Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Mono Inc., Black City im Konzert (Dresden, April 2014)

„This is fucking fantastic“

Mono Inc.

Die Umbaupause folgt und mit ihr steigt auch weiter die Spannung des Publikums. Noch bevor diese ins Unermessliche schießt, löst sie sich mit einem lauten Knall auf, und eine Sportmaschine namens Mono Inc. beschleunigt von null auf hundert und dies in weniger als zehn Sekunden. Wobei die gesamte Ungeduld der Zuschauer mit dem Erklingen von „Heile, heile Segen“ in eine unglaubliche Euphorie umschlägt. Es wird mitgesungen, mitgeklatscht und damit ein Start nach Maß hingelegt.

Nächster Song und gleiches Bild, auch „My Deal With God“ wird ausgiebig mitgefeiert und „Gothic Queen“ kann man nur als einen Selbstläufer bezeichnen. Frontmann Martin Engler schreitet hier die Brücke, die mitten ins Publikum geht, ab und scheint jeder der anwesenden Gothic-Bräute das Gefühl zu geben, dass sie die einzige wahre Königin des Abends ist.

„Avalon“ überzeugt nicht nur mit einem ausgedehnten, hochklassigen Instrumentalteil, bei dem jede Note beklatscht wird, sondern treibt auch weiter den Schweiß voran. Auch zu „Arabia“ bekommt das Publikum keine Ruhe. Der orientalische Einfluss überzeugt und Schlagzeugerin Katha Mia kann nicht nur an ihrem Instrument, sondern auch gesanglich punkten. Der Aufforderung zum Klatschen wird dementsprechend gerne nachgekommen und in der gesamten Reithalle tobt nun ein Meer aus Händen.

Etwas schwieriger wird dies bei „Temple Of The Torn“, welches von Carl Fornia, der im sächsisch korrekten „Mönö Inc.“-Shirt am Start ist, eingesungen wird. Anfangs will der Gesang der Sachsen noch nicht so richtig klappen, also wird kurzerhand unterbrochen und alles nochmals angestimmt. Der Chor der Feierwilligen kann jetzt auch noch einen Zacken drauf packen und singt sich so schon für das folgende Duett zwischen Publikum und Band warm. Damit ist auch der Erfolg der Ballade „Kein Weg zu weit“ gesichert und wird mit einem rasenden Applaus belohnt.

Auf der Bühne wird es nun leer und dunkel, stattdessen richten sich alle Blicke auf die Mitte des Saals, wo sich Katha Mia zu einem Solo einfindet. Dies ist allerdings nur ein kleiner Vorgeschmack auf das nun beginnende Drum Battle zwischen ihr und den Herren auf der Bühne. Die Saitenfraktion präsentiert sich hierbei an der Trommel und Martin Engler am Schlagzeug. Auf der Bühne und im Saal geht es nun ordentlich zur Sache und jeder Schlag der grandiosen Zwischeneinlage wird mit einem lauten „Hey!“ des Publikums untermauert.

Klar braucht es nun etwas Zeit, um wieder etwas Stille in den Saal zu bekommen. Aber Engler erinnert die Stimmung an das letzte Konzert der vorherigen Tour, was sich tief in sein Herz eingebrannt hat. Die ganze Zeit hätte er sich auf den Abend gefreut, bis auf den vorher, als ihm bewusst wurde, dass auch ein Konzert mal nicht so laufen könne. Die Bedenken werden mit einem nochmaligen Applaus weggespült und fast will man ihm den Gefallen tun und auf das kurz angestimmte Cover „Atemlos“ einstimmen.

Glücklicherweise endet dies schon noch nach wenigen Silben und verursacht dem Frontmann nicht noch eine weitere schlaflose Nacht. Ein Cover gibt es allerdings dann doch und zwar „The Passenger“, wo auch der Sänger mit zur Gitarre greift. Aber auch hier bleibt es bei wenigen Tönen und das mittlerweile etwas ausgelaugte Publikum wird ironisch ermahnt: „Klatschen: ok., Singen: bemüht, sportlich: eine Farce“ heißt die Einschätzung, die natürlich nicht ohne Wirkung bleibt. Jetzt wird nämlich alles zusammen betrieben und dies mit einer Ekstase, die den Zuschauern einen weltmeisterlichen Fitnesszustand attestiert.
Glücklicherweise wandern vor dem abschließenden „After The War“ noch einige Wasserflaschen vor die Bühne, so kann auch dieser Titel noch erfolgreich mitgefeiert werden.

Der eingeforderte Zugabenblock beginnt hingegen ganz anders: Gedanken übers Leben und über den Tod werden geäußert, von der Unterstützung des Kinderhospizes „Bärenherz“ berichtet und die emotionale Ballade „Nimmermehr“ angestimmt. Es ist sicher schwer, nach so einem Titel und diesem Thema einfach wieder umzuschalten, aber auch diesen schwierigen Grad meistern die Hamburger. Allmählich wird das Tempo wieder angezogen und zu „Get Some Sleep“ darf wieder richtig Gas gegeben werden.

Die zweite Zugabe beginnt mit „Seligkeit“ und einer extra Portion marschierender Härte, mit der man sich gut auf das abschließende „Voices Of Doom“ einrocken kann. Und damit man bis hierher auch nicht umsonst geschwitzt hat, heißt es jetzt nochmal Arme hoch und Körpergeruch schleunigst verteilen. Die Band liegt sich zum Ende des Songs in den Armen und so ist es an den Zuschauern, das Konzert zu beenden. Immer wieder wird der Refrain angestimmt und wäre nicht die Aussicht auf die anstehende After-Show-Party, würde man sicher noch heute singen.
Das Fazit des Abends brachte Bjørn Poulsen schon Stunden vorher auf den Punkt: „This is fucking fantastic“. Recht hat er!

Setlist: 

Heile, heile Segen
My Deal With God
Gothic Queen
Symphony Of Pain
Avalon
Arabia
Temple Of The Torn
Kein Weg zu weit
Viva Hades
The Passenger
Revenge
After The War

Nimmermehr
In My Heart
Get Some Sleep

Seligkeit
Voices Of Doom

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging