Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Pain Of Salvation & Kingcrow im Konzert (Hamburg, September 2018)

Erneut eine eindrucksvolle Bewerbung um den Titel „Konzert des Jahres“

So pathetisch es auch klingen mag, aber in Zeiten, in denen man sich angesichts zunehmender rechter Gewalt und Einflussnahme wirklich Sorgen um die (politische) Zukunft dieses Landes machen muss, gibt es doch keine bessere Ablenkung als ein Konzert mit unser aller Lieblingsmusik zu besuchen.

Pain Of Salvations Frontmann Daniel Gildenlöw war zwar auch schon immer ein kritischer Geist und die Schweden fabrizierten noch nie leichte Kost (gerade das letzte Album „In The Passing Light Of Day“ lag schwer im Magen), doch soll einen das auch bei dieser Band nicht vom Feiern abhalten. Die Jungs waren bereits im März 2017 auf Tour und dabei auch in Hamburg, doch entschieden sie sich für eine weitere Rundreise im Rahmen dieser Veröffentlichung, wobei es im Line-up mittlerweile einen entscheidenden Wechsel gegeben hat. Denn für Zweitgitarrist Ragnar Zolberg ist nun wieder dessen Vorgänger Johan Hallgren am Start – doch dazu später mehr. Zunächst steht erst einmal der Support von

Kingcrow

an. Gibt es weitere Leute, die bei dem Namen sofort an „Game Of Thrones“, insbesondere die Nachtwache und Jon Snow, denken müssen? Vom Free Folk werden die Mitglieder dieser Institution ja abschätzig als „Crows“ bezeichnet und Jon Snow als deren zwischenzeitlicher Anführer könnte man also ihren König nennen. Egal…

Der Saal ist schon recht ansehnlich gefüllt, dafür, dass hier „nur“ eine Vorband auftritt, aber, was die meisten vielleicht gar nicht wissen, die italienische Combo ist auch schon seit rund 20 Jahren im Geschäft und hat erst vor wenigen Tagen ihr bereits siebtes Studioalbum „The Persistence“ veröffentlicht. Den Durchbruch haben sie augenscheinlich aber nicht so recht geschafft, dabei tönt das Material der Römer äußerst ansprechend. Dass diese Jungs wissen, wie man ambitionierten Progressive Metal und Eingängigkeit unter einen Hut bekommt, beweisen Songs wie der Titeltrack des neuen Albums oder das grandios hymnenhafte „At The Same Pace“ mit seiner hypnotischen Gitarrenmelodie.

Klar beeinflusst von den Größen des Prog Rock und -Metal, sorgen eine melancholische Grundatmosphäre für die nötige Tiefe und ein paar dezente elektronische Einschübe für einen leicht modernen Touch (obwohl im Line-up offiziell ein Keyboarder aufgeführt wird, kommen diese Sequenzen offenbar heute aber vom Band), während darüber die elegische Stimme von Frontmann Diego Marchesi schwebt, der auch mit höheren Lagen keine großen Schwierigkeiten hat und immer wieder von tollen Harmoniegesängen seiner Mitmusiker unterstützt wird. Sehr stark sowohl von den musikalischen Fähigkeiten als auch vom Songwriting und man fragt sich, wieso diese Band nach so vielen Jahren der Existenz noch solch ein Underground-Dasein fristet.

Mit charmantem italienischen Akzent führt Marchesi durch die Show, beschränkt sich allerdings bei den Ansagen auf die Ankündigung des nächsten Titels und wirkt ein wenig schüchtern, bewegt sich dafür aber mit sichtbarer Leidenschaft über die Bühne und bedankt sich stets aufs Neue artig beim Publikum für den mehr als anerkennenden Beifall, der am Ende, als die Italiener mit dem sich stetig steigernden dramatischen Epos „If Only“ einen kurzweiligen Auftritt nach einer Dreiviertelstunde beschließen, sogar in vereinzelten Zugabe-Rufen mündet. Geile Band, die deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient!   

Setlist:

Right Before
At The Same Pace
The Moth
Night’s Descending
Father
The Persistence
If Only

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Erneut eine eindrucksvolle Bewerbung um den Titel „Konzert des Jahres“

Vom pinkfarbenen Cover hin zum Boxen

Das Wandern ist des Metallers Lust

Refuge, Teutonic Slaughter und Kadaverficker beim Saunafest

Sag zum Abschied mal so richtig laut Servus

Vor Freunden spielen ist doch auch ganz nett...