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Obscura, Spawn Of Possession, Gorod, Exivious im Konzert (Köln, April 2012)

Ein Abend voll harter komplexer Musik sowie einer Menge Blödsinn

Obscura waren die Helden des Tages und punkteten mit einer fantastischen Setlist

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Lang erwartet kündigen sich letztendlich auch die Helden des Abends an. Begrüßt werden die vier Münchner um Steffen Kummerer vom Intro der neuen Platte "Omnivium", worauf die Band in den Opener "Septuagint" einleitet, der mit einigen schwingenden Mähnen und Jubelrufen willkommen geheißen wird. Die Band tritt natürlich bis auf Drummer Hannes Grossmann wie gewohnt uniform in Longsleeves auf und prügelt zudem die flotten Songs genauso sauber ein, wie man es von ihnen gewohnt ist.

Einigen, die nicht auf dem neuesten Stand sind, dürfte ein neues Gesicht in dem Vierer aufgefallen sein, nämlich das von Linus Klausenitzer am Bass. Zunächst sieht es aus, als hätten sich Obscura mit dem neuen Bassisten vom Fretless-Bass abgekehrt, doch wer das letzte Video der Band gesehen hat weiß, dass die Bünde nur aufgemalt sind. Und das ist auch genau der Punkt; abgesehen vom optischen Aspekt (sowohl bei Linus als auch beim Bass) hat sich nichts geändert und es klingt alles wie gehabt. Linus kann seinem talentierten Vorgänger Jeroen Paul Thesseling glücklicherweise das Wasser reichen und stellt den perfekten Ersatz dar.

Selbstverständlich sind auch die restlichen drei Mitglieder in Höchstform und zaubern sich gekonnt ein melodisches oder düsteres Riff nach dem nächsten aus den Fingern und Hannes blastet so schnell vor sich hin, dass einem Hören und Sehen vergehen. Mit Tracks wie dem irrschnellen "Vortex Omnivium", dem sphärischen "Incarnated" und vor allem dem grandios virtuosen Instrumental "Orbital Elements" dürfte die Band zudem wohl genau den Geschmack der Fans treffen, auch mit dem nachfolgenden "Universe Momentum" wird ein echter Hit ausgepackt. Auffällig ist, dass die Screams Steffen Kummerer extrem schwer fallen und sich beinahe schmerzhaft anhören, manchmal fast nur noch wie ein leises Krächzen, auch wenn man das aufgrund des unausgewogenen Sounds in den ersten Reihen kaum mitbekommt.

"Wir haben ein Stück von unserem neuen Album im Gepäck für all die Headbanger unter euch... also die drei hier vorne", kündigt er dann die stampfende Todeswalze "Ocean Gateways" an, an der man auch gleich merkt, dass es die hohen Screams sind, bei denen es hakt, denn die Growls bringt Steffen einwandfrei über die Bühne.

Anschließend beginnt Hannes Grossmann sein Drumsolo, während ein offensichtlich betrunkener, oder eher betrunken spielender halbnackter Yuma von Exivious mit Bemalungen auf seinem Bauch und einer Flasche Jack Daniel's in der Hand einmal quer über die Bühne torkelt, um dann von seinen Bandkollegen wieder zurückgetragen zu werden. Kaum sind die albernen Störenfriede wieder weg, gibt Hannes nochmal richtag Gas an seinem Drumset und beendet sein atemberaubendes Solo. Währendessen ist nebenbei aber auch genug Zeit für Schabernack hinter der Bühne gewesen und mit den Worten "Hier präsentieren wir euch den Anticosmic Overload" wird Christian Muenzner zurück auf die Stage gerufen und betritt diese als Anticosmic Overload mit derselben Maske, die zuvor der Gorod-Drummer Samuel angezogen hatte.

Hinterher richtet Steffen seinen persönlichen Dank an alle Anwesenden und die Bands und dafür aus, dass die Tour überhaupt erst zustande kommen konnte. "Old School Death Metal funktioniert eigentlich gar nicht mehr, jeder Promoter sagt ja 'och nö, lieber Metalcore, ein bisschen Pop, irgendwas für zwischendrin'. Aber ist trotzdem geil, in Köln mehr als 200 Leute zu sehen. Vielen, vielen Dank, dass ihr gekommen seid!" - Damit kündigt sich auch das letzte Stück "Cetric Flow" an, das einen epischen Abschluss des Konzerts bietet, bei dem die Zuschauer die Band schließlich mit lautstarken "Hey"-Rufen unterstützen, bevor sie sich unter Beifall verabschiedet.

Nach lauthalsen Zugabe-Rufen kommt die Band jedoch flugs zurück auf die Bühne und Steffen fragt: "Wollt ihr echt noch was von den langweiligen Batzen aus München hören?" Anschließend gibt er ein kurzes Statement zu seiner Gesangsleistung an diesem Abend und leitet mit folgenden Worten die Zugabe in Form von Deaths "Flesh And The Power It Holds" ein: "Einige von euch werden's bemerkt haben, es geht einfach nicht mehr von der Stimme her... deswegen halt ich mein Maul und lass jemand anderen singen." Daraufhin betritt Gitarrist Tymon von Exivious, der zu seinen Cynic-Zeiten auch als Sänger fungiert hatte und sich mittlerweile aus der albernene Schale geworfen hat, um mit Obscura ein letztes grandioses Finale zu schmeißen, bei dem es kurzweilig zum ersten und einzigen Moshpit des Abends kommt. Zum Abschluss ertönt eine Techno/Raver-Version von "Anticosmic Overload" aus den Boxen und alle Bandmitglieder des Abends kommen noch einmal auf die Bühne, um angemessen zu feiern und sich gegenseitig in die Arme zu fallen.

Ein ereignissreicher Abend und somit auch eine anstrengende Europatour neigen sich dem Ende zu und es bleibt lediglich zu sagen, dass es eine Menge Spaß gemacht hat, nicht nur der höchst technischen sowie anspruchsvollen und virtuosen Musik zu lauschen und den Blödeleien der Bands zuzuschauen, sondern vor allem so einen starken und gesellschaftlichen Zusammenhalt unter den Musikern zu beobachten. Alle schienen eine zusammengeschweißte Truppe zu bilden, zumal an diesem Abend so ziemlich alle dieselbe Intention teilten, die lautete: Old School Death Metal!

Setlist

1. Septuagint
2. Vortex Omnivium
3. Incarnated
4. Orbital Elements
5. Universe Momentum
6. Ocean Gateways
7. Drum Solo
8. Anticosmic Overload
9. Centric Flow
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10. Flesh and the Power It Holds (Death-Cover)

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