Gig allmählich dem Ende zu. Bei dem letzten Titel des Abends „Ritual“ zückt der Sänger einen Kelch mit Wein und Hostien, die er in das Publikum wirft. Es ist ein starker Auftritt, der zu begeistern weiß, nur an diesem Abend leider dem falschen Klientel vorgestellt wurde.

Setlist:

  1. Deus Culpa (Intro)
  2. Con Cavi Con Dio
  3. Elizabeth
  4. Death Knell
  5. Satan Prayer
  6. Stand By Him
  7. Prime Mover
  8. Genesis
  9. Ritual
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