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Nazareth & Luke Gasser im Konzert (Lünen, November 2018)

50 Jahre Reife ohne altbacken zu sein

Neufrontmann Carl interpretiert die Songs mit sehr viel Seele

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Nazareth

Vergessen die Diskussion im Vorfeld, dass Nazareth doch nur  ich eine bessere Coverband seien, da mit Bassist Pete doch nur noch ein Originalmitglied vertreten ist, vergessen die wohl heftigere Diskussion, weil die Original-Reibeisenstimme Dan McCafferty auch nicht dabei ist. Alle, die sich deswegen die 50 Jahre-Feier der Legende geklemmt haben, sei hiermit gesagt: Voll ins Fettnäpfchen gegriffen, denn mit Carl Sentance ist da ein Frontmann dabei, der mit jeder Menge Ausstrahlung den Songs aus fünf Dekaden derart authentisches Leben einhaucht, dass man mit Freudentränen alte „Kamellen“ wie den Opener „Turn On Your Receiver“ - passt auch ganz gut zum heutigen Abend, haben sie doch die Anlage derart heftig aufgerissen, als würden sie die Westfalenhalle beschallen wollen – oder aber die Coverversion von „Morning Dew“ - im Original von der kanadischen Folksängerin Bonnie Dobson – abfeiert, sogar solch eine Schmonzette wie „Love Hurts“ erstrahlt  im neuen Lüsterglanz.

Dabei ist heute auch so viel Neues beim Tourauftakt in Lünen: Die Songs vom neuen Album „Tattooed On My Brain“ - immerhin drei werden live vorgestellt – kommen zum ersten Mal zum Einsatz, was im Nachgang im Backstage Pete Agnew noch mit einem „ist noch nicht alles so rund gelaufen wie gewünscht“ kommentiert und dazu sind sie auch zum allerersten Mal in Lünen, das hätte wahrlich schlechter laufen können. Und auch wenn das Gros des Publikums im dann doch eher gehobenen Alter ist und nicht die ganz große Emotionssause veranstaltet, so wird doch fleißig mitgesungen, geschwoft und auch geträumt, immer mit einem, „wow, wusste gar nicht, wie viele Songs ich noch wirklich auf der Pfanne hatte“ im Hinterkopf.

Angenehm, wie sich Carl auch mal zurücknimmt und sich einfach links neben der Bühne auf eine kleine Box setzt und an seiner Cola nuckelt, im nächsten Moment aber auch wieder voll präsent durch die Show führt, wenn auch viele das Genuschel nur schwer verstehen, dagegen versteckt sich Gitarrist Jimmy Murrison gerne hinter seinen Effektgeräten und bleibt bevorzugt auch so außerhalb des Scheinwerferlichts im Halbdunkel verborgen. Dafür aber post Pete Agnew noch wie ein ganz junger und hat sichtbar Spaß in den Backen, über sein beispielloses Bassspiel muss man eh kaum mehr Worte verlieren. Viel Applaus, viel Herzblut, ein Abend, den man so schnell nicht vergessen wird, denn die „Altherren-Truppe“ hat gezeigt, dass reif sein eben nicht altbacken sein muss. Kleiner  Wermutstropfen: Nur gut 250 Fans wollen dieser Institution beiwohnen.

Setlist:

Turn On Your Receiver
Never Dance With The Devil
Razamanaz
This Flight Tonight (Joni Mitchell-Cover)
Dream On
Holiday
Change
My White Bicycle (Tomorrow-Cover)
Hearts Grown Cold
Beggars Day (Crazy Horse-Cover)
Changin' Times
Hair Of The Dog
Tattooed On My Brain
Love Hurts (The Everly Brothers-Cover)
Morning Dew (Bonnie Dobson-Cover)
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Go Down Fighting
Where Are You Now
Broken Down Angel

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