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Onkel Tom, Wortmord, Owerstolz im Konzert (Lünen, Dezember 2011)

Die Lünener Thesen des Reinheitsgebots – „Nunc est bibendum“

Delirium mit Onkel Tom

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Onkel Tom

Leitung gespült, Kohlensäure aufgedreht, ein leichtes Zischen vermischt sich mit dem goldgelben Anblick des sich aufschäumenden Gebräus – Halt: Im Film wäre jetzt ein "krrghurgkrkkr" zu hören – Onkel Tom ist da, so viel zur Bierwerbung. Leider gibt es in Lünen nur Flaschenbier, aber davon ist bis zum Auftritt schon einiges, eigentlich eine unfassbar ungeheure Menge durch die dauertrockenen Kehlen geflossen. 

Zum ersten Mal an diesem Abend ist das Gedränge enorm, ein ganze HeadbangerInnenfront hat sich vorne förmlich festgesetzt und feiert schon von Anfang an gleich mit. Erster richtiger „Höhepunkt“, wie er eigentlich genau so vorhergesagt werden konnte: Ein Schalker trifft auf eine Zecken-Hochburg. „Deutscher Meister wird nur der BSE“ schallt es vom fast kompletten Saal, nur wenige Schalker wagen sich in der freundlich aufgeheizten Stimmung zum stimmlichen Gegenangriff und Tom, die coole Sau, hebt den Stimmungspegel mittels einer länglichen Strick- und Häkelware in blau und weiß, was dann später von zwei „oben ohne“ Knappenanhängern imitiert wird.

Ach wenn immer wieder (erwartungsgemäß) König Fußball versucht, den Regiestuhl zu besetzen, so sind doch genug Fans anwesend, die mit „Onkel Tom“-Sprechchören Paroli bieten – trotzdem ist es schön, dass sich in Lünen trotz aller Rivalität der beiden Kicker-Vereine eine ausgelassene Partystimmung breit macht. Die passende Musik dazu gibt es da natürlich nicht zu knapp, auch wenn man sich erst an einen bassfreien Tom gewöhnen muss - der manchmal auch nicht so recht weiß, wohin mit seinen Händen - doch Airbass spielen geht ja auch. 

Die Orientierung verliert Tom allerdings kaum – gut, einmal ist der Bier durchtränkten Setlist nicht mehr wirklich etwas zu entnehmen - doch dann springen gerne seine Mitstreiter Alex (Gitarre, spielt auch bei den Dezperadoz), Celli (auch Gitarrist bei Crossplane), Marc (Tieftonspezialist bei The Very End) und Fellverklopfer Corny (Eat My Body) ein und führen wieder auf den rechten Pfad zurück. Wohl deswegen und wegen seiner Fannähe – die anschließende Party inkl. Bands in der Lünener Destille eingeschlossen – gesellt sich Tom auch gerne mit Mikrofon in die Menge, krallt sich Mitorganisator Ernsting zum Duett – wie gesagt, mehr ein Party-Stelldichein als ein gepflegtes Konzert, und schon die Tradition bewahrend feiern nicht wenige Fans die Band gleich Haut an Haut auf der Bühne ab.

Schnaps in Rio de Lünen, Destille in München, Pinkeln hinter Hamminkeln – mit Carambo und Caracho geht ein Abend zu Ende, der schleppend anfing und in bierseliger Bierlaune einfach nur Bock auf ein Delirium in Hawaii macht – dafür hoch die Tassen.

Setlist:

  •  Im tiefen Keller
  • Nunc Est Bibendum
  • Es soll keiner sagen
  • Schnaps, das war sein letztes Wort
  • Caramba, Caracho, ein Whiskey-Medley
  • Bier
  • Format C
  • Immer wenn ich traurig bin
  • Bob Scott hab ich noch live gesehen
  • Diebels Alt
  • Wenn der Zapfhahn kräht
  • Kreuzberger Nächte
  • Auf nach Wacken
  • Delirium
  • Drink doch ene met
  • Trink, trink Brüderlein, trink
  • In München steht ein Hofbräuhaus
  • Es gibt kein Bier auf Hawaii
  • Lemmy macht mir Mut
  • Auf immer und ewig
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