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Obscura, Spawn Of Possession, Gorod, Exivious im Konzert (Köln, April 2012)

Ein Abend voll harter komplexer Musik sowie einer Menge Blödsinn

Gorod-Frontmann Julien "Nutz" Deyres voll in Aktion

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Gorod

Als nächstes auf dem Spielplan steht das Technical-Death-Metal-Quintett Gorod aus Bordeaux, das ebenfalls eine neue Platte im Gepäck hat. Das bereits vierte Album der Bandgeschichte nennt sich "A Perfect Absolution" und ist seit März erhältlich. Die äußerst symphatischen Franzosen spielen eine technisch anspruchsvolle Version des Death Metal mit vielen proggressiven Elementen, komplexen Gitarren und proggressiven Elementen bis hin zu gelegentlichen Jazz-Einwürfen. Daraus ergibt sich ein überaus stimmiger und vor allem eigenständiger Mix, der den Sound von Gorod ausmacht und den die Franzosen auch live tadellos darbieten können.

Nach einem unheilvollen Intro beginnt die Band zugleich mit dem brandneuen Track "Birds of Sulphur" und spielt sich durch brutale Parts, die hin und wieder wunderbar den bandtypischen melodischen Passagen weichen, ohne auch nur eine Sekunde weichgespült oder abgedroschen zu klingen. Und genau wie bei Exivious ist jedes einzelne Mitglied der Truppe unglaublich talentiert, was das Gesamtpaket umso genüsslicher macht für all diejenigen, die sich selbst Musiker oder Freunde der technischen Spielweise nennen. Bei Bassist Benoit Claus blitzt ein ständiges Lächeln übers Gesicht und zeigt, mit wie viel Spielfreude die Musiker außerdem ans Werk gehen.

Der nächste Streich der Tourcrew folgt auch schon während des Auftritts der fünf Franzosen. Als ein paar Mitglieder von Exivious nämlich mitten im Song "The Axe Of God" plötzlich die Bühne stürmen, kippen sie prompt eine Ladung Dosenravioli in eines der Becken von Drummer Samuel Santiago. Dieser lässt sich natürlich dann die Chance nicht nehmen, umso öfter auf eben jenes Becken einzudreschen, um ganz zur Freude der Zuschauer besagte Ravioli über die halbe Bühne zu verteilen. Samuel jedenfalls hat seinen Spaß dabei und jeder Spritzer Soße sorgt für einige Lacher seitens des Drummers und den Fans in der ersten Reihe. Auch ein Aspekt dafür, wie toll die Musiker mit dem Publikum agieren. Samuel zieht sich gegen Ende übrigens auch noch eine merkwürdige Ledermaske an. Wieso, weshalb, warum bleibt ungewiss, allerdings sollte die Maske nicht unerwähnt bleiben, zumal sie im weiteren Verlauf des Abends noch eine mehr oder weniger bedeutende Rolle spielen wird.

Sänger Julien "Nutz" Deyres, der erst seit rund zwei Jahren dabei ist, liefert eine außerordentliche Performance, in dem er sich live voll ins Zeug legt und mit seinen kräftigen Growls die Anlage zum Explodieren bringt. Kaum zu glauben, dass der Mann, der eben noch gemütlich mit Hut, Schal und adretter Lederjacke an der Bar stand und das Geschehen begutachtet hat, nun auf der Bühne völlig durchdreht und sich wie ein Wahnsinniger die Seele aus dem Leib schreit. Man hat das Gefühl, der gute Mann könnte jede Sekunde auf einen losgehen, so strotzt er vor Energie. Genau so sollte das sein!

Den gelungenen Abschluss bietet der Alltime-Rausschmeißer "Disavow Your God", bei dem Gitarrist Mathieu Pascal und Nicolas Alberny im zweistimmigen Tapping-Solo des Mittelparts ihr tadelloses Können unter Beweis stellen. Sänger Julien fordert die Menge auf, die beiden mit "Hey!"-Rufen zu unterstützen, doch lässt sich kaum einer der Anwesenden dazu bewegen, mitzumachen und so feuert er die Gitarristen bis auf vereinzelte Mitstreiter im Alleingang an. Schade eigentlich, aber vielleicht sind die richtigen Zuschauer einfach noch nicht eingetroffen im Underground. Zumindest wird aber anständig applaudiert und die Band gefeiert, dem Publikum scheint es jedenfalls zu gefallen.

Setlist

1. Birds of Sulphur
2. A Common Hope
3. Here Die Your Gods
4. The Axe of God
5. Carved in the Wind
6. State of Secret
7. Programmers of Decline
8. Disavow Your God

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