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Magnum, Saga im Konzert (Köln, Mai 2014)

Große Prog-Melodic-Nacht im Kölner E-Werk

Weit mehr als 1000 Fans treffen sich an diesem Abend im Kölner E-Werk, denn mit Magnum und Saga haben sich zwei Legenden der melodischen bzw. spacigen Musikszenerie zur Co-Headliner-Tour angemeldet. Vielleicht wäre es auch noch deutlich voller geworden, hätten sie nicht nur einen Abend zuvor im Dortmunder FZW gespielt, was für derlei Konzerte durchaus im Einzugsbereich liegt. Den bierseligen Spaß aber lassen sich die häufig schon an der der Ü-50-Grenze liegenden Anwesenden allerdings nicht verbieten.

Saga

Volle Halle, kein großes Gedränge – so ist das, wenn die älteren Generationen sich zur Konzertshow begeben, so nicht mehr der jugendliche „Erste-Reihe-Drang“ dominiert, sondern ganz gerne auch der Gang zur Theke favorisiert wird. Saga stehen natürlich noch immer für beste rockige Unterhaltung und spacige Ausflüge, was allein schon durch die sechs (!) Keyboards auf der Bühne auch optisch untermalt wird – sie dürfen es halt, andere Bands würden dafür wahrscheinlich gnadenlos untergehen. Jim Gilmour allein bedient schon vier Tasteninstrumente, dazu hat Bassist Jim Crichton sein Keyboard an der vorderen Bühnengrenze aufgebaut, und auch Frontmann Michael Sadler lässt es sich nicht nehmen, auf den eigenen Tastenreihen herumzuklimpern.

Etwas Besonderes ist auch die Anordnung des Schlagzeugs, welches nicht wie gewohnt in der hinteren Mitte postiert ist, wo man Drummer Mike Thorne dann nur erahnen könnte – vielmehr ist das Schlagzeug schräg zum Publikum angeordnet, wodurch die Fans einen sehr schönen Einblick auf das filigrane Drumming gewinnen können. Während Gitarrist Ian Crichton eher wie der Ruhepol daherkommt und spielerisch noch so jedes komplizierte Riff aus den Saiten leiert, macht sein Bruder Jim dagegen lieber ein paar Meter, wirkt aber durch die jugendlich-hektischen Bewegungen unfreiwillig ein wenig komisch.

Musikalisch aber lassen die Prog-Space-Rocker nichts anbrennen, bis auf ein kurzes „Hallo Köln“ hat auch Sänger Michael nicht viel zu sagen, erst vor „Anywhere You Wanna Go“ legt er den Kommunikationshebel um und fordert zum Mitklatschen auf, was angesichts der gut gefüllten Halle noch etwas zu übersichtlich bleibt. „Köln, wie geht es euch? Könnt ihr mir helfen?“, so der erfolgreiche „Hilferuf“, denn noch mehr Fans klatschen nun bei „Scratching The Surface“ mit. Saga sind nun ja nicht gerade die Band, wo man ausflippend im Rausch der Emotionen durch die Gegend hüpft, die Fans vor allem in der Hallenmitte sind aber schon jenseits der Schwofmarkierung, einige Powerfäuste und Pommesgabeln sind zu finden, viele Fans zeigen sich sogar textsicher und singen mit, wenn nicht gerade die ausführlichen spacigen Tastenspielereien die Oberhand gewinnen. Am Ende aber stehen alle überrascht da, denn es ist schon unglaublich, wie schnell gut 70 Minuten vergehen. Nur die anschließende Umbaupause von fast einer Dreiviertelstunde wird dann zur Bewährungsprobe.

Setlist:

Don’t Be Late
You’re Not Alone
On The Loose
Anywhere You Wanna Go
Too Much To Lose
Drum Solo
Corkentellis
Ice Nice
Humble Stance
Tired World
Scratching The Surface
Careful Where You Step
------------
Wind Him Up

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