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Mr. Big und The Answer im Konzert (Köln, Oktober 2017)

Anspruchsvoll gepflegter Hardrock

Mr. Big sind seit Langem in Bestform

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Mr. Big

Große Freude erwartet dann die eigentlichen Stars des Abends und die Menge wird immer dichter im vorderen Bereich. Ganz hinten ist noch ein bisschen Luft, aber mit geschätzten 1200 Leuten ist die Halle ganz gut gefüllt. Um 21.20 Uhr startet die Band unspektakulär ihr Programm, indem die Musiker nacheinander bei vollem Lichtstrahl auf die Bühne kommen. Die hohe Musikalität und Profieinstellung merkt man von den ersten Tönen an, obwohl sie so tun, als würden sie nicht wissen, wie der erste Song anfängt. Eric Martin wickelt durch seine gut gelaunte Bühnenpräsenz das Publikum in Minutenschnelle um den Finger. Zu Beginn begrüßt er das Kölner Publikum schmunzelnd mit „Hello, you crazy motherfuckers“.

Das erste Drittel des Programms umfasst ältere Klassiker und so ist das Publikum bereits am Anfang in Feier- und Mitsinglaune in der Halle. Einige sind sogar aus den benachbarten Ländern extra für den Abend angereist.
Bereits im zweiten Song „American Beauty“ setzt der vielbeschäftigte Workaholic Billy Sheehan die Showeinlage "mit Plektrum bestückter Bohrmaschine" an den Bass und legt ein virtuoses Solo hin.

Leider kann der langjährige Originalschlagzeuger Pat Torpey nur am Rande mit dabei sein, denn er hat seit 2014 die Parkinson-Krankheit und so spielt er nur bei einigen ausgewählten Songs mit, außerdem im Akustik-Set hin und wieder Schlagzeug und Tamburin. Für ihn spielt an diesem Abend weiterhin Matt Star, der zur Band von Ace Frehley (ex-Kiss) gehört. Sein Spiel ist eher begleitend, als dass es virtuos auffallen würde wie das Spiel der anderen Bandmitglieder und so klingen die Songs eher auf Gesang, Bass und Gitarre ausgelegt. Dass die Truppe nicht nur spielen, sondern auch singen kann, beweisen ihre mehrstimmigen Gesangseinlagen. Bei „Everybody Needs A Little Trouble“ wird die Gesamtlautstärke am Mischpult jedoch deutlich angezogen und stört etwas beim Gesamtbild.

Ab jetzt spielt die Gruppe vom aktuellen Album genau die Hälfte der Songs. Man hat aber nicht das Gefühl, dass sie versucht, die neuen Songs ihren Fans unterzujubeln, denn sie fallen live keinesfalls von den alten Heldentaten ab.
Im weiteren Verlauf werden die Riffs nur so aus der Hüfte geschossen und komplizierte Teile mit solch einer Lockerheit verbunden, dass das eine Freude ist, dabei zuzusehen und -hören. Eric fragt zwischendurch Billy, warum er so scheu ist und sich in der Dunkelheit der Bühne bescheiden versteckt, woraufhin er antwortet: „Um in meiner Nase zu pimpern!“ Dann holt er seinen Kumpel hervor und sie fangen mit „Price You Gotta Pay“ an, wobei Eric Billys Bass bedient, währenddessen dieser die Mundharmonika spielt. Paul bekommt auch eine kleine Soloeinlage und alle Musiker flitzen mehrmals über die Bühne.

Paul Gilbert schaffte bereits zu Beginn seiner internationalen Karriere nicht nur als bloße Kopie seines Altmeisters Eddie van Halen zu wirken, obwohl Ähnlichkeiten durchaus vorhanden sind. Seine Eigenständigkeit beweist auch, dass er unter anderem mit Joe Satriani und Steve Vai aufnehmen und touren durfte. So bekommt er seine alleinige Soloeinlage, die mit knappen zehn Minuten zu lange ausfällt, alleine schon mal deshalb, weil viele Elemente sich nur wiederholen und nichts Neues mehr dabei rauskommt. Anfangs spielt er mit der Stomp-Box einen AC/DC-Riff an und gleitet dabei ins eigene Gefilde. Hier greift er auf die am Bühnenrand aufgestellte kleinere Gitarre, um mehr Bünde greifen zu können und wechselt hin und wieder auf seine normale Gitarre zurück. Er spielt nicht nur virtuos, sondern gleichzeitig bluesig gefühlsbetont, aber dennoch etwas zu lange.

Mit „Wild World“ kommt auch ein Unplugged-Block von zwei Songs, das mit einem spanischen Solo eingeleitet wird. Danach wird es wieder oldschooliger. Da aber noch ein Starmusiker auf der Bühne ist, bekommt soeben auch Billy seinen Part, der ebenfalls etwas länger wird. Nach einem Querschnitt durch die Bandgeschichte mit knapp zwei Stunden endet nun die Show und zurück bleiben glückliche Gesichter in der Kölner Nacht.

Setlist:

1. Daddy, Brother, Lover, Little Boy (The Electric Drill Song)
2. American Beauty
3. Undertow
4. Alive And Kickin`
5. Temperamental
6. Just Take My Heart
7. Take Cover
8. Green-Tinted Sixties Mind
9. Everybody Needs A Little Trouble
10. Price You Gotta Pay
11. Guitar Solo (Paul Gilbert)
12 Open Your Eyes
13. Forever And Back
14. Wild World (Cat Steven Cover)
15. Damn I´m In Love Again
16. Promise Her The Moon
17. Rock And Roll Over
18. Around The World
19. Bass Solo (Billy Shehan)
20. Addicted To That Rush
21. To Be With You
22. 1992
23. Colorado Bulldog
24. Defying Gravity

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