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Mono Inc. im Konzert (Leipzig, Februar 2014)

Ein Abend mit besonderen Momenten

Auch mit ihren akustischen Versionen können Mono Inc. das Leipziger Publikum völlig begeistern

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Die schwarze Flagge mit dem weißen Raben, die auf dem Balkon der Theaterfabrik in Leipzig gehisst wurde, verkündet schon von Weitem die Band des heutigen Abends: Mono Inc geben sich die Ehre in der Messestadt. Auf ihrem letzten Album „The Clock Ticks On 2004-2014“ brachten die Hamburger schon einige Akustik-Versionen ein, die Quittung folgt auch prompt auf den Fuß und dies bedeutet ein ausverkauftes Haus.

Die Sitzplätze und auch einige (eigentlich nicht vorhandene) Stehplätze sind schon lang bevor die ersten Takte erklingen besetzt. Was noch fehlt ist die Band und die wird schließlich mit einem herzlichen Applaus in Empfang genommen. Die Tatsache, dass Frontmann Martin Engler sich noch nicht auf der Bühne befindet, irritiert wohl die wenigsten. Dafür macht sich in den mittleren Reihen des Saals etwas Unruhe breit. Dort entspringt nicht etwa ein Fluss, sondern begrüßt Martin die Zuschauer. Mit „Gothic Queen“ wird auch gleich ein absolutes Highlight angestimmt. Dies und die persönliche Begrüßung verschafft dem Konzertabend schon mal einen prächtigen Auftakt.

Hiernach wird über den weiteren Fortgang des Abends geplaudert, darüber, dass das Publikum ja auch immer älter wird und deswegen heute Sitzplätze zur Verfügung gestellt bekommt. Da dies aber auf die Dauer auch zu anstrengend für das Sitzfleisch ist, wird auch ein Pause angekündigt oder kurzum gesagt: Heute ist eben alles anders, was sofort mit dem Zwischenruf „aber geil“ kommentiert wird. Die kurze Überlegung, ob man hier nicht abbrechen solle, da es nun sowieso nicht besser werden kann, schiebt man allerdings schnell beiseite und widmet sich lieber dem nächsten Titel „Symphony Of Pain“. Das danach ein Leid für die Ohren ausbricht, vermutet sicher ein großer Teil des Publikums, als die Gewinnerin des Karaoke-Wettbewerbs angekündigt wird. Doch Susan Janetzki kann allen Vorurteilen Kontra bieten. Der Zwiegesang mit Martin Engler harmoniert so ausgezeichnet, dass „Twice In Life“ zu einem besonderen Moment des Abends avanciert, an den sich sicher nicht nur die Protagonistin noch lange zurück erinnern wird. Mit “In My Darkest Hours“ schließt sich ein weiteres Duett an, wobei man hier schon überlegen kann, ob es sich nicht doch um ein Trio handelt, denn die jetzige Gesangspartnerin Katha Mia, die diesmal verständlicher Weise nicht die Drumsticks schwingt, sorgt demnächst für Nachwuchs im Hause von Mono Inc. Der Frontmann kommt nun mit einer kleinen Bitte um die Ecke, und zwar geht es darum, einfach mal die Handys und Kameras beiseite zu legen und einfach nur das Konzert zu genießen. Erstaunlicher Weise wird dies sogar bejubelt, obwohl eigentlich gefühlte neunzig Prozent der Zuschauer mittlerweile diese Aufzeichnungen für unerlässlich halten. Umso erfreulicher, dass es hier nun kein Muss zu sein scheint. Mit „Arabia“ wird schließlich der erste Teil des Programms abgeschlossen und dies so mitreißend, dass es niemanden mehr auf seinem Sitzplatz hält.

Nach der Pause geht es mit „Temple Of The Thorn“ weiter und noch bevor der Refrain angestimmt wird, reißt es alle Anwesenden von den Sesseln. Völlig gefesselt von der nun etwas treibenderen Stimmung verharren sie auch trotz der engen Reihen im Stehen. „This Is The Day“ scheint nun das Motto zu sein, es wird kräftig geklatscht, gesungen oder einfach nur gefeiert. Dies hält sich bis zu dem zurückhaltenden „Kein Weg zu weit“, welches mit sehr persönlichen Worten von Martin Engler angekündigt wird. In dem Titel geht es um Gewalt gegen Kinder. Um dieses Thema in eine breitere Öffentlichkeit zu bringen, wurde von der Band eine Kooperation mit „Bild“ eingegangen. Das dies Schelte einbringt, war sicher vorher klar. Aber alle hier Anwesenden sind sich sicherlich einig, dass manchmal eben der Zweck die Mittel heiligt. So genießt man andächtig das vom Piano getragene Stück und ebenso das nachfolgende „Purple Rain“.

Mit „The Passenger“ schieben Mono Inc den nächsten Cover-Song nach und damit wird auch die verhaltene Stimmung wieder aus dem Saal katapultiert. Von nun an wird wieder kräftig abgefeiert und auch die vorgestellten Gastmusiker Rafael und Bastian können sich mit ihren Soloeinlagen noch einen anständigen Applaus einheimsen. Damit ist es aber auch schon Zeit für den letzten Song „Revenge“, bei dem die Band nochmals kräftig anfeuert wird.

Das bei einer dermaßen hohen Begeisterung der Zuschauer noch nicht das Konzert beendet ist, versteht sich jetzt fast von allein. Vom Frontmann kommt jetzt nicht nur ein Dank ans Publikum, sondern die Idee, dass man eigentlich auch vierzehn Tage am Stück in Leipzig spielen könnte. Das Kreischen nach der Ansage kann man getrost als Zustimmung werten und gar auf den Gedanken kommen, dass wohl auch jedes dieser Konzerte ausverkauft wäre. „Voices Of Doom“ knallt in die Runde und zündet auch in der akustischen Version raketenhaft. Dem schließt sich noch „Best Of You“ an, was sich als passender Abschluss präsentiert. Der Abend gleicht einem Best-Of-Programm von Mono Inc. und bot einige intensive Momente, die nun mit den Zuschauern in die Sesseln fallen.

Setlist:

Gothic Queen
Symphony Of Pain
Twice In Life
Life Hates You
In My Darkest Hours
Seligkeit
Arabia

Temple Of The Thorn
This Is The Day
Arabia
In My Heart
Kein Weg zu weit
Purple Rain
The Passenger
Revenge

Voices Of Doom
Best Of You

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