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Manowar im Konzert (Köln, Dezember 2017)

Abschied der Krieger

Manowars Abschied erzeugt Mischgefühle

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Vor der Show bildet sich eine lange Schlange vor dem Kölner Palladium und wartet auf den lang ersehnten Einlass in die Halle, wo die US-Amerikaner eines ihrer Abschiedskonzerte geben sollen. Angeblich ist die bandeigene Plattenfirma in ein Insolvenzverfahren geraten und das soll das Ende der Band beschleunigen. Aber man sollte wirklich erst mal abwarten, denn das Sprachrohr der Band hat in der letzten Dekade ihrer Karriere schon mal widersprüchliche Aussagen gemacht.

Nicht zuletzt mit „Death To False Metal“, wobei es gerade Manowar sind, die weit vorne in der Gruppe der zu Tode geweihten mit jeder Menge unnatürlichem Gepose und teuren Produkten mitspielen. Die Ticketpreise ab 95,- Euro und ebenfalls die T-Shirt-Preise von 40,- Euro erreichen auf der Tour die Höhe, was nicht gerade fanfreundlich ist. Dazu kommt noch eine Meet & Greet-Aktion von 20 Minuten für 1800 Euro (gibt es wirklich Idioten, die solchen Schwachsinn mitmachen und bezahlen? – Unfassbar; Anm.d.Red.). Dennoch ist man gespannt, was die Band bei ihrem finalen Abschied zu bieten hat und nimmt all das Drumherum in Kauf.

Manowar

haben sich mindestens in den letzten zehn Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert und trotzdem sind ca. 4500 Fans sehr erwartungsvoll in ihrer Haltung, wenn man den Gesprächen im Publikum lauscht. Einige sind unter anderem extra aus den USA, Japan, Südamerika und dem europäischen Ausland angereist und haben teilweise ihren letzten Jahresurlaub auf die neun Stationen der Tour gelegt, um den Vierer noch das letzte Mal zusammen zu erleben. Ein paar Leute kleiden sich sogar dem Bandimage entsprechend in Fell, Leder und Nieten. Um 19.30 Uhr ist der Saal gut gefüllt und eine halbe Stunde später sogar fast voll. Eine Vorband bleibt gänzlich weg. Ab jetzt läuft ein Intro mit einem Soundtrack, teilweise mit Flötenmusik, bis kurz vor 20.30 Uhr. Währenddessen wird auch Nebel auf die Bühne gepustet.

Passend beginnt die Band mit dem Song „Manowar“ vom ersten Longplayer, der vom Publikum begeistert empfangen wird und die ersten Reihen sind bereits engst zusammengerückt. Die gesamte Band konzentriert sich noch sehr auf das technische und blickt kaum ins Publikum, erst dann, als der Gesamtsound zu funktionieren scheint; spätestens beim nächsten Hit „Blood Of My Enemies“ vom Überklassiker „Hail To England“. Der eine Klassiker folgt dem anderen und das Publikum ist überglücklich, denn es ruft im Chor „Manowar, Manowar“ und reckt die Fäuste in die Luft und macht mit zusammengehaltenen Armen das bandtypische Zeichen. Eric macht bis zum dreizehnten Song „Kings Of Metal“ keine Ansagen und zieht das straffe Programm durch, ohne dabei Songs auszusparen, denn diese sind schließlich wichtiger als einfallslose Verbalität.

Hierbei sagt der Sänger, dass die Band sich freut, wieder in Deutschland zu sein, denn das Land habe auch in schweren Zeiten den Rücken des Vierers gestärkt. Auf der Leinwand erscheint dann die deutsche Flagge. Zwischendurch leuchten die Sicherheitskräfte ins Publikum, damit die jeweilige Person das Fotomachen oder Filmen unterlässt. Und das passiert des Öfteren, denn schließlich geht auch Joey DeMaio zwischen zwei Songs von der Bühne und daraufhin kommt das Security-Personal ins Publikum. Das scheint die Laune der Menge kaum zu trüben. Vom Zusammenspiel her ist die Gruppe an dem Abend sehr gut eingespielt und auch die Lautstärke ist nicht übertrieben, so dass das Konzert vom Anfang bis zum Ende beinahe perfekt klingt. All die großen Klassiker werden gespielt und nach exakt zwei Stunden ist die Show dann vorüber. Nach dem angeblich finalen Konzert verlässt man erst langsam die Halle, um weiterhin in Erinnerungen zu schwelgen.

Setlist:

1. The Miracle And Finale (Miklós Rózsa Song)
2. Manowar
3. Blood Of My Enemies
4. Metal Warriors
5. Brithers Of Metal Pt. 1
6. Mountains
7. Fallen Brothers – Karl`s Solo
8. Herz aus Stahl
9. Secret Of Steel
10. Spirit Horse Of The Cherokee
11. Call To Arms
12. The Sons Of Odin
13. Kings Of Metal
14. Fighting The World
15. Kill With Power
16. Sign Of The Hammer
17. The Power
18. Battle Hymns
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20. Warriors Of The World United
21. Hail And Kill
22. Black Wind, Fire And Steel
23. The Crown And The Ring (Lament Of The Kings)

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