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Metalfest Austria 2012

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem einfach alles egal ist

Megadeth

Das große Finale für das Metalfest Austria steht an. Dave Mustaine, die wahrscheinlich kantigste Kultfigur der Bay Area, ist mit seiner Truppe angereist, um dem Festival den Gnadenstoß zu versetzen. Megadeth sind seit Jahrzehnten untrennlich mit der Geschichte des populären Zweiges des Heavy Metals verbunden. Erst im vergangenen Jahr hat die Band ein neues Album herausgebracht und mit diesem befinden sich die Musiker nun auf Welttournee. Einer der Stopps ist in Mamling.

Passend zur einsetzenden Dämmerung gehen die Lichter auf der Mainstage an und können nun auch ihre Wirkung entfalten. Viele, sehr viele Besucher haben sich vor der Bühne versammelt, um Megadeth live zu sehen. Nun ist es an der Zeit, dass der Auftritt beginnt.

In gleißendes Licht ist die Bühne getaucht, als das Intro startet. Nacheinander betreten die Musiker die Bühne. Als letzter erscheint Dave Mustaine, bereits die ersten Töne von „Never Dead“ spielend. Die Amerikaner starten so auch gleich mit einem Lied von der aktuellen Scheibe „TH1RT3EN“.  Das war es dann aber auch schon wieder mit dem neuen Stoff. „Head Crusher“ stammt nämlich vom 2009 veröffentlichten Album „Endgame“.

Der Frontmann gibt sich wie gewohnt wortkarg, was ihm aber niemand übel nimmt – man kennt Dave Mustaine ja nicht anders. Dafür ist der Mastermind aber eigentlich bei sehr guter Stimmung. Wenn er nämlich etwas sagt, dann klingt er fröhlich und verkneift sich sogar die eine oder andere witzige Anspielung nicht.

Mit „Wake Up Dead“ und „In My Darkest Hour“ geht die Reise ein ganzes Stück zurück in die Vergangenheit. 1986 und 1988 wurden die beiden Lieder bereits auf Vinyl gebannt. Trotzdem sind die Titel nach wie vor unter den beliebtesten Songs von Megadeth.

Auf der Bühne regt sich einiges. Dave Mustaine ist zwar recht stark ans Mikrofon gefesselt, aber in jeder singfreien Sekunde versucht er auch, an den Seiten der Bühne Präsenz zu zeigen. Seine Mitstreiter haben es hierbei natürlich einfacher. Sie nutzen die Chancen auch und fetzen immer wieder quer über die Stage.

Megadeth liefern einen soliden Auftritt mit wirklich gutem Sound ab. Die Stimmung vor der Bühne kann fast als perfekt bezeichnet werden. Der Vorplatz ist bis weit hinter den FOH-Bereich dicht gefüllt und die Zuhörer feiern ganz einfach einen würdigen Headliner. Die Band wirkt zwar recht entspannt, aber man merkt schon sehr deutlich wie sich die Musiker über den kontinuierlichen Applaus freuen.

Megadeth haben eine sehr bunte Setlist arrangiert, die nicht nur Klassiker und aktuelle Stücke enthält, sondern auch ein paar wenige Überraschungen. „Poison Was The Cure“ und „Whose Life (Is It Anyways?)“ wären zum Beispiel solche.

Doch natürlich dürfen auch viele Kassenschlager der Amis nicht fehlen. „Peace Sells“, „Symphony Of Destruction“, „Hangar 18“ und auch „Angry Again“ – ein Feuerwerk der Bandhymnen regnet auf die Zuhörer hernieder. Diese freut es wie verrückt. Headbangattacken kann man über den ganzen Vorplatz verteilt immer wieder sehen. Ansonsten bleibt es im Zuschauerbereich aber ziemlich ruhig. Die allermeisten Fans wollen einfach nur Musik hören und sich auch darauf konzentrieren.

Megadeth liefern einen wirklich würdigen Abschluss für ein turbulentes Festival, das einmal mehr mit einer unglaublich guten Stimmung zu Ende geht.

Setlist:

  • 1. Never Dead
  • 2. Head Crusher
  • 3. Wake Up Dead
  • 4. In My Darkest Hour
  • 5. Trust
  • 6. Hangar 18
  • 7. Angry Again
  • 8. She-Wolf
  • 9. Poison Was The Cure
  • 10. Sweating Bullets
  • 11. Whose Life (Is It Anyways?)
  • 12. Public Enemy No. 1
  • 13. Symphony Of Destruction
  • 14. Peace Sells
  • 15. Holy Wars... The Punishment Due

Abschließend noch ein paar Gedanken zum Metalfest Austria 2012:

Etwaige Kritik an den Rettungskräften nach dem Sturm ist völlig unberechtigt. Alle Beteiligten haben getan was sie konnten und sicherlich brauchten nicht nur Personen auf dem Campingplatz Hilfe.

Nach einem solchen Ereignis zum Kartenhäuschen zu rennen und den Kartenverkäufer rund zu machen, weil man sein Geld wieder will, ist auch ziemlich mau. Erstens hat man sich auf ein Open Air Festival eingelassen und da können Stürme passieren. Zweitens hat der Verkäufer sicherlich weder genug Geld in der Kasse noch die Befugnis, an irgendjemanden Geld auszuzahlen.

Im Großen und Ganzen haben die Arbeiter auf dem Festival einen genialen Job erledigt. Das gilt für die Bühnentechniker genau so wie für die Securities und den Leute in den Info- und Kartenhäuschen.

Allerdings muss auch Kritik geübt werden. Die Preise für die Nutzung der Spültoiletten und der Duschen waren unglaublich hoch im Verhältnis zum Angebot. Außerdem fehlte eine Bezahloption pro Toiletten- oder Duschgang. Ähnlich verhält es sich auch mit den Getränkepreisen. Wenn 3 € für ein Bier fällig werden, so ist das noch im Rahmen. Dass aber sämtliche antialkoholischen Getränke teurer sind, ist einfach nicht in Ordnung.

Die beiden großen Schlammlöcher vor der Bühne und mitten auf dem Campingplatz könnte man ruhig mit einer Drainage bekämpfen. Das ist bestimmt auch nicht teurer als die Mengen über Mengen an Hackschnitzel, die jedes Jahr in den Schlamm gekippt werden.

Das Festival wurde abermals hauptsächlich trotz aller Widrigkeiten zu einem Erlebnis, weil die Besucher, Mitarbeiter, Musiker und alle sonst Anwesenden so extrem locker drauf waren und sich durch nichts unterkriegen haben lassen.

Auf ein Neues im nächsten Jahr!

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