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Omen im Konzert (Essen, Mai 2017)

Ein erst unrunder Abend funktioniert dann doch...

Omen machen einen unrund startenden Abend doch noch rund

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Es sind eben diese seltsamen Konzertabende, die zuerst dafür genutzt werden sich zu wundern, warum denn hier jetzt nicht der Protestpunk abgeht, am Ende dann aber doch alle strahlend nach Hause gehen und den vorher vielleicht sanft aufgekommenen Frust lächelnd beiseite schieben. Der Abend startet insofern schon mit einem mehr als fetten Schmunzeln, als ein offensichtlich nicht mehr ganz nüchterner Kenny Powell im Turock-Rauchbereich an den Absperrgittern hängt und immer wieder „Ich bin hinter Gittern“ ruft. Drinnen tummeln sich die ersten Metalheads, leider ist alles noch übersichtlich, auf der Bühne ist nichts von vorbereitender Hektik zu spüren, der Merchstand mit ein paar Omen-Goodies recht übersichtlich.

Wer spielt denn heute als Vorband? Weißt du das? Nee, ich habe nirgends etwas gelesen. Na, dann lassen wir uns mal überraschen – so noch die gängigsten Tuscheleien. Wenig später wird deutlich: Heute ist keine Supportband dabei. So erklärt sich dann auch, warum Sascha von Yeah Records sein Schlagzeug dort auf der Bühne stehen hat, sind doch die Amis halt ohne gekommen. So schließen sich Kreise, der Abend ist gerettet, fehlt allein die Livemucke oder zumindest eine Erklärung, wann es denn losgeht.

Um fast pünktlich 21 Uhr sind Omen dann bereit, die Fans mit einer ordentlichen Portion Old-School-US-Metal aus den Socken zu hauen, im direkten Vergleich aber verlieren sie gegenüber den NWOBHM-Recken von Tygers Of Pan Tang, die letzte Woche hier vor Ort deutlich mehr Fans gezogen haben – vielleicht rächt sich so auch ein bisschen die nicht immer ganz nachvollziehbare Personal- und Veröffentlichungspolitik der US-Herren.

Dafür haben sie im Vorfeld etwas ganz anderes versprochen: ein Old-School-Set, welches sich gewaschen hat, wonach sich die Fans noch lange die metallischen Finger lecken werden – und sie halten es auch, wenn man allein den Einstieg betrachtet, der gleich dreimal zurück ins Jahr 1984 führt und schnell für Begeisterung sorgt. „Gestern noch in Belgien, heute hier“, so Kevin Goocher zur Begrüßung gleich vornweg und direkt auch mit dem „Vielen Dank für den Support“-Appell noch vor „Last Rites“, nachdem der Empfang ja schon ausgelassen herzlich über die Bühne ging.

Überhaupt, ein bisschen Pathos darf heute immer mitschwingen. Nein, damit ist nicht gemeint, dass Kenny Powell wie immer reichlich betankt über die Bühne wuselt, damit sind eher die etwas über 100 Fans zuständig, die den US-Kult ehren, die sich darüber freuen, wie Kenny lässig mit einem Bein über die Monitorboxen sein Solo herunterreißt, die Dankesreden zum Zusammenhalten, verwunderlich nur, dass nicht noch mehr Kopfschütteln deswegen herrscht, dass Kevin noch immer nicht textsicher darauf angewiesen ist, abzulesen.
Freundschaftlich, fast schon kumpelig, so auch die Atmosphäre, da werden einzelne Fans wie Dortmund-Jürgen auch während der Show persönlich begrüßt, bevor dann die weiteren Alt-Geschosse den Fans ein fieberhaftes Lächeln in Gesicht zimmern. Sogar die neue, am Merch ausliegende Single „Up From The Deep“, mit einem von Kevin abgefragten „Dürfen wir den spielen?“, sorgt für keine nennenswerte Zäsur, die beiden Neuzugänge Bassist Roger Sisson und auch Drummer Reece Stanley, den nicht wenige schon von seiner Phantom-X-Phase her kennen, werden mit reichlich Applaus herzlich begrüßt, viel mehr aber entrückt dann doch die „Battle Cry/Warning Of Danger“-Zeitreise, die allerdings nach gut 75 Minuten inklusive Zugabe viel zu schnell zu Ende geht. Und dennoch bleibt den Fans der erste Omen-Essen-Abstecher in positiver Erinnerung, geht Kenny doch zu „Die By The Blade“ wieder einmal stagediven – ohne wie damals in Lünen gleich bis auf den Boden zu plumpsen und sich einen derben Brummschädel zu holen – und steht die Band unmittelbar nach der Show auch für die Fans parat. Somit ist die heutige holprige Einleitung schnell getilgt.

Setlist:
Death Rider
Last Rites
The Axeman
Up From The Deep
Ruby Eyes (Of The Serpent)
Hammer Damage
Dragon's Breath
Warning Of Danger
Hell's Gates
Termination
Teeth Of The Hydra

Battle Cry
Die By The Blade

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Das ist halt auch der Ruhrpott, da geht es gerade heraus, was Sache ist

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