Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Lord Of The Lost & OH FYO! im Konzert (Dresden, November 2017)

Gefühlvoller, stimmiger Abend

Lord Of The Lost

Nach dem stimmigen Einstieg, ist es nun an Lord Of The Lost den Abend ebenso klangvoll weiterzuführen. Dass sie dies auch im akustischen Format durchaus erfüllen können, bewiesen sie erst kürzlich auf ihrem zweiten Akustik-Album „Swan Songs II“.

Nach kurzer Stimmpause für die Instrumente startet man mit „Raining Stars“ in den Abend und erntet schon beim Erscheinen den ersten Applaus. Etwas voreilig könnte man meinen, allerdings überzeugt schon mit das erste Stück so stark, dass man die Vorschusslorbeeren durchaus als berechtigt ansehen möchte. Zu „Wander In Sable“ begibt sich Chris Harms, der mit seinem Hut irgendwie an Udo Lindenberg erinnert, selbst ans Cello, um hiernach einzugestehen, dass die Konzerte doch stellenweise wie Lesungen wirken. Titel für eventuelle Buchvorstellungen werden benannt, um sich gleich noch ein paar Tipps für den nächsten Tag einzuholen, an dem man noch in Dresden verweilt.

Musikalisch geht es natürlich auch weiter, hier kann „The Devil You Know“ für erste Gänsehautmomente sorgen. Die Streicher und die sonore Stimme des Frontmanns sorgen für eine besondere Tiefe und dies setzt sich im nachfolgenden „The Love Of God“ fort, welches zudem mit Zwischenspiel der Violine punktet. Zugleich ist hier der Beweis angetreten, dass eben nicht nur Balladen in akustischer Form Wirkung erzielen, sondern auch rockige Titel bestens umgesetzt werden können.

Bevor „The Sand Of Times” über die Bühne geht, erinnert Harms an die vielen Konzerte in Dresden und dankt dem Dresdner Publikum für die zahlreichen Momente, bei denen man das Gefühl hatte, hier ein neues Zuhause gefunden zu haben. Natürlich wird eine solche Aussage mit einem Extra-Applaus bedacht. Wobei kurz danach festgestellt wird, dass die wenigsten im Saal aus der Landeshauptstadt kommen, sondern gar aus Österreich angereist sind. Damit nun niemand der weit Angereisten unter einer trockenen Kehle leiden muss, schickt man mit „Waiting For To Die“ die Anwesenden in eine kurze Pause, um sie dann „voll wie Umme“ wieder begrüßen zu dürfen.

Der zweite Teil der Show startet mit „Fall Asleep“ und einem reduzierten Ensemble, aber selbst die abgespeckte Version geht komplett unter die Haut. Als zu „Drag Me To Hell“ das Orchester wieder vollzählig ist, wird dies vorgestellt und erzeugt ein Stück, welches mit viel Kraft in den Saal dringt. Allerdings läuft nicht alles so reibungslos, eine Spannungsspitze erzeugt ein technisches Problem. Der prompte Einwurf aus den Reihen, dass seine Frau heute schon zwanzig Spannungsspitzen erleben durfte, sorgt für einiges an Erheiterung. Schwer vom Gelächter hin zu einem Song wie „See You Soon“ zu kommen, aber auch dies wird gekonnt gelöst. Die technischen Probleme lösen sich dafür nicht auf, Harms überbrückt die Zeit mit weiteren Geschichten, bis der Hinweis erfolgt, er müsse zur Behebung ruhig sein. Bleibt es aber nicht, die Unterhaltungsfunktion wird nun von Posaunist Alexander Kockel übernommen, der mit Volksmusik bis hin zu „We Will Rock You“ die Zuschauer zum Ausrasten bringt. Diese dürfen auch gleich weiter in Ekstase bleiben, denn nun heißt es einschnipsen bis die Finger blutig werden, um „Full Metal Ball“ den perfekten Einstieg zu geben.

Beim Metal bleibt es auch vorerst, schließlich kann man auch sitzend latent headbangen und da dies irgendwie noch nicht reicht, sollen alle Fäuste zu „Fist Up In The Air“ in die Höhe fliegen. Wird auch gemacht, selbst wenn der Anblick etwas eigenwillig wirkt. Dafür sind die Fangesänge zu „My Better Me“ und „Annabel Lee“ umso schöner anzuhören, aber leider neigt sich damit der Abend schon dem Ende. Als „Winke, winke“-Song wird „Credo“ angestimmt und von einem Meer aus Händen unterstützt, welches ein würdiges Finale beschert.

Auf den Sitzen hält es nun niemanden mehr, Begeisterung wohin das Auge reicht und unter Jubel gibt es die Rückkehr zu vermelden, selbst wenn „Frozen“ nur von Chris Harms und Gared Dirge am Keyboard getragen wird. Dafür liefern die beiden eine sehr intensive Version des Madonna-Klassikers ab. „Lost In A Hearbeat” gibt es wieder in voller Besetzung und schon steht der endgültig letzte Song des Abends an. Mit „Lighthouse“ liefern Lord Of The Lost und das ebenso wichtige Ensemble nochmals einen großartigen Moment und setzen einen umjubelten Schlusspunkt unter ein grandioses Konzert, welches nach einer Fortsetzung der Swan-Songs schreit.

Setlist:

Raining Stars
Wander In Sable
Dry The Rain
The Devil You Know
The Love Of God
Ribcages
The Sand Of Time
Six Feet Underground
Beyond Beautiful
Waiting For You To Die

Fall Asleep
Drag Me To Hell
Prison
See You Soon
Full Metal Ball
Fist Up In The Air
My Better Me
Annabel Lee
The Broken Ones
Credo

Frozen (Madonna-Cover)
Lost In A Hearbeat
Lighthouse

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Dieses Jahr gleich fünf Bands am Start

Oster-Schlachtfest zur Vordisco-Zeit

Zwischenstopp zur ultimativen „The Ultimate Incantation“-Show

Mit „Adrenalin“ zur Hochtour aufgelaufen

„Ist halt so - Rock'n'Roll und fertig“

„Aber man weiß schon, wenn man Architects Of Chaoz hört, wo die Reise hingeht“

Treffpunkt erneut Gernhart Studio in Troisdorf

„Es gab in unserem Leben schon immer Thrash Metal und das wird auch immer so bleiben“

Geburtstag, Livemucke und Überraschungen

Für Weltmeisteranwärter im Kauz-Metal geeignet