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Mono Inc. & Hell Boulevard im Konzert (Dresden, Oktober 2018)

„Ihr macht mich sprachlos“

Mono Inc.

Die Umbaupause wird recht sportlich absolviert, zügig geht das Licht im Saal wieder aus und ein dumpfer Pyro-Schlag verkündet: „Welcome To Hell“. Perfekter kann man einen Einstieg wohl kaum noch inszenieren, die Zuschauer sehen es mit Sicherheit ebenso, denn hier herrscht vom ersten Ton an beste Stimmung. Gitarrist Carl Fornia und Bassist Manuel Antoni unterstützen mit ihren Pestmasken den Titel optisch und wenn man gleich bei der Optik bleiben möchte, muss man natürlich zwingend über die eindrucksvolle Lichtshow der Hamburger sprechen. Ob nun der Licht-Dom zu „Funeral Song“, das blutrote Ende bei „A Vagabond’s Life“, allein schon wie Schlagzeugerin Katha Mia ins Licht gesetzt wird, geschweige denn der taktgenaue Einsatz von Flammenwerfern, hier passt in puncto Showelemente wirklich alles.

Klar bleibt dessen Wirkung nicht aus, aber auch ohne das ganze Brimborium beweisen sich Mono Inc als wahnsinnig starke Live-Band. Frontmann Martin Engler zeigt sich eben nicht nur als Sänger, sondern auch als guter Anheizer und Dirigent der Massen. So bildet sich in Sekunden bei „Arabia“ ein Meer aus Händen und wenn dann noch Klassiker wie „Symphony Of Pain“ oder „Gothic Queen“ in den Saal preschen, gibt es förmlich kein Halten mehr. Zu „Heile, Heile Segen“ könnte man gar auf ihn verzichten, hier wird von der ersten bis zur letzten Reihe mitgeklatscht und scheinbar auch noch ausnahmslos mitgesungen, zumindest lässt dies der Lautstärkepegel stark vermuten.

Engler senkt mit seiner Aussage über Momente der Einsamkeit etwas die Stimmung oder sagen wir mal lieber, er lässt sie etwas nachdenklicher werden, was zugleich die perfekte Überleitung zu einem Song wie „When The Raven Dies Tonight“ bedeutet. Mit „Banks Of Eden“ streben die Hamburger wieder in die rockigere Richtung und als Engler zu „Revenge“ im Priestergewand weiter anheizt, ist der Saal schließlich endgültig aus dem Häuschen. Da kann man seinen Rückblick auf die vergangenen Jahre und den schweren Start in der Musikbranche nur willkommen heißen, immerhin bleibt nun etwas Zeit zum Luft holen und zugebenerweise gibt es durchgehend ein Schmunzeln, als man die damalige Aussage vom Sony-Chef zum Besten gibt: „Songs schlecht, Band zu alt und alles nicht marktgerecht“. (An dieser Stelle gratuliert man doch gerne nachträglich zu Platz 2 der deutschen Charts.) Das hierzu passende „Risk It All“ gibt es nun im Duett mit Katha Mia, welche sich zackig auf den Rückweg begeben muss, immerhin folgt nun ein Drum-Battle, was ebenso heftig gefeiert wird wie der vorherige Titel.

Und wenn nun sowieso schon alles am Durchdrehen ist, kann Gitarrist Carl Fornia zu „Get Some Sleep“ auch noch ein paar Runden tanzend absolvieren. Doch kaum hat er sich warm getanzt, verkünden Mono Inc. mit „After The War“ schon ihren Abschied. Flammenwerfer zucken über die Bühne und man fordert eine klare Ansage gegen Krieg, und ein weiteres Mal pushen sich Band und Zuschauer zur Höchstleistung. Dass nun eine Zugabe eingefordert wird, dürfte klar sein. Wie intensiv dies geschieht, lässt dann aber doch nochmal erstaunen. Klatschen, Johlen und ein Getrampel, bei dem man sich schon ernsthaft Gedanken um die Tribüne am Saalende macht, bringen nicht nur die Band zurück auf die Bühne, sondern lässt wohl auch jede Wühlmaus im erweiterten Umfeld flüchten.

Mit „Kein Weg zu weit“ geht es weiter und zu „Voices Of Doom“ geht es schon wieder hinunter von der Bühne. Eine zweite Dreingabe wird gefordert, welcher der Vierer mit „In My Heart“ nachkommt und zugleich eine Liebeserklärung an Dresden sendet. Zu „Children Of The Dark“ heißt es allerdings endgültig Abschied nehmen und dieser wird mit einem hundertfachen Gesang untermalt. Tosender Applaus macht sich breit, die Gesänge verstummen auch zur Verbeugung nicht, was Martin Engler nur mit einem „Ihr macht mich sprachlos“ kommentieren kann. Viel bleibt dem nicht hinzuzufügen, an diesem Abend stimmte eben alles.

Setlist:

Welcome To Hell
Funeral Song
Arabia
A Vagabond’s Life
Symphony Of Pain
Gothic Queen
Heile, Heile Segen
When The Raven Dies Tonight
The Banks Of Eden
Revenge
Risk It All
Get Some Sleep
After The War

Kein Weg Zu Weit
Voices Of Doom

In My Heart
Children Of The Dark

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