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Military Metal Night Elspe 2018

Bundeswehr-Musikkorps und U.D.O. für den guten Zweck

Der Star des Abends im dichten Programm

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An diesem Freitagabend laufen viele Dinge zusammen, die vielleicht auf den ersten Blick nicht zusammenpassen mögen, bei dem aber am Ende unter reichlich fettem Applaus und stehenden Ovationen das Fazit sehr leicht fällt: Das sitzt und hatte in den vergangenen nahezu zwei Dreiviertelstunden auch sehr viele Gänsehautmomente.

Engstirnig darf man eh nicht bei diesem Event sein, weder die stilecht gekleideten Metalheads, die in der Masse auch mit U.D.O.- oder auch Accept-Shirts aufwarten oder die zahlreichen Blasmusikfans sowie eher gewöhnlichen Elspe-BesucherInnen, die wohl bei schwermetallischen Gitarren lieber Reißaus wollen, wo aber der gute Zweck einmal mehr alle eint.

Der heutige Abend geht auf das Konto St. Elisabeth Hospiz in Lennestadt, welches vom Shouter des Abends, Udo Dirkschneider, auch höchstpersönlich besucht wurde und vor der Zugabe mit emotionalen Worten würdig angesprochen wird – das finale Sterben unter menschlichen Bedingungen geht uns halt alle an und ist immer noch zu sehr ein großes Tabu.

Damit die Musikbegeisterten überhaupt in den Genuss eines besonderen Abends kommen, steht als erstes eine wahre Materialschlacht an, denn die 16 x 12 Meter große Bühne wird in die Elspe-Reiterspiel-Kulisse gebaut, Kilometer an Kabeln für die hundert Mikrofone verlegt, das Schlagzeug hinter Plexiglas versteckt, zwei digitale Leinwände rechts und links von der Bühne verbaut und haufenweise Bier kalt gestellt. Während auf der Bühne alles auch tadellos läuft, wird die Bierversorgung allerdings schnell zum Problem: Es ist zwar mehr als ausreichend da, aber eben nicht kalt. Da haben die Veranstalter gut und gerne ein paar Tausend Euro bei den Getränkeeinnahmen liegen lassen.

2700 Fans sind vor Ort, lassen die Reden über sich ergehen und murren auch nicht bei dem kurzen Werbeblock zu den nächsten Orchester-Shows, und besser als mit dem „Zarathrustra/Star Wars/Das Boot“-Triple kann man kaum einen Bläser-Einstieg liefern – da haben alle etwas von. Dass aber die Masse bis „Metal Heart“ wartet, endlich die starren Sitzformationen aufzulösen, das überrascht dann doch ein bisschen – der erzkonservative Metaller fällt so gar nicht erst durch ein bisschen Rebellion auf, lediglich ein paar Vereinzelte rutschen nicht mehr auf dem Vier-Buchstaben-Sitzfleisch hin und her und machen es den Stehplätzen rechts und links vor der Bühne gleich.

Der Abend wird allein dadurch schon besonders, als dass die Wacken-Show um ein paar Elemente erweitert heute für eine deutlich längere Spielzeit ohne Pause führt. Und wie so oft sind es einmal mehr die kleinen Gesten und Momente, um das Event noch ein bisschen magischer zu machen. Da hockt der Flöte spielende Bundeswehrsoldat auf seinem Hocker und nickt heftig im Takt der Riffs auf seinen Einsatz wartend, da ist der Backgroundchor, der sich mit Pommesgabeln auch mal selber feiert, wobei einer der Herren auch gleich ein paar Erinnerungen mitfilmt, da wäre der 2700 Kehlen starke Chor nach „Princess Of The Dawn“, der so partout nicht auf des Meisters Handzeichen hören und will und halt nicht aufhört, einfach weiter zu singen, da sind es die immer wieder phonstarken U.D.O.-Rufe oder aber auch der immer wieder fett aufbrausende Applaus und die teilweise stehenden Ovationen.

Aber auch die Protagonisten zeigen deutlich, mit wie viel Spaß sie der heutigen Benefizshow beiwohnen: Dirigent Oberstleutnant Christoph Scheibling greift auch mal beim Solo in Andrey Smirnovs Saiten, Solistin Agnes Lipka lässt sich bei ihrem Song gar nicht erst von technischen Mikrofonstörungen aus der Ruhe bringen und flirtet fleißig mit Publikum und Andrey, Mundharmonika-Spieler Ralf Fuckardt sorgt mit dem „Winnetou“-Thema für reichlich Elspe-Tiefgeh-Feeling und auch die Wiedersehensfreude mit dem ehemaligen Klampfer Stefan Kaufmann – nun an der Gitarre wieder für Liveshows reaktiviert – gehört zu den Schmankerln des Abends.

Für die Freunde des Blasorchesters gibt es im Mittelteil dann sogar noch etwas gemäßigteres Programm, wobei „Two Steps From Hell“ gleich auch mit einem „auch irgendwie Heavy Metal“ angekündigt wird. „Hat auch keiner gedacht, dass Blasmusik, Bundeswehr und Heavy Metal zusammenpassen“, so noch Udo kurz vor dem Zugabenblock – „Music Was My First Love“ tönt dann aus den Boxen und irgendwie ist allen klar: Genau so und nicht anders. Darauf dann ein warmes Bier mit Pommesgabel.

Setlist:

Intro Zarathrustra/ Star Wars/ Das Boot
Animal House
Future Land
Independence Day
Heart of Gold
Man & Machine
Two Steps From Hell
Faceless World
Book Of Faith
Cut Me Out
Stillness Of Time
Trainride To Russia
Love Is Black
Winnetou
Silverbird
King Of Mean
Slawischer Marsch
Metal Heart
Princess Of The Dawn
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Orchester Musik
Animal House

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