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Pain Of Salvation und Port Noir im Konzert (Hamburg, März 2017)

Furioser Deutschlandauftakt der aktuellen Tour

Wahnsinn, fast sechs Jahre ist der Release des zweiten „Road Salt“-Albums von Pain Of Salvation schon wieder her – dafür aber haben die Schweden ihre Anhängerschaft mit gleich zwei Outputs in den letzten Monaten verwöhnt. Die „Remedy Lane Re:visited“ muss jeder Supporter der Band vor allem wegen des grandiosen Livealbums haben, noch interessanter ist zweifellos aber der Release des neuen Werkes „In The Passing Light Of Day“ im Januar, auf dem Daniel Gildenlöw seine schwere Erkrankung, die ihn im Jahr 2014 heimsuchte, verarbeitet. Brutal ehrlich und schonungslos offen war er ja schon immer in seinen Texten und die Musik trotz aller Komplexität stets sehr emotional – mit dem schwer zugänglichen neunten Studioalbum wird diese Symbiose noch mal auf ein neues Level gehievt. Wie sich die Liveumsetzung der neuen Songs gestalten sollte, ist eine spannende Frage, der wir am 30. März (dem bis dato schönsten und wärmsten Tag dieses Jahres) in der Hamburger Markthalle nachgegangen sind, dem ersten Deutschlandkonzert der Band auf ihrer diesjährigen Tour.

Port Noir

Ebenfalls aus Schweden angereist sind Port Noir, ein Trio, das im letzten Jahr seinen Zweitling „Any Way The Wind Carries“ veröffentlichte. Zumindest Frontmann Love Andersson sieht mit der perfekt sitzenden Frisur und dem sauber zugeknöpften Hemd zwar ein bisschen aus wie ein H&M-Model und weniger wie ein Mucker mit Metal-Background, aber sie spielen eine sehr gefällige, melancholisch-dunkle Mischung aus rockigen und metallischen Elementen mit Prog-Schlagseite – Tool kommen einem in den Sinn, sicherlich auch Katatonia und bei dem leidenden, emotionalen Gesang Anderssons muss man außerdem an Leprous denken, wenngleich diese verspielter agieren und mit komplexeren Gesangsarrangements aufwarten.

Dennoch sind es gerade die Gesangsarrangements, die besonders auffallen und in den Bann ziehen, denn häufig schaltet sich auch Gitarrist Andreas Hollstrand ein und übernimmt jede Menge Harmonien und Backing Vocals. Diese Zweistimmigkeit ist ein absoluter Genuss für die Ohren, denn jeder Ton sitzt makellos. Überhaupt ist der Sound von Anfang an fantastisch, von solcher Gourmet-Akustik wird man in der Markthalle definitiv nicht immer verwöhnt. Zunächst konzentrieren sich die drei Musiker auf ihr Set und spielen die ersten Stücke ohne Ansagen durch, wobei es ganz zu Beginn des Konzerts noch erschreckend leer im Saal aussieht. Erfreulicherweise scheint das Interesse jedoch schnell zu wachsen, denn als man sich nach zwei, drei Stücken mal umsieht, ist es schon deutlich voller geworden.

Nach vielleicht der Hälfte der dreiviertelstündigen Spielzeit wendet sich Love Andersson dann schließlich auch ans Publikum und bedankt sich für die Reaktionen, die tatsächlich sehr anerkennend ausfallen. Natürlich weist er dabei auch auf den Merchstand hin, an dem man u.a. die aktuelle Scheibe erwerben kann, und als er den letzten Song ankündigt und aus dem Publikum ein vielfaches „Oooohhh“ zu hören ist, grinst er nur schelmisch und meint, nun gäbe es ja erst recht einen Grund, die CD zu kaufen, um mehr Songs kennenlernen zu können.

Dann aber wird er wieder ernst, widmet er den letzten Song „Black From The Ink“ doch dem vor einen Monat verstorbenen Bassisten der Truppe, denn dieser sei dessen Lieblingstrack gewesen. Tatsächlich liest man im Internet überall von zwei Gitarristen, doch Andersson spielt Bass, hat sich also in recht kurzer Zeit wohl ganz schön was drauf geschafft – Respekt dafür. Leider kommen die Keyboards alle vom Band und sicherlich auch noch ein paar Gitarrenparts, aber geschenkt. Ein toller Auftritt war es allemal und mit Sicherheit werden viele der heute Anwesenden diese Band im Auge behalten und sich näher damit befassen.

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