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Night Of Doom

Geile Bands, gemütliche Atmosphäre - einen Samstagabend kann man kaum besser verbringen

Impact Of Flames heizten schon zu Beginn ordentlich ein

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Night Of Doom – der Titel führt den gemeinen Metalhörer schnell irre, wenn man ihn nicht gerade ins Deutsche übersetzt. Doom Metal gibt es heute Abend nämlich schon gar nicht auf die Ohren, von langsamen Riffs kann man an diesem verregneten Samstagabend nur träumen. Stattdessen warten vier junge Bands aus Mannheim, Heidelberg und Umgebung darauf, den schnuckelig kleinen Havanna Club mit Blastbeats, derben Riffs und unmenschlichen Growls zu füllen. Zwar laufen fünfzig Prozent der Bands auf dem aktuellen Flyer unter „Melodic“, diese Aussage wird aber im Lauf des Mini-Festivals Lügen gestraft. Die heute auf dem Plan stehenden Combos haben Glück: In so einer familiären, heimeligen Atmosphäre aufzutreten, ist nicht jedem vergönnt – jeder kennt jeden und mit der Zeit muss man über die Tatsache schmunzeln, dass etwa ein Drittel der Anwesenden Mitglieder der Bands sind, die es sich auch nicht entgehen lassen, zu den Songs der Kollegen im Publikum abzugehen.

Impact Of Flames

Mit einer knappen halben Stunde Verspätung entern mit Impact Of Flames aus Mannheim direkt die Nesthäkchen des Abends die Bühne. Wenn sie das lesen, werden sie mich vermutlich hassen, aber immerhin ist der Bandälteste gerade 17 Lenze alt geworden, also kann man wohl kaum von alten Hasen sprechen. Dafür ziehen die Vier sehr routiniert ihre Show durch, obwohl man vor allem Sänger Patrick und Schlagzeuger Raphael vor dem Auftritt ihre Nervosität ansieht. Erste Befürchtungen kommen beim Intro vom Band auf – ist es tatsächlich...? Na klar, das hat kommen müssen: Aus den Boxen tönt lautstark „Gods Of War“ von Manowar - ein super Auftakt. Gut, dass das der einzige Track der Leder-Metaller ist, den ich mir anhören kann, ohne in spontanem Brechreiz zu versinken. Das kann heiter werden.

Glücklicherweise werden sämtliche Bedenken aus dem Weg geräumt, sobald das Quartett auf die Bühne kommt und Patrick den Mund aufmacht. Alter Schwede, was aus dem schmächtigen Kerlchen für Töne herauskommen, übertrifft alle Erwartungen. Trotz Killswitch Engage-Shirt wird hier ordentlich Old-School-Gepose geboten und die Thrash-Keule einmal quer durch den Raum geschwungen. „Claim For Salvation“ wird als „etwas ruhiger“ angepriesen, bollert dann aber ordentlich los, allerdings mit einer guten Portion klarem Gesang. Dankenswerterweise hat Patricks Stimme nichts von den üblichen keifenden Thrash-Metal-Sängern, sondern klingt im Gegenteil sehr angenehm – damit wären also auch die letzten Zweifel der Schreiberin beiseite gefegt.  

Apropos fegen: Nicht nur beim neuesten Track „Dark Trial“, der heute Abend erst zum zweiten Mal live aufgeführt wird, könnten vor allem Patrick und Bassist Erik mit ihren Matten den Boden fegen – die beiden schwingen die Haare, als gäbe es kein Morgen, der Sänger und Gitarrist macht es sich zunehmend im Halbspagat mit tief hängender Gitarre gemütlich und headbangt sich die Seele aus dem Leib. Was für ein Spaß, den Jungs bei der Arbeit zuzuschauen! Da merkt man spürbar die Einflüsse, dafür hätte es weder das Killswitch Engage-, noch das The Sorrow-Shirt, das Gitarrist Tim zur Schau stellt, gebraucht. Und Humor haben die Jungs auch noch – waren die Publikumsreaktionen und der Applaus bisher zwar verhalten, aber freundlich, herrscht nach dem neuen Song Grabesstille. Erst nach dem leicht süffisanten „Seid ihr noch wach?“ von Seiten des Sängers lassen sich die Herren und Damen dazu hinreißen, etwas Beifall zu spenden und sich dem letzten Track „The Predator“ zu widmen, der bereits um 22 Uhr den Vorhang für die erste Band fallen lässt.

Setlist:

1. In Mourning For Hope
2. Dead Inside
3. Claim For Salvation
4. Over Your Threshold
5. Torn To…
6. Dark Trial
7. The Predator

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