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Neurotic Deathfest 2014

Extreme-Metal Convention in Tilburg

Brutal Truth hier auf dem Metal Invasion Open Air 2013

Zum Thema


 
Samstag, 03.05.14
 
Der zweite Festivaltag stand vor der Tür und bisher hatten sich die Festivalgänger noch sehr unter Kontrolle. Auch waren keine Schnapsleichen vorzufinden, was einerseits natürlich super war, andererseits jedoch die „wässrige Bier-Theorie“ wieder in den Raum warf.
An diesem Tag erwartete das Publikum eine geballte Ladung brutaler Bands und zwei herzzerreißende Abschiede. Für viele Besucher wurde es nämlich die letzte Gelegenheit, die legendären Brutal Truth aus New York noch einmal live zu erleben. Auch die Jungs von Despised Icon waren für eine letzte und spontane Reunion-Runde mit von der Partie, bevor sie sich wieder zurück ziehen werden. Damit der Tag nicht nur von Tränen und Trauer überschattet wurde, sorgten Suffocation als eine der großen Headliner für Harmonie und Gleichgewicht in der bösen Death-Metal-Landschaft.

Brutal Truth

Um 16:20 Uhr versammelten sich die letzten Fans der Brutal Truth-Grindcore-Bande aus New York vor der Bühne. Der Banner mit der Aufschrift „The Final Round“ wurde an die Wand der Neurotic-Deathfest-Bühne projiziert und die ersten Leute applaudierten. Die Vorfreude auf die Jungs stieg in diesen fünf Minuten bis zu Beginn der Show in die Höhe. So wurde dies für die meisten Fans die letzte Chance, sie noch einmal live zu sehen, da die Band ihre (zweite) Auflösung bekannt gab und das zu keinem geringeren Datum als zum 50ten Geburtstag des Gründers und Bassisten Dan Lilker.
Um Punkt 16:25 Uhr wurde die Bühne verdunkelt und die Band um Sänger Kevin Sharp betrat die Bühne. Brutal Truth eröffneten ihr Set mit dem Kracher „Birth Of Ignorance“, dem gleichnamigen Titel ihrer allerersten Demo und dem zweiten Song aus ihrem Debütalbum „Extreme Conditions Demand Extreme Responses“. Gute-Laune-Bär Kevin trug seinen typischen, feschen Cowboyhut und lief barfuß durch die Gegend. Er wirkte unglaublich entspannt und zufrieden und strahlte dies mit seinem Dauergrinsen höchst sympathisch aus. Das Publikum dankte der Band mit lautem Beifall und heftigem Headbangen, bevor es mit „Stench Of Profit“ aus dem gleichnamigen Album wieder zur Sache ging. Zwischendurch fielen einem immer mal Fans auf, die regungslos inmitten der feiernden Meute herumstanden und wie geistesabwesende Zombies ihre Smartphones in die Höhe streckten. Nicht, dass es einen enorm stören würde, wenn man gerade mosht und böse Blicke kassieren muss, weil man auf einem Grindcore-Konzert jemanden vorsichtig und völlig unbeabsichtigt anstupsen könnte und dabei das Foto verwaschen – oder das Video verwackelt sein könnte - aber warum zur Hölle geht man gleich auf ein Konzert? Um sich das ganze anschließend noch einmal auf dem Display anzuschauen? Um etwas Aufmerksamkeit in Social-Media-Platformen zu kriegen? Dies war definitiv kein Brutal-Truth-Phänomen, denn auf dem gesamten Festival und bei jeder Band, standen immer mal wieder Leute herum die sich in die Online-Welt flüchteten und lieber ihr Facebook-Feed unter die Lupe nahmen, anstatt sich die Bands anzuschauen, die sich vor ihren Augen auf der Bühne für sie verausgabten. Bassist Dan Lilker schien dies auch aufgefallen zu sein und erntete für seine Kampfansage „I hope the youtube quality sucks“ und „When you are watching this on youtube - F*** Y**!“, zustimmendes Nicken und Beifall.
Während ihrer 45-minütigen Power-Show spielte die Band ganze 17 Songs. Dies erklärte sich natürlich durch ihre teilweise super kurzen Tracks, welche mitunter die 60-Sekunden Marke nicht erreichen wie z.B. das sechssekündige „Branded“ aus ihrem vorletzten Full-Length „Evolution Through Revolution“ oder das allseits beliebte „Collateral Damage“, welches 2001 vom Guinessbuch der Rekorde zum offiziell kürzesten Musikvideo, was je produziert wurde – nämlich 2.81 Sekunden – gekürt wurde. In der Kürze liegt die Würze, eben typisch Grindcore. Mit „Choice Of A New Generation“ verabschiedeten sich Brutal Truth ein letztes Mal von der Tilburger Bühne und bedankten sich herzallerliebst bei dem Publikum. Einige Shake-Hands hier und da und das legendäre Quartett verzog sich hinter die Bühne, um sich später unter das Metalvolk zu mischen.

Setlist:

  • Birth of Ignorance
  • Stench of Profit
  • Sugardaddy
  • Get a Therapist…Spare the World
  • Malice
  • Simple Math
  • End Time
  • Evolution Through Revolution
  • Branded
  • Addicted
  • Godplayer
  • Walking Corpse
  • Collateral Damage
  • Denial of Existence
  • Time
  • Ill-Neglect
  • Choice of a New Generation
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