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Neckbreaker's Ball IV (Hamburg)

Gerne wieder, aber nächstes Jahr vielleicht mit einem besser abgestimmten Bandpool

Dark Tranquillity: Trotz schwindender Zuschauerzahlen wird (ein bisschen) gefeiert

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Dark Tranquillity

Enttäuschend, aber nicht zu ändern: Kurz vor 23.00 hat sich bereits eine größere Anzahl von Metalheads aus dem Staub gemacht und so klaffen ordentliche Lücken im Publikum, als die Melodic-Death-Metaller von Dark Tranquillity endlich die Bühne betreten. Ob es an der für unter der Woche recht späten Stunde oder an dem stilistisch augenscheinlich nicht optimal aufeinander abgestimmten Line-Up liegt? Vielleicht eine Mischung von beidem.

Die Schweden jedenfalls lassen sich nichts anmerken und starten ohne Umschweife mit ihrem Opener „Terminus (Where Death Is Most Alive)“. Mit „In My Absence“ folgt einer der beiden einzigen Songs, die man heute Abend vom aktuellen 2010er Album „We Are The Void“ hören wird. Ohne viel Aufforderung wird von den im Saal verstreuten Langhaarigen der Refrain mitgeträllert – obwohl man zumindest Bandshirt-technisch nur wenig ausgemachte Fans der Schweden erkennen kann.

Direkt im Anschluss donnert die unverkennbare Melodie von „The Treason Wall“ durch die Boxen und die Fäuste strecken sich im Takt zum lauthals skandierten „I don't believe, I don't believe!“ gen Himmel. Die Stimmung der Leute, die geblieben sind, darf man getrost als ausgelassen bezeichnen und so werden die folgenden Klassiker  „Lost To Apathy“ und  „The Wonders At Your Feed“ kräftig mitgesungen – wenn auch die Menge der Fans kaum ausreicht, um den wie immer in einem schwarzen, langärmligen Hemd gekleideten Sänger zu übertönen.

Die Setlist bewegt sich zwischen allen Alben der letzten Dekade, allerdings müssen Fans der noch älteren Langrillen zurückstecken: Weder von „The Gallery“ noch von „The Mind's I“ wird ein Song zum Besten gegeben. Die Bühnendeko beschränkt sich wie gewohnt auf eine große Videoleinwand mit passenden visuellen Kunstwerken zu jedem Song. Selbst der obligatorische Banner mit Bandnamen verschwindet heute Abend unterhalb des Drum-Podest. Aber wer braucht schon aufwendige Deko, Corpsepaint, Blut oder Feuershows, wenn ein charismatischer Sänger wie Mikael Stanne textlich wie musikalisch direkt unter die Haut gehende Songs wie „Monochromatic Stains“ zum Besten gibt? Eben!

Gegen Ende ihrer Setlist packen Dark Tranquillity noch mal einige Perlen aus: „Final Resistance“ und „Misery's Crown“ beglücken das leider noch spärlicher gewordene Publikum. Wen interessierts, die noch vorhandene Meute feiert die beiden Hits, wie sich das gehört. Die Band weiß die Leidenschaft der verbliebenen Fans zu würdigen und man verspricht vollmundig diese Tour beenden zu wollen, das neue Album einzuspielen und so bald wie möglich wieder live zu spielen.

Nach dem aktuellen „The Fatalist“ verabschieden sich die fünf Recken wie zuvor angekündigt ohne Zugabe und viel Tamtam. Mit einer guten Stunde Spielzeit sicherlich nicht einer der längsten Auftritte in der Bandgeschichte aber bei sechs Bands an einem Abend kann man damit sicher leben. Ansonsten spielen die Göteborger wie immer energiegeladen und verströmen ihre unverkennbare Atmosphäre, wenn auch die Ansagen zwischen den Stücken (dem Zeitdruck geschuldet?) eher kurz gehalten sind.

Alles in allem keines der besten Dark Tranquillity-Konzerte, aber die Leistung der Band selbst war wie immer solide, keine Spur von Desinteresse ob des arg ausgedünnten Publikums. Das sich zum Headliner hin die Reihen der Zuhörer lichten, scheint bei dieser Tour wohl kein reines Hamburger Phänomen zu sein, von daher kann man als Fazit wohl sagen: gerne wieder, aber nächstes Jahr vielleicht mit einem besser abgestimmten Bandpool.

Setlist:

  • Terminus (Where Death Is Most Alive)
  • In My Absence
  • The Treason Wall
  • Lost To Apathy
  • The Wonders At Your Feet
  • The Mundane And The Magic
  • Monochromatic Stains
  • The Sun Fired Blanks
  • Inside The Particle Storm
  • Zero Distance
  • Dream Oblivion
  • Final Resistance
  • Misery's Crown
  • The Fatalist
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