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Oomph! & Nervenbeisser im Konzert (Dresden, März 2019)

Oomph! heizen im Kraftwerk ein

Oomph! heizen kräftig ein

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Oomph!

Blieben beim Support noch größere Begeisterungsstürme aus, dürfen sich Oomph! schon ohne den ersten Ton über Jubel freuen. Pure Anwesenheit auf der Bühne ist zureichend, um schon den ersten fetten Applaus spendiert zu bekommen. Eigentlich könnte man sich somit direkt wieder trollen, aber die Braunschweiger möchten natürlich mehr als nur ihren Anblick bieten und steigen mit „TRRR - FCKN – HTLR“ nicht nur ins Set, sondern auch mit dem ersten Kandidaten des neuen Albums ein. An dieser Stelle darf man sich sehr sicher sein, dass die Dresdner einen guten Beitrag zu der Chartplatzierung geleistet haben, hier wird von der ersten Sekunde an mitgesungen und die Euphorie scheint ins Grenzenlose zu gehen, zumal  mit „Labyrinth“ gleich noch ein echter Klassiker nachgeschoben wird. Frontmann Dero, den man allerdings schon in besserer stimmlicher Verfassung erlebt hat, marschiert unentwegt über die Bühne und zeigt sich als gewohnt energetischer Mittelpunkt des Geschehens, dem das Publikum förmlich aus der Hand frisst.

Und um es vorweg zu nehmen, an dieser totalen Hingabe ändert sich auch im weiteren Verlauf des Konzerts rein gar nichts. Umso leichter fällt es zu „Jetzt oder nie“ abwechselnd Fäuste und Pommesgabeln in die Höhe fliegen zu lassen, was zugegebenerweise ein ziemlich geiler Anblick ist. Hiernach geht die Reise durch das Oomph!-Universum zurück in die Anfänge und zwar direkt hinein in das erste Album. Alle vor 1989 Geborenen werden mit einem „Willkommen ihr alten Säcke“ gegrüßt und genau aus diesem Jahr stammen „Der neue Gott“ und das direkt folgende „Mein Herz“. Galant gleitet man in die nächste Dekade und stimmt „Das weiße Licht“ an, mit welchem die Braunschweiger wohl den ersten größeren Erfolg verbuchen konnten, und dem nun ein Meer aus Händen entgegenschlägt.

Mit „Tausend Mann und ein Befehl“ bekommen die Niedersachsen wieder die Kurve zum aktuellen Material und zeigen, dass man auch nach dreißig Jahren im Geschäft weder abgestumpft noch verstaubt klingen muss. Wo gerade noch gemeinschaftlich geschrien wird, geht es zackig hinüber zum gemeinsamen Springen, von der ersten bis zur letzten Reihe sieht man zu „Niemand“ nur noch hüpfende Menschen, die nur kurz stehen, um Dero bei seinem Stagediving-Ausflug zu unterstützen.

Buntgemischt geht das Set weiter, egal ob neue oder alte Songs, alles wird frenetisch abgefeiert, die Hände bis zum Glühen gebracht und natürlich aus vollster Kehle mitgesungen. Besonders bei der starken Piano-Version von „Fieber“, welches mit „Das letzte Streichholz“ kombiniert wird, haben die Zuschauer nochmals die beste Gelegenheit ihre eigene Sangeskraft unter Beweis zu stellen, zum Dank gibt es ein paar Kusshändchen von der Bühne. Aber auch hier hat die Euphorie noch nicht ihren Höhepunkt erreicht, immerhin folgt noch ein solcher Selbstläufer wie „Gott ist ein Popstar“, bei dem man kaum noch glauben mag, dass er mal zu einem handfesten Skandal geführt hat.

Das brandneue „Im Namen des Vaters“ kann ebenso mithalten und als sich schließlich Dero die Augen zuhält, weiß jeder im Saal was nun blüht: „Augen auf!“ steht an und damit auch die vorerst letzte Runde der Sprungorgie. Oomph! verabschieden sich, zumindest für die nächsten drei Minuten, denn dann heißt es Zugabe. Mit „Mein Schatz“ und „Als wär’s das letzte Mal“ gibt es eine kurze Dreingabe, die aber weiterhin alles abverlangt und ein völlig ausgelaugtes Publikum in die Nacht entlässt. Vor den Türen dann der kurze Schock: Umgestürzte Absperrungen, umhertreibende Planen und umgeknickte Straßenschilder bieten einen wüsten Anblick, scheinbar hat auch außerhalb des Kraftwerks Mitte ein Sturm gewütet.

Setlist:

TRRR - FCKN - HTLR
Labyrinth
Träumst Du
Jetzt oder nie
Der neue Gott
Mein Herz
Das weiße Licht
Tausend Mann und ein Befehl
Niemand
Kein Liebeslied
Auf Kurs
Fieber / Das letzte Streichholz
Gott ist ein Popstar
Gekreuzigt
Alles aus Liebe
Im Namen des Vaters
Jede Reise hat ein Ende
Kleinstadtboy
Sandmann
Augen auf!

Mein Schatz
Als wär’s das letzte Mal

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend