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Metal in Gladbeck Vol. 3

Höllenlärm in der Maxus-Sauna

Toxicator sorgen als Opener für die erste positive Überraschung des Abends

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Das Maxus, so das kleine Jugendzentrum inmitten von Gladbeck, dürfte in der Härtnerszene so gut wie unbekannt sein, vor mehr als zwanzig Jahren fanden dort – noch im anderen Ambiente – eher punk- und hardcorelastige Konzerte statt. Heute Abend allerdings regiert der Metal, dreimal dürfen Thrashbands ran, der schwedische Headliner schlägt aber mit seinem Heavy Metal ein wenig aus der Art. Knapp 130 Fans haben an diesem Samstag den Weg zum Metal in Gladbeck Vol. 3 gefunden, der Club ist somit angenehm gefüllt und sorgt so für Saunatemperaturen und folglich auch für ein gesteigertes Durstgefühl. Die knappen Umbaupausen werden zwar zum Lüften genutzt, doch während der Shows setzt einfach wieder das dauertriefende Transpirieren ein. Knackiger Sound – Marc Raschdorf hat da einmal mehr alles aus dem Knöpfchenpult herausgedreht -, frische Grillwürstchen auf dem Hinterhof – die Herren von Slaughterhouse Productions haben einfach wieder einen tollen Orga-Job erledigt, da bleiben wenn überhaupt nur noch rudimentäre Wünsche übrig. Nicht wenige Fans sind sich schon jetzt sicher, auch beim vierten Teil in 2018 vor Ort zu sein – dann aber wohl wieder im altehrwürdigen Dröhnschuppen, wo die Renovierung wohl mittlerweile abgeschlossen ist.

Toxicator

Alte Bekannte und dann doch nicht stehen da mit Toxicator auf der Bühne – mag etwas verwirrend sein, die Aufklärung bringt aber schnell diesen „Ach ja“-Effekt. Das Münsteraner Quintett ist aus der Asche von Marauder entstanden, man hatte sich dieses Jahr nach dem Ausstieg vom Bass spielenden Sänger Jonas nicht nur umbenannt, sondern eben auch diese Doppelposition mit gleich zwei Mann neu verstärkt.

Die anfängliche Skepsis einem unbekannten Opener gegenüber weicht aber zusehends der einsetzenden Begeisterung, die Fans erkennen schnell, dass da keine Möchtegern-Thrash-Burschis auf der Bühne stehen, sondern das auch hier Schweiß, gute Riffs und ein regelmäßig auch nach Lemmy klingender Röhricht Fabi mit dem notwendigen Druck und ein paar Mustaine-Eiern für kurzweiliges Old-School-Feeling sorgen.

Und um auch die Frage nach einer Demo vorwegzunehmen: Fünf Songs haben die Jungs schon eingespielt, allerdings muss das Ganze dann noch gepresst werden, mit einer Veröffentlichung ist vielleicht noch dieses Jahr zu rechnen – sollte man im Auge behalten. Damit der Abend auch gefüllt werden kann, packen Toxikator ein paar Marauder-Klopper aus, starten aber erst einmal mit den Neunummern aus dem „eigenen“ Fundus – so erklärt sich aber auch die Einordnung der „Covertracks“ unten in der Setlist.

Ist am Anfang der Applaus noch verhalten, löst sich die leere JZ-Drei-Meter-Zone vor der Bühne nicht wirklich auf, kommt ab dem fies schleifenden und „unser tatsächlich neuester Song“ „You Shall Hang“ endlich mehr Begeisterung auf, da werden auch die ersten Powerfäuste in die neblig schwüle Luft gewuchtet, aber auch das kurz vor Schluss krachende „King Of A Dying World“ zaubert den Fans das feiste „wie geil ist das denn“-Lächeln ins Gesicht. „Zeigt mir alle eure Mittelfinger, der nächste Song geht raus an die abgefuckten Stars“, so noch Fabi kurz vorher zu „Human Waste“ - die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten und belegt, dass sich Toxikator heute ein paar neue Fans erspielt haben.

Setlist:

Nuclear Devastation
Toxic Legion
Breaking The Walls
Exodus (Into Hell) (Marauder-Cover)
You Shall Hang
Deathinfection (Marauder-Cover)
Toxicator
Human Waste (Marauder-Cover)
Terror With Terror (Marauder-Cover)
King Of A Dying World (Marauder-Cover)
Epidemic Holocaust

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“