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Pain Of Salvation, Beardfish im Konzert (Hamburg, Oktober 2010)

Tolle Stimmung trotz überschaubaren Publikumandrangs und eine inspirierte Performance zwei toller Bands

Multi-Tasking: Rikard Sjöblom von Beardfish sang, spielte Keyboard und Gitarre

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Das wurde ja auch Zeit – nach längerer Abwesenheit lassen sich Pain Of Salvation endlich einmal wieder in der Freien und Hansestadt Hamburg blicken. Mit im Gepäck haben die Schweden ihr neuestes Album „Road Salt One“, das mal wieder völlig anders ist als alles, was die Band bislang veröffentlichte. Vor diesem erneuten radikalen Schnitt muss man auf jeden Fall Respekt haben, ob einem das nun gefällt oder nicht, und zumindest verspricht jenes neue, „irgendwie andere“ Material, vermengt mit den alten Sachen, einen bunt gemischten, abwechslungsreichen Abend.

Beardfish

An selbigem partizipieren auch Beardfish, Landsleute der Mannen um Visionär Daniel Gildenlöw, eine Combo, die hierzulande noch nicht allzu bekannt sein dürfte, obwohl auch sie immerhin schon ganze fünf Alben am Start hat; das letzte, „Destined Solitaire“ betitelt, erschien im vergangenen Jahr. Das Quartett ist mit seinem Hammond-Orgel-lastigen Sound noch mehr Seventies-Prog-Rock als der Mainact und ein Quell von geradezu übersprühender Kreativität, zu dem sich handwerkliches Können und eine gute Portion Zappa-esker Humor hinzugesellen. Den Verfasser dieser Zeilen begeisterte insbesondere das meisterliche Album „Sleeping In Traffic Part 2“ mit seinem fast 36-minütigen Titelsong.

Leider ist es dem heute anwesenden The-Pit.de-Duo bestehend aus Toni und David leider nicht vergönnt, den gesamten Auftritt dieser tollen Band in voller Gänze zu genießen, da das für 18:30 Uhr angesetzte Interview mit Herrn Gildenlöw immer weiter nach hinten verschoben wird und letzten Endes erst um 19:50 Uhr beginnt, sodass wir fast eine halbe Stunde von Beardfish verpassen und lediglich die letzten zwanzig Minuten mitbekommen. Als wir vom Tourmanager zum Interview abkommandiert werden, ist es in der Markthalle noch erschreckend leer, kaum hundert Nasen sind vor Ort, was zu der Frage führt, ob Hamburgs Prog Metaller noch nicht mitbekommen haben, dass Pain Of Salvation eine neue Scheibe auf den Markt geschmissen haben beziehungsweise, dass hier zwei großartige Bands für einen fairen Preis von 27 Euro musizieren. Dass mehr Leute dazu tendieren, zur parallel im kleineren Marx stattfindenden Veranstaltung zu gehen, darf jedenfalls eher bezweifelt werden.

Kurz vor halb neun bei unserer Rückkehr hat sich der Saal allerdings zum Glück deutlich gefüllt, von „ausverkauft“ kann allerdings weiterhin keineswegs die Rede sein, es klaffen immer noch erhebliche Lücken im Publikum. Beardfish kümmert das wenig, souverän spielen sie ihre Show und den Leuten scheint es zu gefallen, zumindest in den ersten Reihen sind ein paar dabei, die zustimmend mit dem Kopf nicken und der Jubel nach den Songs ist mehr als nur ein Höflichkeitsapplaus – geht doch!

Bei der Band fällt neben Frontmann Rikard Sjöblom, der mit kräftiger Stimme überzeugt und locker zwischen Keyboards und Gitarre hin- und herwechselt, außerdem vor allem Bassist Robert Hansen auf, der in Socken auf der Bühne steht und mit allerlei Grimassen und Verrenkungen für viele Grinser sorgt. Ein verrücktes Volk sind sie, die Schweden. Und Bassisten als solche sowieso. Der Sound ist weitgehend überzeugend, nicht zu laut und nicht zu leise (man kann problemlos ohne Gehörschutz in der ersten Reihe stehen und muss trotzdem nicht befürchten, den Raum mit einem Tinnitus zu verlassen), lediglich die Klampfe von David Zackrisson hätte etwas lauter sein dürfen. Man möge mir verzeihen, dass ich keine Songtitel nennen kann, aber bei dem Teil, den wir von der Performance mitbekommen haben, habe ich leider keine Stücke wiedererkannt, und die neue Scheibe habe ich erst ein- oder zweimal gehört und bin dementsprechend noch nicht wirklich sattelfest mit den Songnamen. Am Merchandisestand verspricht mir der Drummer allerdings, nachdem ich ihn ein wenig damit genervt habe, dass sie, wenn sie das nächste Mal in Norddeutschland spielen, das ganze, 36-minütige „Sleeping In Traffic“ zocken werden. – Na, da sind wir mal gespannt...

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