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Neaera, Undertow, Der Weg Einer Freiheit im Konzert (Münster, Oktober 2010)

Zwei gute Vorbands, ein gefeierter Mainact
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Neaera

Ebenso wie die neue Scheibe mit dem Titel „Forging the Eclipse“, startet die Record Release Show der Münsteraner Metalcombo Neaera in der Sputnikhalle mit einer Explosion. Energiegeladen, wie man es von ihnen gewohnt ist, betreten die „Schmiede der Finsternis“ die Bühne. Bereits binnen der ersten Minuten werden alle Erwartungen an Band und Publikum übertroffen, schon beim Opener „Heaven's Descent“ tobt die Menge und es wird textsicher mitgegrölt. Die Euphorie auf Seiten der Fans bewegt sich irgendwo zwischen Armageddon und Chaos, Schweißausbruch und Gänsehaut. Es ist ein Chaos, aus dem im weiteren Verlauf der Show noch etwas Großes erwachsen soll – soviel sei verraten.

Mit einem freundlichen „Alter, leck mich am Arsch! Mann, Mann, Mann, ...“ begrüßt Stimmakrobat Benny im Folgenden die hungrige Meute. Daraufhin wird das akustische Feuerwerk fortgesetzt. Die Fans übertönen in einigen Passagen die Lautsprecher und das, obwohl die Halle noch nicht mal komplett voll ist. Nach dem vierten Song scheint ihnen für einen kurzen Moment die Puste auszugehen – eine Verschnaufpause sei ihnen gegönnt. „Wo sind die ganzen Crowdsurfer hin?“ fragt Benny vor dem Klassiker „Walls Instead of Bridges“ seine teilweise von weither angereisten Metaljünger. Die Stimmung steigt in den nächsten Minuten sprunghaft. Angefeuert durch Sprüche, wie „Ich hab euch gesagt, ihr sollt den Laden auseinandernehmen!“ und dem absoluten Muss eines jeden Neaera-Auftritts „komm schon!“ kocht die Stimmung beinahe über. Die ersten Meter vor der Bühne sind fest in der Hand eines Pits, der keine Ruhe kennt und dem ständig Stagediver entspringen, um dann wieder in dessen Tiefen zu verschwinden. Den Rest der 80-minütigen Show sollte man nicht mehr viel von der Band sehen, denn die gefühlte Hälfte des Publikums befindet sich von nun an auf der Bühne. Zwischendurch aber immer mal wieder gut zu sehen: Der Spaß, den Zeremonienmeister Benny inmitten der Fans hat. „Musik ist das einzige, das wir halbwegs können. […] Vielen Dank, dass ihr Euch immer wieder unsere Köppe anguckt“, bedankt er sich kurz vorm Ende bescheiden und ungläubig. Bei Huldigungen, wie diesen, sowie den für Neaera typischen, eingängigen Doublebass-Rhythmen und Gitarrensounds, stellt sich ein gewisses Gefühl der Erfüllung ein. Ein gelungener Abend.

Nach durchweg positiver Resonanz einschlägiger Metal-Magazine ist nun auch von Fanseite her klar: Auf diesen Abend, auf dieses Album hat die Anhängerschaft gewartet. Neaera sind zurück und haben mit diesem Kracher nicht nur zu alter Stärke zurückgefunden, sondern gehen direkt mal in die Vollen. Die Jungs sind präsenter als je zuvor, die Show ist wie immer großartig und das neue Album ist ein Manifest des deutschen Extreme Metal.

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