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Manic Street Preachers, Waves Of Joy im Konzert (Hamburg, April 2016)

Ein komplettes Klassikeralbum und ein weiteres Set mit zahlreichen Hits – was will man mehr?

Nett, aber letztlich doch etwas dröge: Waves Of Joy. (Foto: Conrad Hübbe)

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Schon seit einigen Jahren ist es so angesagt wie lange nicht mehr, Alben komplett an einem Stück live aufzuführen – manchmal neue, wenn die Band davon besonders überzeugt ist, meistens jedoch Klassikerwerke. In diese Riege reihen sich nun auch die Manic Street Preachers ein, die im Jahre 1996 ihre vierte Studioplatte „Everything Must Go“ veröffentlichten. Jene Scheibe war die erste, die ohne den charismatischen Richey James Edwards nach dessen mysteriösem Verschwinden aufgenommen und herausgebracht wurde – und ausgerechnet jene Scheibe markierte auch den endgültigen Durchbruch für die Waliser. Ein ganz entscheidender Wendepunkt also und der vielleicht wichtigste Rundling in der Discographie der Manics. Da sie außerdem zahlreiche Hits des Trios enthält, ist eine Komplettaufführung an sich nur logisch und gerechtfertigt. Neben Köln am Vorabend ist Hamburg der einzige Deutschland-Termin dieser Tour.

Waves Of Joy

Zunächst allerdings steht noch der lokale Support des Quartetts Waves Of Joy auf dem Programm. Musikalisch ist die Band recht passend ausgewählt; poppiger, wenn auch verhältnismäßig simpel strukturierter (Indie-)Rock mit vereinzelten psychedelischen Einsprengseln wird hier geboten, der Frontmann erinnert von der Stimme her ein wenig Thom Yorke von Radiohead und das Ganze ist durchaus hörbar. Mehr aber eben auch nicht.

Bei gutem Sound kommt die Chose zumindest mit etwas mehr Punch als das Studiomaterial herüber, das teilweise bei Soundcloud zu hören ist, aber letztlich ist die Angelegenheit doch irgendwie ziemlich dröge. Niedlich. Brav. Es bleibt auf Dauer einfach nichts hängen und beispielsweise das Schlagzeugspiel kommt doch  sehr limitiert und hölzern daher. Die technischen und musikalischen Fähigkeiten scheinen also relativ begrenzt und so reagiert das bereits zahlreich vorhandene Publikum zwar höflich und anerkennend mit Applaus und sogar vereinzeltem Johlen zwischen den Songs, etwaige Mitmachversuche seitens des Vierers werden jedoch weitestgehend ignoriert.

Sympathisch sind die Jungs aber und wirken angesichts der Kulisse sogar ein wenig verschüchtert. „Vor drei oder vier Jahren haben wir zuletzt vor so vielen Leuten gespielt“, erklärt Gitarrist und Sänger Chris, „beim Reeperbahn Festival, und natürlich freuen wir uns, für eine so tolle Band wie die Manic Street Preachers eröffnen zu dürfen.“

Gegen Ende noch ein Hinweis auf den Merchstand, bei dem Chris versucht, das Publikum mit einem kleinen Witz zu gewinnen, indem er mitteilt, dass man sogar umsonst Autogramme geben würde – da allerdings braucht es auch ein Nachhaken, um die Leute zu einem Applaus zu bewegen. Nach lediglich einer halben Stunde ist bereits Schluss und auch wenn sichtlich zu merken war, dass die Fans auf den Hauptact brennen, nehmen die Lokalmatadoren sicherlich eher Positives als Negatives von diesem Abend mit.

Dennoch: Als in der knapp über eine halbe Stunde dauernden Umbaupause unter anderem Green Day mit „Wake Me Up When September Ends“ aus den Boxen schallen, wird im Vergleich erneut überdeutlich, dass Waves Of Joy einfach (noch?) die Fähigkeit fehlt, Ohrwürmer zu schreiben. Green Day arbeiten ebenfalls mit simplen Songstrukturen und man kann von ihnen halten was man will, aber sie können eben einfach Hits schreiben.

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