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Pain Of Salvation, Anneke van Giersbergen, Árstíðir im Konzert (Essen, April 2013)

Wohnzimmer-Feeling im Rockclub

Pain Of Salvation

Die schwedische Truppe Pain Of Salvation liefert das ganz große Akustik-Unterhaltungsprogramm mit reichlich Klamauk, Witz, Charme und Gelassenheit, in dem Wissen, dass auch heute nicht wirklich viel falsch gehen kann, und selbst wenn, hätte man doch einfach genug Schalk im Nacken, auch solche Klippen zu umschiffen. Brauchen sie aber nicht, denn sie haben jederzeit die Lacher auf ihrer Seite, immer wieder sind die Fans weit über das Kichern hinaus und können sich vor Lachen nur den Wanst halten.

Bestes Beispiel für die sehr lockere Atmosphäre auf der Bühne dürfte zum Beispiel sein, dass der ständig auf der Bühne stehende Bühnentechniker immer wieder zu einer anderen Gitarre greift und anfängt zu spielen, obwohl Frontmann Daniel mehrmals zu einer Story ausholen will – flugs sammeln sich die Gitarren auf dem Ledersessel und stapeln sich dort zum spontanen Gimmickturm.

Wie prächtig die Stimmung im Turock mittlerweile ist, wird schon daran deutlich, dass zu Beginn der Show die Pain Of Salvation-Mitstreiter einzeln durch die rückwärtige Tür treten und mit immer wilderem Applaus begrüßt werden. Warm wurden die Hände ja schon zuvor wegen der spinnerten Beleuchtung, die wohl nur auf Klatschgeräusche reagiert. Der musikalische Reigen startet dann mit „Falling Home“, der wohl auch der Titeltrack der kommenden Akustik-Scheibe sein wird. Bei „Diffidentia“ sind die Fans dann nicht mehr zu halten, da wird das Tanzbein geschwungen, über den Manowar-Witz – „other bands play, Manowar kill“ – abgelacht oder einfach nur heftigst applaudiert.

„Ich spiel einfach mal ein paar Songs an, mal sehen, ob ihr die erkennt“, will Daniel einen Contest starten. Schon bei den ersten Tönen zu „Ashes“ jubeln die Fans lautstark auf und feiern beim anschließenden „Help Me Make It Through The Night“ gleich weiter, zumal Anneke van Giersbergen zum Duett antritt. Daniel nutzt auch kurz die Gelegenheit, Fans aus Essen, Polen und Dänemark zu begrüßen, ein kleiner Plausch entsteht dann mit den beiden Fans aus Chile.

Aber auch so ist das Programm einfach nur kurzweilig. Da kommt der Dio-Kracher „Holy Diver“ glatt als Reggae-Swing-Version rüber und auch bestens an, da wird bei „Disco Queen“ einfach nur partygeil abgefeiert – auf der Bühne müssen derweil sogar Glasscherben vom Fußboden aufgekratzt werden, was Daniel mit einem „wäre nicht so schön, die Dinger im Fuß zu haben“ kommentiert, läuft er doch schon die ganze Zeit in Socken durchs „Wohnzimmer“. Zurück aber zu „Disco Queen“, denn alle MusikerInnen des Abends versammeln sich auf der Bühne, zappeln wild zum Rhythmus und unterstreichen so einmal mehr, wie gut sie sich untereinander verstehen.

Und weil die Show kraftzehrend genug ist, da wird das auf der Bühne stehende Obst glatt an das Publikum verteilt – Banane, Apfel, Kiwi und Co. finden dankbare Abnehmer. Im Finale stehen dann wieder alle auf der Bühne, einer der Salvation-Jungs startet sogar zum Sprung in die Menge und wird einmal bis zum Merchstand und wieder zurück geschleppt – schade irgendwie, dass der Abend vorbei ist, denn eines steht fest: Diese Party konnte man im Vorfeld sicher so nicht erwarten. Wie war das noch mit dem Tod? Egal, im Turock pulsiert das Leben.

Setlist:

Falling Home
Diffidentia (Breaching The Core)
Linoleum
Mrs. Modern Mother Mary
Ashes
Help Me Make It Through The Night (Kris Kristofferson cover with Anneke)
To The Shoreline
Holy Diver (Dio-Cover)
Stress
Disco Queen
Second Love
Spitfall
Iter Impius
The Perfect Element
--------------------------
Dust In The Wing (Kansas-Cover)
Chain Sling
1979

Ein ganz spezielles Dankeschön geht an die sehr verständnisvollen ZuschauerInnen, die zwar das eine oder andere Mal monieren, dass das Klicken der Kameras, das Auslösen der Spiegel der elektrischen Augen so manches Mal ein unschönes Begleitgeräusch zur akustischen Sanftheit und Stille darstellt, die aber durchaus dafür Verständnis haben, dass auch die Fotografen nur ihren Job machen und daher so manches Mal bereitwillig für einige Minuten auch Platz machen – Danke dafür.

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