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Opeth, Long Distance Calling im Konzert (Juni 2009)

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Opeth

Nachdem Long Distance Calling die Bühne verlassen hatten, zeigte sich in der etwa 20-minütigen Umbaupause die Spannung, mit der der Headliner des Abends erwartet wurde: Als auf der Bühne zur Vorbereitung scheinbar nichts mehr passierte und die Roadies nur noch Kleinigkeiten vollzogen, mehrten sich bereits die „Opeth!“-Rufe.

Als die fünf Schweden schließlich die Bühne betraten, machte der frenetische Applaus, mit dem sie empfangen wurden, noch einmal deutlich, was die Zuschauer erwarteten – Vorschusslorbeeren, denen sich die Band in der folgenden Zeit als überaus würdig erweisen sollte.

Ohne Umschweife stimmten Mikael Åkerfeldt und seine Mannen „Heir Apparent“ an, der erste Programmpunkt eines insgesamt mehr als zwei Stunden langen Sets. In dieser gut ausgefüllten Zeit unternahmen Opeth eine Reise durch die Bandgeschichte, mit Songs aus den verschiedensten Alben: Vom 1996 aufgenommenen „Morningrise“ bis hin zum aktuellen „Watershed“ wurden insgesamt sechs Longplayer mit den zehn Songs des Konzerts zitiert.

Mit „Ghost Of Perdition“ und „Godhead’s Lament” setzte die Band ihre Setlist fort. Die Fünf können inzwischen auf einen riesigen Songpool zurückgreifen und sind damit immer für eine Überraschung gut. „Karma“ vom 1998-Album „My Arms, Your Hearse“ etwa erfuhr auf den beiden Deutschlandterminen seine Europa-Livepremiere.

Unterbrochen wurden die im Vergleich zur Albumlänge zumeist noch weiter gestreckten Songs durch die typischen mit Anekdoten gefüllten Ansagen von Sänger und Gitarrist Åkerfeldt. So baute er etwa eine Anspielung auf vergangene Zeiten ein: Er sähe, dass viele Zuschauer lächelten – anders als in den Zeiten des Black Metal-Booms, in denen er vollkommen andersartige Gesichtsausdrücke von der Bühne aus gesehen habe – Gesichtsausdrücke, die er sogleich karikierend nachahmte.

Auch eine Geschichte über die Erkundung Münsters im Vorfeld des Konzerts kam ans Tageslicht: So habe Åkerfeldt zusammen mit Schlagzeuger Martin Axenrot eine Kirche der Stadt besucht, in der die durch sein Aussehen erschreckten Anwesenden nicht in der Nähe der beiden Musiker sitzen wollten. Åkerfeldts Nachbar habe ihm zugeflüstert, er sähe aus wie Jesus Christus; eine Tatsache, die trotz sofortigem Dementis des Öfteren in Publikumsrufen aufgegriffen und lächelnd vom Mastermind quittiert wurde. Gerne, so führte er seine Geschichte fort, hätte er dem Kirchenchor ein Riff geklaut – es aber dann doch lieber sein lassen.

Während des Konzertes wie auch während der Ansagen präsentierten sich Opeth gewohnt publikumsnah: Während Gitarrist Fredrik Åkesson auf der linken Seite der Bühne dem dortigen Publikum während des Spielens den Takt zum Headbangen vorgab, deutete Åkerfeldt in den Pausen an, den Konzertbesuchern seine Gitarre zuzuwerfen und ging stets auf Zurufe ein.

Mit „Hessian Peel“ folgte ein weiteres Highlight des aktuellen Albums, bevor „Closure“ und „The Night And The Silent Water“ das letzte Drittel des Sets einläuteten. Die Blastbeats im letzten regulären Titel des Konzerts, „The Lotus Eater“, verlangten dem Publikum alles ab. Doch die Zugabe-Forderungen ließen nicht lange auf sich warten und so stand die Band nach kurzer Atempause wieder auf der Bühne um sich mit einer ausgedehnten „Deliverance“-Version endgültig zu verabschieden.

Auch wenn von Åkerfeldts Vocals von Anfang an nicht besonders viel überkam, konnten allein die perfekt gespielten Lieder das Publikum mitreißen und trösteten so über diese und weitere kleine Unreinheiten in der Abmischung - etwa einem etwa basslastigen, leicht undefinierten Instrumentalsound - hinweg.

Opeth präsentierten sich in Münster als gute und authentische Liveband, die auch 2009 in der Lage ist, das Auditorium vollends für sich zu gewinnen. Zusammen mit Long Distance Calling bescherten sie dem gefüllten Skater‘s Palace einen denkwürdigen Konzertabend.

 

Setlist:

  1. Heir Apparent
  2. Ghost Of Perdition
  3. Godhead’s Lament
  4. Wreath
  5. Karma
  6. Hessian Peel
  7. Closure
  8. The Night And The Silent Water
  9. The Lotus Eater
  10. Deliverance
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