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Metal City Festival XVIII

…und der olle Paule kann doch noch singen…

Paul DiAnno kann doch noch singen

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Paul DiAnno

Der letzte Teil der Abendgestaltung ist dann geprägt von zahlreichen Widersprüchen. Paul DiAnno kann sich nur noch schleppend mit einem Gehstock vorwärts bewegen (wie frisch ist eigentlich die Hüftoperation? Anm. d. Red.), aber seit Jahren hat er nicht mehr so gut gesungen wie heute. Als weiterer widersprüchlicher Punkt mag gelten, dass der olle Paule sich auf seiner „Final Farewell“-Tour befindet, mit „Angel of Death“ aber ein neuer Song präsentiert wird. Nebenbei tauchen erste Informationen auf, dass sogar an weiteren neuen Songs gefeilt wird und man gedenke, sogar ein neues Album zu veröffentlichen. Wie kreativ eine Farewell-Tour aussehen kann, zeigen ja aktuell die Scorpions auf. Zu guter Letzt bricht dem sichtbar bewegten Paul zur Ansage bei „Remember Tomorrow“ fast die Stimme, als er von der Freundschaft zu dem kürzlich verstorbenen Metalbruder Clive Burr erzählt und ihm auch gleich diesen Song widmet. Im Gegensatz dazu geht er später mal wieder die Fans  rüpelhaft an, indem er angepisst über gelangweilte Pussies schwadroniert („Wenn du müde bist, geh nach Hause.“ muss gerade der sagen, der noch lange im Hotel ausruhte) oder Respekt für sein Lebenswerk einfordert, denn niemand hier hätte das geleistet, was er geleistet hätte (Ja sicher, bist ja auch gezwungen worden, dein Leben so zu leben und mehr als 30 Jahre auf der Bühne zu stehen.)

Ansonsten gibt es genau die Old-School-lastige Show, die von den Fans erwartet wird. Schon in der Umbaupause stehen die Fans wie eine einzige geknubbelte Masse vor der Bühne. Der Soundmann bekommt mit einem „Ich brauche kein Delay“ ein paar wenig dankenswerte Worte übergebügelt und auch das Betreten der Bühne durch surfende Fans oder Pressevertreter wird von Paul DiAnno konsequent mit Ungnade abgewunken. Doch was sich hier alles so negativ anhört, gehört halt zu diesem gebeugten Mann, der sich vielleicht nicht mehr körperlich, sondern nur noch verbal in Szene setzten kann.

Apropos in Szene setzen: Schon einige Jahre lässt sich Paul mit seiner Backingband in diesen Breitengraden blicken. Sogar in Lünen war er schon beim Metal City Festival VII vertreten, und noch nie war er so gut bei Stimme wie heute, was dann nicht wenige überrascht zur Kenntnis nehmen. Bestens unterstützt wird er dabei natürlich von seinen Mitstreitern, wo neben den bekannten Gesichtern Drummer Dominik Nowitzki und Bassist Christoph Luecker (beide ex-Re-Vision) Gitarrist Andreas Ballnus (Perzonal War, ex-Agypnie) neu am Start ist. Präzise hämmern sie die Songs in die Lauschlappen, haben mit „Transylvania“ kurz die Bühne für sich allein. Stagetech Jan bekommt von Paul einen dankbaren Daumen, weil er umsichtig eine Wasserflasche aus dem Gehbereich räumt Die Fans pressen immer wieder lautstark ihre Textfetzen heraus. Bei „Phantoms Of The Opera“ entwickelt sich dann sogar ein ernst zu nehmender kleiner Moshpit und die Pommesgabel ist natürlich der ständige Begleiter der Powerfaust. Irgendwie schade, dass Paul DiAnno abtreten will, aber vielleicht…

Setlist:

Intro Ides Of March (Iron Maiden)
Sanctuary (Iron Maiden)
Purgatory (Iron Maiden)
Marshall Lokjaw (Killers)
Murders In The Rue Morgue (Iron Maiden)
Prowler (Iron Maiden)
Angel Of Death
Children Of Madness (Battlezone)
Running Free (Iron Maiden)
Genghis Khan (Iron Maiden)
Remember Tomorrow (Iron Maiden)
Wratchchild (Iron Maiden)
Faith Healer (Alex Harvey Band-Cover)
A Song For You (Killers)
Charlotte The Harlot (Iron Maiden)
Killers (Iron Maiden)
Phantom Of The Opera (Iron Maiden)
Transylvania (Iron Maiden)
Blitzkrieg Bob (Ramones-Cover)

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