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Paganfest 2011 (Oberhausen)

Eine geballte Extended-Show lädt mit vielen Bands zum Feiern ein

Eluveitie sind für die extended Shows ein perfekter Headliner

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Eluveitie

Als nächstes folgt der Headliner der extended Show. Die Schweizer Eluveitie haben nun die Aufgabe, ein Publikum zu begeistern, das bereits seit mehr als acht Stunden die Turbinenhalle hütet und schon acht Bands mehr oder weniger intensiv gefeiert hat.
Eluveitie schicken zunächst das epische und atmosphärische Intro ihres letzten Albums „Everything Remains As It Never Was“ voran. Mächtig und beeindruckend dröhnt der Bass, bevor die siebenköpfige Band die Bühne betritt. Anfangs lässt der Sound merklich zu wünschen übrig. Durch die vielfältigen Musikinstrumente der Band fällt das ganz besonders auf. Neben Bass und Gitarre reihen sich auch Drehleier, Violine und unterschiedliche Flöten in die unverkennbare Musik der Band mit ein.

Es ist noch erstaunlich voll, nur die wenigsten scheinen sich auf dem Heimweg gemacht zu haben. Die Entscheidung, Eluveitie als Headliner auf den extended Shows agieren zu lassen, war demnach wohl eine äußerst gute Entscheidung. Allerdings muss sich Chrigel doch mit viel Nachdruck nach dem Energielevel der treuen Fans erkundigen. Immerhin stehen sie schon eine ganze Weile mehr oder weniger vor der Bühne und dürften auch alles andere als gefüllte Bäuche haben, und wenn doch, dann sind sie lediglich mit flüssigem Gerstensaft geflutet. Letztendlich wirken die Fans wohl doch überzeugend, und Eluveitie machen weiter im Programm. Dabei ist Chrigel mit Leib und Seele bei der Sache. Er gestikuliert seine Songs regelrecht und bringt sie mit einer enormen Ausstrahlung auf die Bühne.

Die Texte, die zum Teil auch in Gälisch geschrieben wurden, beinhalten alle geschichtsträchtigen Themen und werden von den Fans gut beherrscht. Dadurch, dass der Release der letzten Platte schon eine Weile vorbei ist, verwundert das auch eher wenig.
Das zu Beginn eingeforderte „Inis Mona“  folgt auch bald, und Chrigel fordert das Publikum dazu auf, so laut es geht mitzusingen und es ist „egal, wenn ihr den Text nicht könnt!“. Aber so unsicher wie zunächst angenommen sind die Fans gar nicht. Dennoch nutzt Chrigel die Gelegenheit, mit den Fans ein wenig gälisch zu üben. Grund dafür ist das Schlagzeug, das ein wenig Ärger macht und einiger Streicheleinheiten bedarf. Die Fans erfahren so auch, was auf Chrigels linker Hand tätowiert steht. Es ist ein gälischer Satz, der auf Deutsch übersetzt bedeutet: „Ich bin ein freier Mann aus einem freien Land“. Tapfer machen die Fans mit und überbrücken mit Eluveitie so die Zeit, bis der nächste Titel folgen kann. Ein wenig blöd ist nur, dass Chrigel Anna ihren Part bei „Slenias Song“ ein wenig geklaut zu haben scheint. Denn auch sie will mit den Fans den Refrain des Songs, der auf Gälisch geschrieben ist, Satz für Satz einüben. Das Ganze zieht sich letztendlich zwar ein wenig hin, hindert aber nicht an einem insgesamt sehr unterhaltsamen Auftritt.

Obwohl die Fans nicht sonderlich erschöpft wirken, fordert Chrigel diese heraus. Sie sollen sich in einem Circle Pit beweisen und ihre letzten Energiereserven nochmal zusammenkratzen. Also schaffen sie sich ausreichend Platz dafür und als „Kingdom Come Undone“ startet, zeigt sich, dass noch mehr Energie vorhanden ist, als Eluveitie gedacht haben. Eine Wall Of Death wird direkt hinterhergeschoben, und Chrigel ist der Meinung „Das muss aussehen wie fucking Braveheart!“.

Nach einem derart unterhaltsamen Auftritt sorgen laute „Zugabe“-Rufe dafür, dass die Band die Bühne nach dem geplanten, letzten Song nicht verlässt. Stattdessen schieben sie gleich „Tegernako“ hinterher und beenden den Abend mit dem Outro des letzten Longplayers, der ein absolut gelungener Abschluss für eine absolut gelungene Paganfest Tour 2011 ist. Eluveitie haben gezeigt, dass sie eine der Wegweiser im Pagan Metal sind. Durch ihre unterschiedliche und große Bandbreite an Instrumenten bieten sie in diesem Genre nicht nur etwas Besonderes für die Ohren; sie wissen vor allem, und das ist ja auch das wichtigste, wie sie diese Instrumente am besten einsetzten, so dass sie sich passend, episch und mehr als gelungenen mit den typischen Instrumenten und Chrigels Stimme zusammenfügen.

Setlist:

1. Otherworld
2. Nil
3. Bloodstained Ground
4. Your Gaulish War
5. Thousandfold
6. Inis Mona
7. Slanias Song
8. Quoth The Raven
9. The Song Of Life
10. Kongdome Come Undone
11. (Do)Minion
12. Andro
13. Tegernakô

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