Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Manic Street Preachers, The Minutes im Konzert (Hamburg, April 2012)

Only Singles allowed

Immer wieder montags: The Minutes

Zum Thema

Erst im letzten Jahr waren sie auf Tour und machten dabei auch einen Zwischenstopp in Hamburg: die Manic Street Preachers. Damals verpasste es der Verfasser, sich das walisische Trio reinzuziehen, also hieß es, sich diese so unerwartet schnell bietende neue Chance umgehend zu nutzen. Einige Leser werden jetzt vielleicht naserümpfend von Mainstream reden, aber die Manics haben es stets geschafft, eine ganz eigene Rolle zu spielen. Ihre Entwicklungsphase von den punkigen Wurzeln zum heutigen, deutlich glatt gebügelteren Sound spaltete die Fanschaft in zwei Lager, obwohl man die Manics doch immer heraushören konnte, ob sie nun Punk, Rock oder Pop spielten. Letztlich beweist ihre Entwicklung lediglich ihre Vielseitigkeit, denn immer nur dasselbe gedaddelt haben sie nie – das muss wohl auch der größte Kritiker einräumen und das wird gerade am heutigen Abend wieder sehr deutlich, an dem anlässlich des Dreifach-CD-Sets „National Treasures – The Complete Singles“ nur Singles gezockt werden und somit ein bunter Querschnitt durch die 25-jährige Bandgeschichte ansteht.  

The Minutes

Zunächst jedoch steht noch der Auftritt des Supportacts an, bei dem es sich ebenfalls um ein Trio handelt: The Minutes aus der irischen Hauptstadt Dublin werden als das nächste ganz große Ding gehandelt, haben 2011 ihr Debütalbum „Marcata“ unters Volk gebracht und touren sich den Allerwertesten ab. Erst am Ostermontag haben sie in Hamburg gespielt – genau eine Woche später sind sie nun schon wieder da. „We just played last Monday here and now we play here again on Monday. So I think the next Monday we’ll also be here“, scherzt Sänger und Gitarrist Mark Austin bei einer Ansage zwischendurch. Bleibt nur die Frage, was die Jungs bitte die ganze Zeit getrieben haben. Vielleicht waren sie zwischendurch zu Hause – bei einer irischen Band liegt es aber wohl zweifellos ebenfalls im Bereich des Möglichen, dass sie einfach eine Woche saufend auf dem Kiez verbracht hat…

Zum Saufen eignet sich sicherlich auch die Musik der drei Rabauken. Eine obskure Mischung aus Rock’n’Roll-Anleihen (Frisuren und Outfits der Protagonisten sind dementsprechend), Alternative- und Stoner-Klängen, dargeboten mit rotziger Punkattitüde schallt da aus den Boxen, Gitarre und Bass klingen sehr dreckig und die Vocals des Frontmannes wie eine ruppigere Version von John Lennon. Eigentlich ganz cool, auf Dauer aber doch etwas zu wenig abwechslungsreich. Dafür aber haben die Drei eine tolle Energie, die sich auf das bereits recht zahlreich vorhandene Publikum überträgt, das mehr als nur Höflichkeitsapplaus spendet. Dennoch meint Mark: „I bet you all don’t know who the fuck we are. So I tell you: We’re the fucking Minutes.“ Er wird nicht müde, nach jedem Song zu betonen, wie seine Band heißt, aber so wird zumindest keiner der heute Anwesenden den Namen vergessen.

Auf der Habenseite darf der Dreier außerdem den Song „Fleetwood“ verbuchen, der sich schnell in den Hirnwindungen festsetzt – ein echter Hit, vor allem dank der ironisch herausposaunten, sich stetig wiederholenden Zeile „I can be your Jesus“! Und natürlich ist des Weiteren vor allem Drummer Shane Kinsella ein echter Hingucker, denn der Kerl hat es wirklich verdammt raus! Summa summarum unterhaltsame vierzig Minuten und zufällig werden The Minutes nicht als Vorband für die Preachers ausgesucht worden sein – mit ihrer unbekümmerten, punkig-rock’n’rolligen Attitüde muss man doch gerne mal an die frühen Manics denken…

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Die High- und Lowlights der Redaktion im vergangenen Jahr

Von ausgelassener Stimmung, Perfektion und einer fetten Panne

"Ich mache im Grunde all das, worauf meine Kollegen bei Ctulu keinen Bock haben und was immer schon mal aus mir raus musste."

Überraschungen zum 30-jährigen Geburtstagsrausch

Wer hat Angst vorm Saxophon?

Von Gänsehautmomenten bis hin zum Circle-Pit

Starkes Debüt, welches nach einer baldigen Wiederholung schreit

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“