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New Model Army & Atlas Bird im Konzert (Dresden, Oktober 2019)

40 Jahre und kein Stück leiser

Stetiger Mittelpunkt des Geschehens: Justin Sullivan

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New Model Army

Die Umbaupause wird diesmal weniger zur Erfrischung genutzt, vielmehr versucht nun jeder, ein anständiges Plätzchen zu ergattern. Könnte sein, dass es zum Start mit „No Rest“ damit schon wieder schlecht aussieht, immerhin gibt es einen anständigen Schub nach vorn und im Mittelbereich wird bereits kräftig gemosht. Eins ist hiermit auch klar: New Model Army lassen hier nichts anbrennen, Tempo vom ersten Song an und mit „Never Arriving“ schieben die Briten gleich einen neuen Titel hinterher. Und dieses Stück zeigt nur zu gut, dass die Indie-Rocker, die auf dieser Tour ohne Gitarrist Marshall Gill auskommen müssen, auch nach so vielen Jahren absolute Hits schreiben können.

Der fette Auftakt lässt natürlich auch die Temperaturen zackig in die Höhe klettern; kaum eine Viertelstunde gespielt, merkt Frontmann und stetiger Mittelpunkt Justin Sullivan an, dass es doch recht heiß im Klub sei. Selbst daran schuld, möchte man an dieser Stelle entgegnen, aber wenn es denn schon so ist, kann man dies auch komplett durchziehen. Sehen die Briten wohl ähnlich, mit einem wütenden „Fuck Brexit“ gibt es die richtige Überleitung zu „51st State“ und damit einen Klassiker, der aus allen Kehlen mitgesungen wird.

Der titelgebende Song vom neuen Album zeigt sich hingegen etwas sphärischer, lässt Michael Dean am Schlagzeug viel Platz und lädt eher zum Mitschwingen ein, bevor der selbstbenannte „Surf-Song“ „WipeOut“ angekündigt wird. Glücklicherweise gibt es hiernach eine kleine Verschnaufpause, Justin lädt zur Fragestunde und zeigt sich amüsiert, dass offensichtlich nur um die vierzig Anwesenden aus Dresden seien. Dafür erzählt man nun vom 1. FC Union Berlin, den man kürzlich einen Besuch abstattete und damit geht es hinein in eine Akustik-Version von „Over The Wire“. Der eher ruhige Block ist damit auch abgeschlossen, zu „Here Comes The War“ fliegen wieder alle Hände nach oben, moshen kann man eh nur zu gut und im Refrain schiebt sich ein fetter Chor gen Bühne. Justin, dessen Mimik allein schon einen Besuch der Show wert ist, bedankt sich mit einem „Danke“ und fügt noch schnell hinzu, dass dies auch das einzige Wort sei, welches er nach all den Jahren auf Deutsch kann.

Mit den zwei letzten Stücken des Abends greifen New Model Army nochmals ganz tief in die Mottenkiste, da kommt zum einen „Fate“ aus dem Jahre 1993 zum Vorschein und der mitreißende Schlusspunkt „Get Me Out“ kann gar noch ein paar Jahre mehr aufweisen. Abgefeiert werden sie hingegen, als hätte das Konzert gerade erst begonnen und damit scheint auch eine Zugabe unausweichlich. Gibt es auch, allerdings lassen sich die Briten doch etwas länger bitten, was allerdings wohl den Grund hat, dass man einen kurzen Ausflug vor die Tür unternommen hat.

Die Erkenntnis, dass es dort schweinekalt sei, hilft im Beatpol zwar nicht wirklich weiter, dafür kann zu „Bad Old World“ wieder aufgedreht werden. Sollte dies noch nicht gereicht haben, ruft „Bechta“ im Anschluss zum kompletten Durchdrehen auf. Kein Gedanke an den nächsten Arbeitstag kann in diesem Moment stoppen, jetzt wird nochmals bei dem Punk-lastigen Song ausgerastet. Die Verabschiedung hiernach ist nur von kurzer Dauer, denn eine zweite Dreingabe in Form von „I Love The World“ lässt nicht lange auf sich warten. Damit verabschieden sich New Model Army endgültig von Dresden, da hilft auch kein minutenlanges Getose der Fans, das Konzert ist tatsächlich vorbei und damit auch ein grandioser Abend, an dem die Briten eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch nach vier Jahrzehnten noch ein echtes Feuerwerk abliefern können.
 
Setlist:

No Rest
Never Arriving
The Weather
The Charge
Watch & Learn
51st State
Believe It
From Here
Where I Am
WipeOut
Over The Wire
End Of Days
Here Comes The War
Stranger
Ballad Of Bodmin Pill
Fate
Get Me Out

Bad Old World
Betcha

I Love The World

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