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Opeth, Pain Of Salvation im Konzert (Hamburg, Dezember 2011)

Großartiger Abend mit etwas fadem Beigeschmack

Pain Of Salvation wurden mit mageren 35 Minuten Spielzeit abgespeist

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Was für ein großartiges Prog-Package: Opeth und Pain Of Salvation sind zusammen auf Tour und beehren dabei auch die Große Freiheit 36 in Hamburg. Dass ausgerechnet diese beiden Bands gemeinsam auf Europa-Rundreise gehen, verwundert nicht allzu sehr – schließlich haben sie so einiges gemeinsam: In erster Linie natürlich, dass sie beide aus Schweden stammen, doch auch musikalisch sind bei genauerer Betrachtung eindeutige Parallelen auszumachen. Die letzten Alben, „Road Salt 1 & 2“ respektive „Heritage“, bedeuteten bei beiden Combos nämlich einen doch recht radikalen Umbruch in puncto Sound und Songwriting. Man durfte sich also auf einen sehr unterhaltsamen und interessanten Samstagabend mit zwei Gruppen freuen, die bereits in der Vergangenheit immer wieder untermauert haben, was für großartige Livebands sie sind.

Pain Of Salvation

Umso bedauerlicher, dass dieser Abend, auf den man sich monatelang gefreut hat, zunächst einmal mit einem großen Ärgernis beginnt: Auf den Eintrittskarten steht klipp und klar 19 Uhr Beginn, Einlass 18 Uhr, was für ein Konzert am Wochenende allein schon dämlich genug ist. Grund hierfür ist eine zweite Veranstaltung, die für 23 Uhr angesetzt ist – irgendwie nicht besonders gut geplant, aber zeitlich bei zwei Bands immer noch problemlos machbar. Trotzdem – und hier kommt der eigentliche Aufreger – meint der Veranstalter offenbar, Pain Of Salvation dazu zwingen zu müssen, bereits um 18:25 Uhr die Bretter zu entern, die den verschobenen Konzertbeginn auch noch recht kurzfristig bei Facebook posten. Weil aber nicht jeder ständig im Bilde über das neueste Geschehen im Social Network seines Vertrauens ist, gucken viele Leute, die mit einem Beginn um 19 Uhr rechneten, in die Röhre, denn zu diesem Zeitpunkt ist der Auftritt bereits zu Ende. Eine läppische Spielzeit von 35 Minuten, ein nur halbvoller Saal, obwohl draußen ein Hinweis hängt, der Event sei ausverkauft – so verheizt zu werden, hat eine solch großartige Band nicht verdient. Es ist wirklich eine unsägliche Frechheit und der Veranstalter – oder alle Veranstalter, die so etwas tun, denn solcher Dreck passiert ja immer wieder – sollte sich in Grund und Boden schämen.

Während des Gigs selbst kann man diesen Ärger aber glücklicherweise einigermaßen vergessen, denn die Jungs legen wieder einmal einen tollen Auftritt hin, der von Anfang an mit exquisitem Sound verwöhnt. Es ist nicht zu laut und nicht zu leise und alle Instrumente und der Gesang sind wohl differenziert herauszuhören. Der sympathische Frauenschwarm Daniel Gildenlöw ist wieder einmal der Charme in Person und moderiert souverän und durchaus amüsant durch die Show, die mit „Ashes“ lediglich einen einzigen älteren Track beinhaltet. War die Setlist im Oktober letzten Jahres noch ziemlich bunt gemischt, so liegt der Fokus auf dieser Tour ganz klar auf den beiden „Road Salt“-Werken. In Form der nostalgischen Ballade „1979“ und dem traumhaft schönen „To The Shoreline“ sind gleich zwei eher ruhige Nummern vertreten, was zum sonstigen Abendprogramm passt, da es Opeth später auch verhältnismäßig ruhig angehen lassen werden.

„A chance to rock out“ (O-Ton Gildenlöw) gibt es aber trotzdem, denn „Softly She Cries“, „Linoleum“ und „No Way“ sind härteren Couleurs. Hier verlangt der Frontmann von allen, dass sie ordentlich laut schreien und lässt sich, nachdem er im Publikum eine dänische Flagge ausgemacht hat, zu einer Lobrede auf die Kehlenkräfte der Erfinder des Hot-Dogs hinreißen. Seine schwedischen Landsleute hält er in dieser Hinsicht hingegen für völlige Versager. Und so witzig, locker und nett Daniel auch mit dem Publikum kommuniziert – bei so wenig Spielzeit hätte er diesmal allerdings auch etwas weniger hätte reden können. Am Ende stehen nur sechs Songs zu Buche und trotz des tadellosen Auftritts bleibt angesichts der unwürdigen Abfertigung Pain Of Salvations ein fader Beigeschmack. Im März nächsten Jahres sind Gildenlöw und Co. wieder in der Hansestadt (dann leider ohne Gitarrist Johan Hallgren, der die Band nach dieser Tour verlässt), dann aber bitte mit einer Spielzeit, die dieser Band auch angemessen ist.

Setlist:

Softly She Cries
Ashes
1979
To The Shoreline
Linoleum
No Way

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann