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Paceshifters im Konzert (Rotterdam, März 2017)

Das Boot erfolgreich zum wackeln gebracht

Allzu viel Platz war nicht auf der Bühne des V11

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Ausverkauftes Haus im Rotterdamer V11 – gut, das klingt im ersten Moment vielleicht nach ein wenig mehr als es tatsächlich ist, immerhin befindet sich die Location auf einem alten Schiff im Rotterdamer Oudehaven und bietet demnach nur begrenzten Platz. In Anbetracht der Tatsache, dass die Paceshifters an diesem Abend die einzige Band sind, die sich dem Publikum präsentiert, kann sich der Andrang dennoch sehen lassen.

Paceshifters

Gute 60 Leute werden es sein, die sich an diesem Samstagabend vor der Bühne tummeln. Zuerst einmal gilt es dabei zu warten, ein pünktlicher Beginn bleibt nämlich aus. Als die Band dann mit circa einer Viertelstunde Verspätung doch endlich die Bühne betritt, fällt die Publikumsreaktion auch erstmal noch etwas verhalten aus. Zwar spielt das Trio die ersten beiden Nummern solide runter und bedankt sich nach „Stranger“ auch artig bei den Anwesenden, abgesehen von einigen wenigen Headbangern in der vordersten Reihe kommt allerdings zunächst nur wenig Bewegung in die Menge.

Das Trio auf der Bühne lässt sich davon jedoch nicht beirren, beziehungsweise scheint auch erst mit den folgenden Songs so richtig aufzuwachen. Plötzlich sieht man mehr Action auf der Bühne – Drummer Jesper ist ohnehin schon von Beginn an mit vollem Eifer dabei, ab „State Of Mind“ packt aber auch die Gebrüder Dokman die Spielfreude – und wo die Jungs in ihrer Vorreiterrolle mit gutem Beispiel vorangehen, schließt sich auch das Publikum mehr und mehr an.

So wird der Platz vor der Bühne enger, die Stimmung besser, und die Mucke noch eine Ecke lauter – Fronter Seb verteilt dann auch gleich verantwortungsbewusst Ohropax unter dem Publikum, damit auch ja kein Gehörgang am heutigen Abend auf der Strecke bleibt. Mit „Draw A Blank“ gibt es im Anschluss dann die neueste Single des Trios auf die Ohren und spätestens jetzt ist das Publikum wach. Wer jetzt denkt, dass der Höhepunkt der Show gekommen sei, irrt allerdings gewaltig. Die Paceshifters haben nämlich nicht nur noch eine ganze Handvoll Songs in petto, auch eine kleine aber feine Überraschung steht noch aus. Erst einmal wird allerdings Bier verteilt, zumindest Seb hat davon nämlich zu viel vor sich stehen und will das gute Zeug ja nicht verkommen lassen – die erste Reihe freut sich da natürlich.

Nach dem dynamisch-atmosphärischen „Boundaries“, das Seb als kritische Reaktion auf den allgegenwärtigen Donald Trump ankündigt, ist die Zeit für die eben schon angekündigte Überraschung dann gekommen und aus dem nichts heraus wird plötzlich der ebenfalls anwesende Melonhead-Gitarrist Michiel Kemper auf die Bühne beordert. Zwar engt die Aktion den Platz auf der ohnehin nicht gerade ausladenden Bühne noch wesentlich mehr ein, ein gelungenes Gitarrenduett, sowie ein starkes Solo des Melonhead-Klampfers machen das aber alle Male wieder wett.

An sich kündigt sich mit dieser Aktion so langsam das nahende Ende des Abends an, die Band aber will davon so früh noch nichts wissen und legt noch einen ganzen Batzen an Nummern als Zugabe oben drauf. Aber nicht nur das; während sich bei „Dead Eyes“ zum ersten Mal an diesem Abend ein kleiner Pogo vor der Bühne bildet, holt auch die Band noch einmal die letzten Kraftreserven aus sich raus und bietet denen, die sich nicht im Pogo selbst beschäftigen, eine ordentliche Show. Mit einer Wiederholung der Eingangsnummer „My Getaway“ und unter anderem noch „Yearning Desire“ gibt es hier zum Ende hin noch einmal ein paar Highlights der neuesten Platte auf die Ohren.

Als der Abend dann nach knappen 90 Minuten mit „Cut N Run“ zu Ende geht, erntet das Trio dementsprechend auch ordentlich Zustimmung und Applaus. Was eingangs etwas verhalten begann, stellte sich schlussendlich als rundum gelungene Show heraus, bei der sich Band und Publikum zu immer weiteren Höchstleistungen anpeitschten. Für die erste Clubshow in Rotterdam darf sich dieser Auftritt definitiv sehen lassen.

Setlist:

My Getaway
Stranger
Drive Me Insane
State Of Mind
Draw A Blank
Unfolded Pieces
Right Now
Final Nail
Boundaries
By The Grave
Nothing You Can Do
Davis

My Getaway
Dead Eyes
Yearning Desire
This Road
Cut N Run

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