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Neurotic Deathfest 2014

Extreme-Metal Convention in Tilburg

Despised Icon spielen ihre fettesten Hymnen

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Despised Icon

Na endlich - der The-Pit.de-Redakteurin wurde heute ein ganz großer Wunsch erfüllt. Die Band Despised Icon brach ihr nämlich einst das Herz, als sie ihre Auflösung im Jahre 2010 bekannt gaben und sie somit keine Chance mehr hatte, das Sextett jemals live erleben zu dürfen. Während des Soundchecks belagerten bereits die ersten Fans voller Vorfreude die Plätze vor der Bühne und beobachteten ihre Helden beim Einstimmen der Instrumente. Pünktlich um 17:50 Uhr stand die Band um die beiden Vocalists Alex Erian und Steve Marois auf der Matte und die Deathcore-Herzen der Despised Icon-Liebhaber schlugen mit dem Beat des Super-Drummers Alex Pelletier um die Wette. Die Kanadier spielten an diesem Abend eine Mischung ihrer fettesten Hymnen. Neben „Furtive Monologue“, „Quarantine“ oder dem heftigen „In The Arms Of Perdition“ aus dem 2007er Output „The Ills Of Modern Man“ bediente sich die Band auch an dem Vorgängeralbum „The Healing Process“ („Bulletproof Scales“, „Retina“). Im Moshpit ging es währenddessen wild ab, der Boden war mittlerweile sehr nass und nicht wenige Fans kamen an diesem Abend den Boden näher, als sie es sich eigentlich wünschten. Für die Violent-Dancer ist im Pit auch extra Platz gemacht worden. Es sieht einfach immer noch derbe lustig aus, wenn die jungen Männer mit hasserfülltem Blick versuchen, ihre Schultern auszukugeln und dabei Möchtegern-Bruce-Lee-Moves in die Luft kicken, als würden sie versuchen, ihren imaginären Freund aus der Kindheit in die Weichteile zu treten. Die Band war gut drauf und verbreitete eine Bombenstimmung. Jeder Breakdown und Gangvocal-Part wurde von den Fans gewürdigt und mitgegrölt, der Sound war klasse und man wird in einen Despised-Icon-Sog gezogen, der einen nicht mehr loslässt. Die Jungs hatten das Publikum von der ersten Sekunde an im Griff und nachdem auch noch geklärt wurde, dass Suffocations „Pierced From Within“ aus dem Jahre 1995, ihrer Meinung nach, DIE Death-Metal-Scheibe schlechthin sei, welche sie damals überaus geprägt hätte (und es vollends Zustimmung auf den Reihen der Fans gab), gaben die Jungs mit ihren letzten beiden Tracks noch einmal richtig Gas. „Les Temps Changent“ leitete das Finale ein, bis der Despised-Icon-Vorzeigesong schlechthin dem Festival präsentiert wurde: „MVP“. Es wurden erneut alle Kraftreserven im Pit zusammen gekratzt, die Violent-Dancer zogen ihre Tutus aus, schlüpften in die bewegungsfreundlicheren Jogginghosen und die Langhaarfraktion malträtierte noch ein letztes Mal ihre Nackenmuskulatur. Jede Zeile wurde mitgesungen und bei dem Breakpart zum Schluss wurde noch ein mal klar gemacht „This is your last f****** chance...“, bevor es dann ein letztes Mal eskalierte und alle Anwesenden jede verdammte Sekunde vollends auskosteten. Geschafft. Überglücklich und äußerst dankbar verabschiedeten sich Despised Icon von den zufriedenen Festivalbesuchern. Schade, dass es das letzte Mal war.

Epicardiectomy

Die aus Tschechien stammende Band Epicardiectomy veröffentlichte bereits drei Demos, eine Split und ein im Jahre 2012 erschienenes Album, welches den lieblichen Titel „Abhorrent Stench Of Posthumous Gastro Rectal Desecration (2012)“ trägt. Auf der Suche nach der kleinen, unbekannten Stage verliefen sich die beiden The-Pit.de-Mitarbeiter ungefähr vier Mal in dem 013-Labyrinth. So konnte keiner am Barbereich so wirklich erklären, wo sich der kleinste aller Säle befindet, bis man dann irgendwie doch in einen Raum stolperte, der nach einem Konzertraum aussah. Die Schlange reichte bis nach draußen, alle waren sie da, um das Trio um den Sänger Tom Verner zu feiern. Für den The-Pit.de-Fotografen bestand leider keine Möglichkeit, mit seinem High-End-Equipment durch die vollgestopfte Sardinenbüchse zu streifen, so dass sich die kleine und zierliche Redakteurin allein durch die Meute schubste und es bis vor den Moshpit in die Mitte schaffte - ohne Fotos, aber mit neuen blaue Flecken. Um 18:50 Uhr erklommen die drei Herren aus dem schönen Prag die kleine Bühne und die Zuschauer gingen ab wie sonst was. Mit Gummihammern und Fingerlights (LED-Ringe) ausgerüstet, prügelte die Meute gegenseitig auf sich ein. Die bereits beengende Lage wurde von Sekunde zu Sekunde noch erdrückender, bis man den Schweiß des Nachbarn auf der eigenen Stirn tropfen sah. Der Sound könnte deutlich besser sein, so verstand man die kurzen Ansagen zwischen den Songs kaum. Bei „Deranged Self-Mutilating Emasculation“ aus der gleichnamigen Demo, welche im Juni 2013 erschienen ist, entstand ein wilder Circle Pit. Die super eingängige Schunkel-Musik der drei Cap-Träger ließ die Zuschauer gemeinsam im gleichen Takt abtanzen. Die Nachfrage nach der Band schien sehr groß zu sein, sollten sie das nächste Mal wieder auf dem Neurotic Deathfest auftreten, könnte man den Jungs zumindest schon einmal die zweite Stage anbieten. Es war definitiv eine coole Show, welche ein größeres Publikum hätte erreichen sollen.

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